Für deutsche Firmen wird Israel zunehmend interessanter

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Für deutsche Firmen wird Israel zunehmend interessanter
Nach den großen Unternehmen wie Daimler und Bosch investiert auch der Mittelstand in Start-ups im Land der Innovationen

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29.03.2017

Für deutsche Firmen wird Israel zunehmend interessanter

Nach den großen Unternehmen wie Daimler und Bosch investiert auch der Mittelstand in Start-ups im Land der Innovationen

Von Stefanie Järkel

Tel Aviv. Strand, Sonne und Start- ups: Israel gilt neben dem kalifornischen Silicon Valley als weltweite Innovationshochburg. Mehr als 5000 Start-ups gibt es laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger in Israel. Für deutsche Unternehmen scheint das Engagement dort ein Muss: „Die Zahl der Firmen, die in Israel auf irgendeine Art Innovation suchen, liegt im dreistelligen Bereich“, sagt Projektleiter Gregor Schlosser von der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer in Tel Aviv.

Nach den großen Unternehmen – wie beispielsweise VW, Bosch und Daimler – kommen nun auch die Mittelständler. So informiert sich aktuell etwa die CAS-Gruppe aus Karlsruhe über israelische Start-ups. Der Software-Hersteller hat mehr als 500 Mitarbeiter und hatte 2016 mehr als 55 Millionen Euro Umsatz. „Security, Smart Data und künstliche Intelligenz: Das sind die drei Bereiche, die uns interessieren“, sagt der Vorstandsvorsitzende der CAS Software AG, Martin Hubschneider, in Tel Aviv. „Das sind aus unserer Sicht auch die Stärken hier.“ Hubschneider bereist aktuell mit einer 80-köpfigen Wirtschaftsdelegation und dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann Israel.

Auf der Suche nach Entwicklern

Das Unternehmen hat eine Software-Plattform entwickelt, mit der Firmen ihre Kundenkommunikation und ihre allgemeinen Daten organisieren können. An dieses Programm können auch einzelne Apps angedockt werden. „Wir würden sehr gerne Start-ups finden, die dafür entwickeln, oder an denen wir uns beteiligen können“, sagt Hubschneider. Dabei gehe es etwa um Verschlüsselungstechniken.

„Israel ist bekannt für bahnbrechende Innovationen“, sagt der politische Ökonom Christian Thauer von der Hebräischen Universität in Jerusalem. Deutsche Unternehmen seien vor allem gut darin, erfolgreiche Produkte weiterzuentwickeln; aber nicht mehr unbedingt darin, sie zu erfinden. „Deutsche Firmen haben kapiert, dass sie diesen Zug nicht an sich vorbeifahren lassen können“, sagt Thauer. Israelische Start-ups bräuchten wiederum die deutschen Unternehmen, um ihre Entwicklungen auf einem großen Markt – wie Europa – zu vermarkten.

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck investierte 2012 in das Start-up Qlight Nanotech in Jerusalem und kaufte es 2015. Merck bietet unter anderem Flüssigkristalle für Bildschirme wie von Handys und Computern. Qlight Nanotech entwickelt ebenfalls Display-Materialien. „Was in Israel als Forschung stattfindet, deckt sich in vielen Bereichen mit dem, was wir machen“, sagt ein Merck-Sprecher. So seien die Israelis etwa auch gut in der Pharmaforschung.

Spezialist für autonomes Fahren

Volkswagen hat im Mai 2016 insgesamt 300 Millionen US-Dollar (rund 278 Millionen Euro) in die israelische Taxi- und Fahrtenvermittlungs-App Gett investiert. Mit der App können laut Volkswagen Menschen in mehr als 100 Städten Fahrten buchen. Außerdem hat der Konzern im Februar eine Partnerschaft mit dem Jerusalemer Automobilzulieferer Mobileye abgeschlossen, einem Spezialisten für Kameratechnik für automatisiertes Fahren. Der amerikanische Chip-Gigant Intel hat Mobileye vor zwei Wochen für 15,3 Milliarden Dollar übernommen – das größte Geschäft in der Geschichte der israelischen High-Tech-Branche.

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