Autoknacker nehmen Polizisten auf die Motorhaube

Interessanter Artikel der Aachener Nachrichten – Stadtausgabe

Autoknacker nehmen Polizisten auf die Motorhaube
27-Jähriger hat Glück im Unglück und kommt mit leichten Verletzungen davon. Die Täter können in die Niederlande entkommen.

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09.04.2016

Autoknacker nehmen Polizisten auf die Motorhaube

27-Jähriger hat Glück im Unglück und kommt mit leichten Verletzungen davon. Die Täter können in die Niederlande entkommen.

Von Heiner Hautermans

Aachen. Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht zum Freitag im Stadtbezirk Haaren ab. Autoknacker, die von der Polizei auf frischer Tat ertappt wurden, nahmen einen Beamten aufs Korn und fuhren mit ihrem Wagen auf den 27-jährigen los. Der Streifenpolizist landete auf der Motorhaube, von der er sich herunterfallen ließ, als der Fahrer das Fluchtfahrzeug beschleunigte. Der Fahnder rollte sich ab und fiel zu Boden. Er wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Der spektakuläre Einsatz begann kurz nach Mitternacht, als Anwohner im Ortskern bemerkten, dass sich Dunkelmänner an einem VW Golf zu schaffen machten, der an der Ecke Haarener Gracht/Bogenstraße geparkt war, und ein Türschloss aufbrachen. Der Zeuge verständigte die Polizei und machte die Leitstelle auch auf einen Wagen mit Heinsberger Kennzeichen aufmerksam, mit dem die Autoknacker offenbar zum Tatort gekommen waren. Die herbeigerufene Streife entdeckte in der Tat in der Nähe den blauen BMW, dessen Nummernschild sich später als gestohlen herausstellte – der Wagen stand in Sichtweite.

Der Streifenwagen bewegte sich in die Richtung des vermutlichen Täterfahrzeugs, der 27-jährige Polizist stieg aus und ging auf den BMW zu, die Beifahrertüre des Streifenwagens stand offen. Der BMW fuhr daraufhin in Richtung des Beamten los und erfasste ihn, während er noch beschleunigt wurde. Der Beamte landete so auf der Motorhaube, wo er sich festhalten konnte, sich dann aber abrollte, als der BMW schnell in Richtung Krefelder Straße gesteuert wurde. Der 27-Jährige fiel auf die Fahrbahn, hatte aber noch Glück im Unglück: Er kam mit Prellungen davon. Die Beifahrertüre des Streifenwagens wurde dabei leicht beschädigt.

Die Polizei leitete sofort eine Fahndung nach dem blauen BMW ein, der aber mit hoher Geschwindigkeit zur Krefelder Straße und dort auf die Autobahn Richtung Heerlen gelenkt wurde. Am Grenzübergang Vetschau verloren die Verfolgerfahrzeuge jedoch den Sichtkontakt zu dem Fluchtfahrzeug.

Weil es sich um ein Kapitaldelikt handelt, hat die Staatsanwaltschaft Aachen den Fall übernommen. Sie ermittelt nun wegen versuchten Totschlags. Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts: „Wir suchen den BMW, die grenzüberschreitenden Ermittlungen sind in vollem Gange. So schnell geben wir nicht auf.“ Allerdings müssten nun erst einmal die Vernehmungen aller Beteiligten erfolgen.

„Die grenzüberschreitenden Ermittlungen sind in vollem Gange. So schnell geben wir nicht auf.“

Katja Schlenkermann-Pitts, Staatsanwältin

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