Polizei gelingt Schlag gegen Rockermilieu

Mi, 23. Dez. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Titel Aachen / Seite 1

Polizei gelingt Schlag gegen Rockermilieu

Vier Verdächtige in Aachen, Würselen, Düren und Bonn festgenommen. Weitere neun Mitglieder der Rockerclubs Bandidos und Hells Angels in Haft.

Von Gerald Eimer

Aachen. Den Aachener Ermittlungsbehörden ist offenbar ein weiterer Schlag gegen die Rockerkriminalität gelungen. Wie die Polizei gestern in Absprache mit der Staatsanwaltschaft mitteilte, konnten bereits am Montag vier Männer festgenommen werden, die dem Führungszirkel der Bandidos zugerechnet werden. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, Ende November zwei Besucher eines Lokals im Aachener Szeneviertel Pontstraße angegriffen und schwer verletzt zu haben.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um vier Männer im Alter zwischen 24 und 38 Jahren. Sie haben sich nach Angaben der Polizei widerstandslos an den Einsatzorten in Aachen, Würselen, Düren und Bonn festnehmen lassen. Wie es zu der Gewalttat in dem Aachener Lokal kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Eines der Opfer sei damals bis zur Bewusstlosigkeit getreten und geschlagen worden.

Der erfolgreiche Zugriff sei auch auf die Arbeit einer Ermittlungsgruppe zurückzuführen, die die Polizei bereits Anfang Oktober zur Bekämpfung der Rockerkriminalität gebildet hat. So befinden sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft neben den vier Festgenommenen schon neun weitere Verdächtige aus dem Rockermilieu in Haft. Sie sollen den rivalisierenden Rockergruppierungen MC Hells Angels und MC Bandidos angehören, die in den letzten Wochen und Monaten durch ihr Auftreten immer wieder große Angst und Verunsicherung in der Bevölkerung hervorgerufen haben. Mehrfach kam es dabei auch zu gewalttätigen und bewaffneten Auseinandersetzungen. Gegen zwei Festgenommene wurde bereits Anklage wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Widerstands und gefährlicher Körperverletzung erhoben.

Durch die jüngsten Festnahmen sieht Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach die gemeinsame Strategie der Ermittlungsbehörden bestätigt. „Im gemeinsamen Schulterschluss zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und der Stadt Aachen werden sämtliche rechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft, um wirkungsvoll und nachhaltig zu verhindern, dass sich kriminelle Rockerbanden in Aachen festsetzen“, so Weinspach. Dazu trage auch das in der vergangenen Woche durch die Stadt Aachen ausgesprochene Kuttenverbot bei. Ordnungskräfte können seitdem mit Platzverweisen oder Ingewahrsamnahmen auf das Auftreten in Rockerkutten in bestimmten Bereichen reagieren.

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