Brutale Räuber erbeuten Handys in Serie

Di, 2. Sep. 2014
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokaltitel Aachen / Seite 15

Brutale Räuber erbeuten Handys in Serie

Nicht weniger als neun Überfälle innerhalb relativ kurzer Zeit. Polizei sieht einige Zusammenhänge und setzt Sonderstreifen an.

Aachen. Eine Bande junger Männer zieht marodierend durch Aachen und überfällt vor allem Nachtschwärmer, denen gewaltsam Handys und Bargeld gestohlen wird. So ereigneten sich am Wochenende innerhalb kurzer Zeit nicht weniger als neun Raubüberfälle in der Innenstadt und im Hochschulviertel. Die nahe beieinander liegenden Tatorte, die Begehungsweise und die Anzahl der Täter sprachen dafür, dass die räuberischen Attacken von denselben jungen Leuten verübt wurden. Polizeisprecher Werner Schneider: „Wir prüfen die Zusammenhänge, aber das muss man sich im Detail angucken.“ Dabei wurde ein hohes Aggressionspotenzial gezeigt.

So verlangten am Samstagmorgen gegen 3.10 Uhr vier Unbekannte von einem Mann die Herausgabe seines Handys. Vor einem Internetcafé an der Kurhausstraße bedrohten sie ihn mit einem Messer. Weil der Bedrohte dieser Forderung dennoch nicht nachkam, schlug ein Täter ihm mit der Faust gegen den Kopf und zog anschließend sein Handy aus der Hosentasche. Dann flüchteten die vier Räuber in Richtung Blondelstraße. Das Opfer verfolgte die Tätergruppe zunächst, verlor sie dann jedoch aus den Augen. Das Opfer beschrieb die vier Täter als Jugendliche südländischer Herkunft, mit dunklen Haaren und dunkler Kleidung. Während der Tat sollen sie sich in arabisch klingender Sprache unterhalten haben. Eine sofortige Fahndung verlief ohne Erfolg.

Geld für Döner geliehen

Gegen 7 Uhr der nächste Überfall von drei Tätern auf einen 28-jährigen Mann im Bereich der Antoniusstraße, entwendet wurde Bargeld. Einige Zeit zuvor hatten offenbar dieselben Personen ihn um Geld für einen Döner angebettelt, was dieser ihnen auch gab. Dabei sahen sie, wo der 28-jährige sein Geld in der Kleidung aufbewahrte, und warteten einen günstigen Augenblick ab, um ihn auszurauben. Das Opfer wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Der Mann beschreibt die Täter als etwa 30 Jahre alt, 1,60, 1,70 und 1,80 Meter groß, vermutlich türkischer Herkunft.

Gut eine halbe Stunde später überfielen vier Täter einen Mann in der Straße Bädersteig (nahe Büchel). Zunächst wurde er von der Personengruppe angegangen und zusammengeschlagen. Dabei entwendeten die Täter etwa 400 Euro Bargeld. Das Opfer wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Gegen 22 Uhr der nächste Fall, wieder ging es um ein Handy. Dabei wurde ein 28-Jähriger im Bereich Lütticher Straße von zwei Männern mit Schlägen bedroht und zur Herausgabe des Handys genötigt. Das Opfer blieb unverletzt.

Gegen 23.30 Uhr am Bushof war ebenfalls das Handy Ziel eines Räubers. Dieser riss einem 15-Jährigen das Handy aus der Hand und flüchtete. Das jugendliche Opfer verfolgte den Täter und versuchte ihn zu stellen. Dabei wurde er noch von einem Faustschlag getroffen, blieb zum Glück jedoch unverletzt. Der Täter konnte entkommen.

Am frühen Sonntagmorgen war ein 23-jähriger Aachener in der Junkerstraße Opfer eines Überfalls. Nach seinen Angaben ging er gegen 4.20 Uhr auf dem Templergraben in Richtung Karlsgraben, als er von drei Männern von hinten festgehalten, gewürgt und geschlagen wurde. Anschließend raubten die Täter seine Geldbörse, sein Handy und flüchteten. Das Opfer erlitt eine blutende Wunde über dem rechten Auge und am Kopf. Ein vorbeikommender Passant kümmerte sich um ihn und verständigte die Polizei. Da der Mann über akute Schwindelgefühle klagte, wurde er ins Krankenhaus gebracht. Ein Täter soll ca. 1,90 groß gewesen sein. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief ohne Erfolg.

Wenig später, gegen 6 Uhr, überfielen dann zwei Täter einen Mann in der Wilhelmstraße und erbeuteten eine Geldbörse. Der Überfallene beschreibt die geflüchteten Täter als dunkelhäutig.

Ziel eines Raubes wenige Minuten später waren Geldbörse und Handy. Dabei wurde ein 31-Jähriger in der Lothringer Straße von zwei dunkelhäutigen Tatverdächtigen angegangen und zu Boden geworfen. Mit dem Raubgut flüchteten sie anschließend. Das Opfer blieb unverletzt. Ebenfalls von mehreren Tatverdächtigen wurde ein Mann gegen 6.05 Uhr in der Monheimsallee, Nähe Quellenhof, beraubt. Zunächst hatten die Täter das Opfer nach einer Zigarette gefragt, ihn dann zusammengeschlagen und sein Bargeld geraubt. Anschließend flüchteten sie.

Auch in Zivil

Nach Auskunft von Sprecher Schneider ist die Anzahl der von Jugendlichen verübten Raubüberfälle bis Mitte des Jahre zurückgegangen. Auf die jetzige Häufung werde man mit verstärkten Einsätzen reagieren – auch in Zivil. (hau)

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