Rechte Szene in NRW immer gewalttätiger

 

Mo, 27. Feb. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Titel Aachen / Seite 1

Rechte Szene in NRW immer gewalttätiger

Zahl der Gewalttaten steigt 2011 um fast 23 Prozent – bundesweit sind es nur drei Prozent. Insgesamt 3000 Delikte verzeichnet.

Düsseldorf/Aachen. Die Zahl der Straftaten von Rechtsextremen ist in NRW sprunghaft gestiegen. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Düsseldorfer Landtag hervor, über die der „Spiegel“ berichtet. Demnach wurden 2011 in NRW fast 23 Prozent mehr rechtsgerichtete Gewaltdelikte verzeichnet als 2010 – im selben Zeitraum stieg die Zahl rechter Gewalttaten bundesweit nur um drei Prozent. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr zwischen Rhein und Ruhr mehr als 3000 Delikte verzeichnet, die dem rechten Spektrum zugerechnet werden.

Traurige Bekanntheit hat in diesem Zusammenhang inzwischen die Region Aachen erlangt: Die hiesige Szene gilt landesweit als besonders aktiv und gefährlich, neben der in den Städten Dortmund, Wuppertal, Siegen und Hamm. Die Zahl gewaltbereiter Neonazis mit hohem Mobilisierungsgrad ist hier besonders hoch. „Ich habe mir nie vorstellen können, dass hier rechte Schlägertrupps auftreten wie früher die SA“, sagte der Chef der Grünen-Landtagsfraktion, Reiner Priggen aus Aachen.

Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte, die NRW-Regierung nehme „den Höchststand an rechtsextremistischen Gewalttaten sehr ernst“. Jäger erinnerte in Düsseldorf an ein Acht-Punkte-Programm gegen Rechtsextremismus, das er im Dezember vorgelegt hatte. Unter anderem wurden im Zuge dieses Programms Sonderkommissionen bei der Polizei in Aachen, Dortmund, Wuppertal und Köln eingerichtet, die sich auf die regionale rechtsextreme Szene konzentrieren. „Die NRW-Polizei steht den Neonazis auf den Springerstiefeln“, unterstrich Jäger. „Ihre Gewalttaten werden konsequent verfolgt.“

So nimmt eine Sonderkommission mit Dienstsitz in Stolberg künftig die Szene in der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren und Heinsberg unter die Lupe. Sie war Ende vergangener Woche erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden. (mar/afp)

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