Eurofighter für Ziele am Boden aufgerüstet

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Eurofighter für Ziele am Boden aufgerüstet
Laser- und GPS-gesteuerte Bombe an Geschwader in Nörvenich übergeben. Bundeswehr kommt damit einer Anforderung der Nato für das Jahr 2018 nach.

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19.12.2017

Eurofighter für Ziele am Boden aufgerüstet

Laser- und GPS-gesteuerte Bombe an Geschwader in Nörvenich übergeben. Bundeswehr kommt damit einer Anforderung der Nato für das Jahr 2018 nach.

Von Anja Clemens-Smicek

Nörvenich. Der Eurofighter der Bundeswehr wird für den Luft-Boden-Kampf aufgerüstet. Symbolisch übergab das Bundesamt für Ausrüstung, Information und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) gestern die ersten Laser- und GPS-gesteuerten Bomben des Typs GBU-48 an das Taktische Luftwaffengeschwader 31 Boelcke in Nörvenich.

„Dies ist ein außerordentlich wichtiger Meilenstein des Waffensystems Eurofighter“, betonte Generalmajor Klaus Veit, Vizepräsident des BAAINBw, im Rahmen eines Appells am Fliegerhorst Nörvenich. Der Einstieg in die „Luft-Boden-Rolle“ sei gemacht. Erste Testmanöver fanden in den vergangenen Monaten in Schweden statt. „Ab jetzt befinden wir uns in der Nutzungsphase“, erklärte Veit. Eingesetzt werden darf das Waffensystem aber nur im Bündnisfall.

Bislang hatte die Bundeswehr keine Waffen, mit denen ihre Jagdflugzeuge auch Luftangriffe fliegen konnten. Das ändert sich mit der Guided Bomb Unit (GBU)-48 des US-Herstellers Raytheon Company, von denen die Bundeswehr 400 Stück gekauft hat. Im Preis von insgesamt 60 Millionen Euro sind neben den Bomben auch Ausbildung und periphere Leistungen enthalten. Die gut 500 Kilogramm schwere GBU-48 wird laser- und GPS-gesteuert und kann Ziele bis auf eine Genauigkeit von drei Metern treffen. Bekannt sind solche „Bunkerbrecher“ spätestens seit dem Zweiten Golfkrieg, als das US-Militär ähnliche Bomben zum Einsatz brachte, um die stärksten gepanzerten irakischen Bunker zerstören zu können. Generalmajor Günter Katz, Kommandeur Fliegende Verbände, sagte, dass die Bundeswehr mit dem Eurofighter über „eines der besten Kampfflugzeuge weltweit“ verfüge.

Mit der Umrüstung des Eurofighters erfüllt Deutschland gerade noch fristgerecht eine wichtige Zusage an die Nato: Das Verteidigungsbündnis hatte die Luftangriffsfähigkeit der deutschen Luftwaffe für 2018 als sogenannte Kernfähigkeit angezeigt. Andere Nationen, wie Großbritannien, hatten ihre Eurofighter bereits vor Jahren aufgerüstet. Ab 2018 wird das Boelcke-Geschwader Teil der Nato-Reaktionsstreitmacht sein. Ab September soll der Eurofighter erneut die Luftraumüberwachung über dem Baltikum sicherstellen. General Katz: „Wir werden im neuen Jahr auch auf Herausforderungen reagieren, die wir heute noch nicht kennen.“

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