35 weitere Beamte abgezogen

Die bereits unterbesetzte Aachener Bundespolizei wird erneut geschwächt

http://epaper.zeitungsverlag-aachen.de/2.0/#/read/an-a1/today?page=0&article=390200919

Aachen. Wegen einer erneuten personellen Schwächung der Aachener Bundespolizei wird die Sicherheit in der Region Aachen, Düren, Heinsberg weiter beeinträchtigt. Nach Recherchen unserer Zeitung muss die seit Jahren völlig unterbesetzte Bundespolizeiinspektion am Aachener Hauptbahnhof vorübergehend 35 weitere Polizisten an andere Einsatzorte abstellen und wird deswegen noch weniger als bislang in der Lage sein, ihre Aufgaben wahrzunehmen: Dazu gehören die Kontrollen der Grenzen zu Belgien und den Niederlanden zwischen dem Raum Mönchengladbach im Norden und Loshei-mergraben an der Grenze zu Rheinland-Pfalz im Süden, die Kontrolle des Aachener Hauptbahnhofs und 43 anderer Bahnhöfe in der Region und die Kontrolle von drei Flugplätzen.

Die Bundespolizei wollte dies so nicht bestätigen, räumte aber ein, „nicht mehr in dem Maße an vielen Orten präsent zu sein, wo dies vielleicht wünschenswert wäre“, wie es in einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung heißt. „Konkrete Einsatzstärken“ zu nennen, sei „aus einsatztaktischen Gründen nicht“ möglich, hieß es weiter.

Der Aachener Bundespolizei sind vor vielen Jahren 290 Planstellen zugeteilt worden, die aber nie alle besetzt waren. Im vergangenen Frühjahr waren etwa 180 dieser Stellen besetzt. Doch seit vergangenem Herbst sind zehn Aachener Bundespolizisten an die bayerisch-österreichische Grenze abgeordnet, und nun müssen 23 Beamte das Personal am Flughafen Köln/Bonn und zwei weitere die Kollegen am Flughafen in München ergänzen. Das bedeutet, dass der Inspektion Aachen kaum mehr 150 Polizisten bleiben.

Mehrere Bundespolizisten erklärten gegenüber unserer Zeitung, unter Zusicherung der Anonymität, dass es mit der gegenwärtigen Personalstärke kaum mehr möglich sei, viel mehr als den Innendienst zu leisten. Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, ist über diese Entscheidung entsetzt und sagte auf Anfrage: „Besonders die Bahnhöfe werden durch solche Entscheidungen zu Angsträumen.“  

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