Grenzkontrollen senken die Zahl der Einbrüche

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10.06.2016

Grenzkontrollen senken die Zahl der Einbrüche

Vorübergehende Kontrollen nach Attentaten von Paris im November schrecken ab: Polizei verzeichnet 60 Prozent weniger Fälle rund um Aachen .

Von Marlon gego

Aachen/Düren/Heinsberg. Während der Grenzkontrollen Ende vergangenen Jahres ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Aachener Region um mehr als 60 Prozent zurückgegangen. Das teilte der Leiter der Aachener Bundespolizei, Martin Hartmann, am Mittwochabend den Besuchern des Justizforums unserer Zeitung mit. Das für Stadt und Altkreis Aachen zuständige Polizeipräsidium errechnete gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Einbruchskriminalität während dieser Zeit um genau 63 Prozent gesunken war.

Kein Effekt im Kreis Düren

Die Bundespolizei hatte am 17. November, kurz nach den Attentaten von Paris, auf Anweisung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vier Wochen lang einen stationären Kontrollpunkt auf der A 44 zwischen belgisch-deutschem Grenzübergang und dem Autobahnkreuz Aachen eingerichtet. Obwohl der Kontrollpunkt leicht zu umfahren und auch nicht ständig besetzt war, erzielte die Bundespolizei erstaunliche Erfolge. Mehr als 240 Menschen, nach denen deutsche oder europäische Sicherheitsbehörden gefahndet hatten, wurden festgenommen, mehr als 40 Menschen gefunden, die per Haftbefehl gesucht wurden. Insgesamt hatte die Bundespolizei während der Kontrollen Diebesgut im Wert von 150 000 Euro sichergestellt.

Im Kreis Düren allerdings stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche während der Grenzkontrollen um fast 28 Prozent, im Kreis Heinsberg sogar um 70 Prozent. Melanie Mallmann, Sprecherin der Dürener Polizei, erklärte dies gestern mit „einem Verdrängungseffekt“. Die aus Holland und Belgien in die Region kommenden Einbrecher hätten wahrscheinlich einen kleinen Grenzübergang für Hin- und Rückweg gewählt und Aachen wegen der Kontrollen weiträumig gemieden, sagte Mallmann.

Bundespolizist Hartmann sagte, die Erfolge der Grenzkontrollen in Aachen zeigten, „welch wichtige Filterfunktion die Grenzen auch heute noch haben“. In der Diskussion um die Bekämpfung von Drogen-, Schleuser-, Rocker- oder Einbruchskriminalität werde „gebetsmühlenartig mehr Personal für die Kriminalpolizei gefordert“.

Wie wichtig aber „die Prävention durch effektive Überwachung der Grenzen“ sei, hätten die Kontrollen bewiesen, sagte Hartmann. Wegen der nach wie vor desolaten Personalsituation bei der Aachener Bundespolizei sei eine wirksame Überwachung der Grenzen aber kaum möglich.  ▶ Region

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