Kostensteigerungen Baumaßnahmen in Aachen

Die Halbwertzeit der Aussagen bezüglich “In aller Regel stimmt die städtische Kostenkalkulation” beträgt 24 Stunden, wenn ich die beiden Artikel lese. Hat die städtische Verwaltung sich ihre Zahlen schön gerechnet ? Es sieht für mich so aus! 

 

Sa, 27. Apr. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokaltitel Aachen / Seite 15

Bauverzögerungen lassen Kosten steigen

Centre Charlemagne schlägt nun schon mit mehr als 18 Millionen Euro zu Buche. Stadt sieht Generalplaner in der Verantwortung.

Von Gerald Eimer

Aachen. Eben erst hat die Stadt dargelegt, dass sie für ihre Bauvorhaben in aller Regel den vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen einhält, schon muss sie zugestehen, dass es auch Ausnahmen gibt. Ausgerechnet für das große Vorzeigeprojekt „Centre Charlemagne“ am Katschhof muss nun nochmals tiefer in die Tasche gegriffen werden. Dies hat das städtische Gebäudemanagement auf Nachfrage der „Nachrichten“ bestätigt.

Eine genaue Summe teilt die Stadt nicht mit, sie spricht lediglich von Kostensteigerungen im sechsstelligen Bereich. Noch müssten Schlussrechnungen und weitere Forderungen abgewartet werden. Nach „Nachrichten“-Informationen soll es jedoch um zusätzliche Kosten von mindestens 900 000 Euro gehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass für den Umbau des alten Verwaltungsgebäudes nachgelegt werden muss. Während bei der Vorlage der ersten Pläne im Jahr 2007 noch von rund zehn Millionen Euro die Rede war, liegen die Gesamtkosten nun offenbar schon bei über 18 Millionen Euro.

Zugleich musste der Fertigstellungstermin immer weiter nach hinten verschoben werden. Inzwischen muss die Stadt einen Verzug um mindestens ein Jahr vermelden. Allerdings befinde sich der Umbau jetzt in der Endphase, teilte die Stadt gestern mit. Die Restarbeiten an der Fassade und im Innenausbau seien in Kürze fertiggestellt. Die technischen Anlagen sollen bis zum Spätsommer installiert werden.

Insbesondere aus der deutlich längeren Bauzeit würden Planer und Baufirmen ihre zusätzlichen finanziellen Ansprüche ableiten, heißt es bei der Stadt. Sie ist jedoch zuversichtlich, sich das geforderte Geld beim beauftragten Generalplaner zurückholen zu können.

Die Gründe für die Bauzeitverlängerung seien vielfältig und müssten noch aufgearbeitet werden, sie seien jedoch nach dem Verursacherprinzip zu bewerten, heißt es auf Anfrage. Die Stadt ist der Auffassung, dass es zu „Planungs-, Überwachungs- und Baudurchführungsfehlern“ gekommen sei, die das beauftragte Unternehmen zu verantworten habe. Teils seien Mehrausgaben jedoch auch konjunkturbedingt bzw. auf lange Frostperioden oder unvorhergesehene Probleme zurückzuführen.

Die anfänglich bereits für diesen Sommer geplanten ersten Führungen durch das neue Centre Charlemagne und das sogenannte „soft opening“ wird es wohl nicht geben. Der offizielle Eröffnungstermin am 24. Januar 2014 sei jedoch nicht gefährdet, erklärt die Bauverwaltung ausdrücklich. Man arbeite „weiter auf Hochtouren, um die Baumaßnahme ins Ziel zu bringen“.

Das Centre am Katschhof soll Ausgangspunkt der „Route Charlemagne“ werden, die als neuer Touristenmagnet verschiedene Ausstellungen in historischen Bauten der Stadt miteinander verknüpfen soll – darunter bislang das Rathaus, das Zeitungsmuseum an der Pont-straße und die Archäologische Vitrine im Elisengarten. Später soll noch das Grashaus am Fischmarkt hinzukommen. Im Centre Charlemagne soll unter anderem eine stadthistorische Dauerausstellung präsentiert werden. Darüber hinaus sind wechselnde Events geplant, zu denen im Karlsjahr 2014 auch ein Beitrag zum großen Ausstellungs-Dreiteiler „Karl der Große. Macht Kunst Schätze“ (Juni-September) gehört.

 

Fr, 26. Apr. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokales / Seite 15

In aller Regel stimmt die städtische Kostenkalkulation

Verwaltung hat 47 Baumaßnahmen aus den letzten drei Jahren untersucht: Am Ende waren sie 750 000 Euro billiger als veranschlagt.

Aachen. Baumaßnahmen werden grundsätzlich teurer als ursprünglich geplant und dauern immer länger – das ist der Eindruck, der bei vielen Menschen vor dem Hintergrund der bundesweiten Berichterstattung über Großprojekte entstanden ist. Die Aachener Verwaltung wollte es genauer wissen und hat die örtlichen Hochbaumaßnahmen der letzten drei Jahre ab 100 000 Euro zusammengetragen und ausgewertet.

Das Ergebnis wurde jetzt im Betriebsausschuss Gebäudemanagement bekanntgegeben. Für die insgesamt 47 Maßnahmen in diesem Zeitraum wurden demnach vor Baubeginn 44 368 432 Euro eingeplant – nach Abschluss wurden jedoch nur 43 618 674 Euro tatsächlich bezahlt. „Wir haben also knapp 750 000 Euro weniger ausgegeben“, sagte Klaus Schavan, Leiter des Gebäudemanagements. Dabei gebe es sowohl „Ausrutscher nach oben als auch nach unten“, so Schavan. Die räumliche Erweiterung der Kindertagesstätte Brunssumstraße für Kinder unter drei Jahren verursachte Mehrkosten von rund 150 000 Euro (plus 44 Prozent), weil der zusätzliche Raumbedarf aufgrund der Grundstückssituation nur durch eine Aufstockung verwirklicht werden konnte. Dafür wurden andererseits aber auch knapp 80 000 Euro weniger für den Umbau der Gemeinschaftsgrundschule Vetschauer Straße ausgegeben als kalkuliert.

Teurer wurden die Maßnahmen in der Elsaßstraße, weil die Wärmedämmung erweitert wurde; auch in der im Jahr 1972 errichteten Grundschule Schwalbenweg wurden neben dem Austausch der alten, einfachverglasten Fenster gegen isolierverglaste Holz-Aluminium-Fenster weitere Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt, die zu Mehrausgaben führten. „Diese waren mit einer energetischen Verbesserung verknüpft“, so Schavan.

An anderer Stelle, zum Beispiel am Höfchensweg oder an der Grünenthaler Straße, konnten hingegen Ausgaben eingespart werden – „durch eine gute Projektsteuerung“, wie Schavan betont. „Die ist nur machbar mit einer guten Mannschaft.“

Mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket II konnten in den letzten Jahren viele Grundschulen und Kindertagesstätten auf einen modernen, energiesparenden Stand gebracht werden, was in Zukunft weitere Ausgaben spart, nämlich Energiekosten.

Bei den Bauzeiten musste insgesamt allerdings auch eine leichte Verzögerung in Kauf genommen werden: 181 Monate Gesamtbauzeit wurden kalkuliert, am Ende wurden es drei Monate mehr. „Wir haben beim Bauen im laufenden Betrieb Rücksicht genommen auf die Belange der Nutzer“, erklärte Schavan.

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