Der neunte Räuber ist gefasst: 15-Jähriger muss in U-Haft

Fr, 10. Okt. 2014
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokaltitel Aachen / Seite 13

 

Intensivtäter raubte Bekanntem Handy und Portemonnaie. Sieben Festgenommene auf freien Fuß gesetzt. „Nicht in Gefahr bringen.“

Aachen. Der Aachener Polizei ist es gelungen, einen weiteren mutmaßlichen jungen Räuber aus dem Verkehr zu ziehen. Die Gesamtzahl gefasster Straftäter ist damit auf neun gestiegen, zwei davon sitzen in Untersuchungshaft, der Rest wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Entscheidung, ob die Festgenommenen dem Haftrichter vorgeführt würden, liege bei der Staatsanwaltschaft, erklärt Sprecherin Sandra Schmitz: „Wir haben ja den Verdacht, dass sie für mehr Überfälle in Frage kommen könnten. Die Taten müssen ihnen aber nachgewiesen werden.“

Am Montagabend gegen 20 Uhr hatte ein Jugendlicher einem 19- jährigen Stolberger Geld und Handy in der Nähe des Elisenbrunnens geraubt. Der Täter war dem Opfer vom Sehen bekannt und sprach ihn zunächst an. Dann zückte er ein Messer und verlangte sein Handy und die Geldbörse. Als der 19-Jährige die Wertsachen herausgegeben hatte, verlangte der Räuber noch die Bankkarte, die der Stolberger am folgenden Tag mitbringen sollte. Erst am Dienstagmorgen zeigte der 19-Jährige den Raub bei der Polizei an und erklärte, dass ihn der Bekannte am Nachmittag vermutlich wieder am Tatort erwarten werde.

Die Ermittler legten sich zur vereinbarten Zeit auf die Lauer. Mit Erfolg: Als Tatverdächtiger erwies sich ein 15-Jähriger, ein der Polizei hinlänglich bekannter jugendlicher Intensivtäter aus Aachen. Er wurde vorläufig festgenommen und bestreitet die Tat vom Montag. Jetzt wird geprüft, ob der Jugendliche für weitere Raubdelikte aus der jüngsten Vergangenheit in Frage kommt. Die Aachener Staatsanwaltschaft ordnete die Vorführung des Tatverdächtigen bei einem Haftrichter an. Dieser erließ einen Haftbefehl, so dass zumindest dieser Täter in naher Zukunft keine Raubüberfälle in der Stadt mehr verüben kann.

Mit offenen Augen

Die Polizei ruft in diesem Zusammenhang noch einmal dazu auf, dass sich Opfer und Zeugen von Überfällen möglichst sofort nach dem Geschehen unter der Notrufnummer 110 bei der Polizei melden sollten. Nur so können die Einsatzkräfte zeitnah mit der Fahndung nach den Tätern beginnen und dabei Erfolge erzielen.

Die Ordnungshüter begrüßen auch Initiativen im Internet, die die Bevölkerung sensibilisieren. Schmitz: „Wir wollen, dass die Leute mit offenen Augen durch die Stadt gehen und verdächtige Personen zeitnah melden.“ Allerdings warne man davor, selbst als Bürgerwehr auf Streife zu gehen, möglicherweise auch noch bewaffnet, und sich selbst in Gefahr zu bringen: „Das wollen wir nicht.“(hau)

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