Übergriffe auf Juden in Deutschland nehmen zu

Do, 29. Jan. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokales / Seite 22

Übergriffe auf Juden in Deutschland nehmen zu

Bei der Gedenkfeier der Jüdischen Gemeinde Aachen zur Befreiung des Todeslagers Auschwitz erläutert Prof. Susanne Zeller die Sozialethik der drei abrahamitischen Religionen. Musik aus dem Film „Schindlers Liste“.

Von Georg Dünnwald

Aachen. Die jungen Rotarmisten packte das Grauen, als sie am 27. Januar 1945 das riesige Konzentrationslager Auschwitz befreiten. Die Jüdische Gemeinde in Aachen beging am Dienstagabend in der Synagoge am Synagogenplatz eine Gedenkstunde zur 70. Wiederkehr der Befreiung des berüchtigten Konzentrationslagers.

Peter Janko beklagte als Mitglied des Gemeindevorstands, dass es in Deutschland wieder zu Übergriffen, Beleidigungen und Körperverletzungen an Juden gekommen sei. Seine rhetorische Frage: „Warum benötigen Synagogen und andere jüdische Einrichtungen immer noch Polizeischutz?“ Die Ablehnung der Juden nehme immer mehr zu, in Deutschland wie auch in anderen Ländern der Europäischen Union, beispielsweise in Frankreich.

Die Musiker Dimitri und Alina Wesselowski (Klavier) und Ye Gyeong-Lim (Violine) setzten mit der Musik aus dem Film „Schindlers Liste“ und dem Requiem von Mozart musikalisch passende Akzente.

Als Festrednerin hatte Alexander Drehmann, der Geschäftsführer der 1500 Mitglieder starken jüdischen Gemeinde, die FH-Professorin Susanne Zeller aus Erfurt verpflichtet. Die Hochschullehrerin, die sich mit „Theorie, Ethik und Geschichte sozialer Arbeit“ beschäftigt, verglich eindrucksvoll die verschiedenen Auffassungen der sozialen Verantwortlichkeiten innerhalb der drei abrahamitischen Religionen, dem Judentum, dem Islam und dem Christentum.

„Vieles, was heute in Gesetzesform gegossen ist, war bereits bei den Juden geltendes Recht“, so Susanne Zeller. Für die Juden gelte das göttliche Gebot, von sich aus sozial tätig zu werden, also zu helfen, bevor man ausdrücklich darum gebeten werde. Sie sollten so helfen, dass der Beschenkte nicht wisse, wer der Spender sei, damit eine beschämende Situation erst gar nicht entstehe. Mit solchen Forderungen kennt sich die Wissenschaftlerin aus.

„Wir haben absichtlich ein solches Thema genommen und nicht den ganzen Abend auf Auschwitz verwiesen“, erklärte Alexander Drehmann, „weil die soziale Ethik einer der Grundpfeiler des Judentums ist.“ Und diese Ethik sei ebenfalls von den Nationalsozialisten bekämpft worden.

Rabbiner Max Mordechai Bohrer setzte den Schlusspunkt der Gedenkveranstaltung mit einem gesungenen „Kaddisch“. Das ist eine Lobpreisung Gottes, aus der der Jude Jesus Christus auch das „Vaterunser“ entwickelte. Die Texte sind sich sehr ähnlich.

Zur abendlichen, anderthalbstündigen Gedenkveranstaltung waren auch Vertreter anderer Religionen gekommen. Auch der Kommandeur der Logistiktruppen in Aachen, Brigadegeneral Michael Hochwart und sein Stellvertreter Oberst Günter Selbert waren erschienen.

„Warum benötigen Synagogen und andere jüdische Einrichtungen immer noch Polizeischutz?“

Peter Janko, Vorstandsmitglied

der Jüdischen Gemeinde Aachen

Kommentar: Wegen Pegida einen Aufstand machen und dem 70. Jahrestag der Befreiung von Ausschwitz öffentlichkeitswirksam gedenken, aber ansonsten verstärkt Gewalt gegen Juden heute in unserem Land anwenden und das Land der Opfer, Israel, in den Dreck ziehen, das ist leider in weiten Bereichen dieses meines Landes Standard. Die Presse tut ihren Teil dazu! 

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