Die Jugendkriminalität geht zurück, Einbrüche nehmen zu

Di, 11. Mär. 2014
Aachener Nachrichten – Stadt / Titel Aachen / Seite 1

Die Jugendkriminalität geht zurück, Einbrüche nehmen zu

Die Zahl der Straftaten in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr unter die Marke von 1,5 Millionen gesunken

Von Johannes Nitschmann

Düsseldorf. Die Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt in Nordrhein-Westfalen dramatische Ausmaße an. Im vergangenen Jahr wurden an Rhein und Ruhr insgesamt 54 953 Einbrüche in Häuser und Wohnungen registriert, teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) gestern in Düsseldorf mit. Die Aufklärungsquote habe nahezu unverändert bei nur 13,6 Prozent gelegen. „Wir wollen in Zukunft besser werden“, versicherte Jäger. Die Aufklärungsquote sei nicht zufriedenstellend.

Insgesamt ging die Kriminalität im bevölkerungsreichsten Bundesland im Jahre 2013 um 2,5 Prozent zurück, während die Wohnungseinbrüche landesweit um 1,5 Prozent anstiegen. Die Jugendkriminalität sank sogar um fünf Prozent, auch die Zahl der Gewalttaten ging zurück. Insgesamt konnte nur jede zweite Straftat (48,9 Prozent) aufgeklärt werden

Von den 5284 ertappten Einbrechern kamen laut Kriminalstatistik 2.057 aus 21 ausländischen Nationen. Dies sei die höchste Zahl der aus dem Ausland registrierten Straftäter in den letzten 30 Jahren, erklärte Jäger. Organisierte Einbrecherbanden nutzten die dichte Verkehrsinfrastruktur mit den vielen Autobahnen und Fernverkehrsstraßen in den Ballungsgebieten, um Wohnungseinbrüche zu begehen und „mit ihrer Beute schnell zu verschwinden“. In den letzten fünf Monaten seien 72 Intensivtäter verhaftet worden, auf deren Konto alleine 2057 Einbrüche gingen. In vier von zehn Einbruchsfällen bleibe es beim Versuch, betonte der Innenminister. Dies zeige, wie wichtig eine gute Sicherung der eigenen vier Wände sei.

Der Schwerpunkt der Wohnungseinbrüche verlagert sich nach Einschätzung von Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann immer mehr von ländlichen Regionen in urbane Gebiete. Selbst Sozialwohnungen seien der Ziel der Einbrecherbanden.

Aachen und Städteregion: Durchwachsene Bilanz

Eine durchwachsene Bilanz des abgelaufenen Jahre präsentierte der Aachener Polizeipräsident Klaus Oelze. Die Gesamtkriminalität in Aachen und der Städteregion ging um 4,4 Prozent auf knapp 52 000 Taten zurück, davon wurden mehr als 30 000 Delikte in Aachen verübt. In der Stadt Aachen liegt die Verbrechenshäufigkeit mit 11 700 Taten pro 100 000 Einwohnern deutlich höher als in Eschweiler (9300). Stolberg (6100) oder Monschau/Simmerath/Roetgen (3100). Zugenommen haben die Wohnungseinbrüche (fast 2200), soviel wie seit zehn Jahren nicht. Rückläufig ist die Straßen- und Gewaltkriminalität. (an)

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