Eine üble Entgleisung, die wahrscheinlich Folgen hat

Interessanter Artikel der Aachener Nachrichten – Stadtausgabe

Im Fußballspiel der Kreisliga C zwischen dem USC Aachen und dem SV Horbach soll es zu einem bösen Zwischenfall gekommen sein

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24.05.2016

Eine üble Entgleisung, die wahrscheinlich Folgen hat

Im Fußballspiel der Kreisliga C zwischen dem USC Aachen und dem SV Horbach soll es zu einem bösen Zwischenfall gekommen sein

Aachen. Der Zwischenfall ist so heftig, dass Heinz Friedemann am Montag den Staffelleiter der Fußball-Kreisliga C, Gruppe 1, schriftlich darüber in Kenntnis setzte. Friedemann ist Trainer des SV Horbach, der am Sonntag beim USC Aachen zu Gast war, einem Verein, „von dem man so etwas überhaupt nicht gewohnt ist“, fand Friedemann respektvolle Worte für den gastgebenden Klub.

Nur einer in dessen Reihen scheint während des Spiels völlig die Contenance verloren zu haben, beschimpfte, so ist es auf der Facebook-Seite des SV Horbach zu lesen, einen Horbacher, der einen Gegenspieler gefoult hatte, „mit ungeheuerlichem antisemitischen Hintergrund“. Das konkrete Zitat, mit dem der USC-Akteur den Spieler „bedachte“, soll, so haben es mehrere Spieler gehört, übelste nationalsozialistische Verbal-Injurien zum Inhalt gehabt haben. Der Unparteiische hatte dies offenbar nicht mitbekommen, vermerkte diesen Zwischenfall nämlich nicht in seinem Spielbericht.

Friedemann: „Beschimpfungen sind ja heutzutage leider fast normal. Aber mit einer solchen Aussage, die da gefallen ist, bin ich noch nie konfrontiert worden.“ Staffelleiter René Stoll kündigte an, dass er, sobald ihm der Bericht des SV Horbach zugegangen ist, den Vorfall an die Spruchkammer des Fußballkreises weiterleiten werde. „Möglicherweise wird er auch an die Verbandsspruchkammer gehen“, sagte Stoll.

Auf die konkrete Formulierung des Aachener Spielers wird auf der Horbacher Facebook-Seite bewusst verzichtet: „Diese Aussage an dieser Stelle zu wiederholen, verbietet neben einem gesunden Menschenverstand alleine der Respekt gegenüber den Opfern des größten Verbrechens der Menschheit“, steht dort zu lesen. Und: „Die Tatsache, dass eine solche Aussage an keiner Stelle und zu keiner noch so frustrierenden Situation Platz hat, sollte eine Selbstverständlichkeit darstellen.“

Der Versuch einer Entschuldigung des Spielers nach dem Abpfiff endete „mit der Aussage, dass er darüber nachdenken müsse, ob er seine getätigten Meinungen zurücknehmen könne“, schreibt der SV weiter. Und selbstkritisch wird angemerkt: „Auch wir vom SV Horbach haben nicht entschieden gehandelt und hätten geschlossen den Platz verlassen müssen.“

Der betreffende Spieler des USC Aachen war am Montag nicht zu erreichen. Sein Teamkollege und Vorstandsmitglied Lennard Koch, der den Vorgang bestätigte, sagte aber auf Anfrage: „So etwas tolerieren und akzeptieren wir selbstverständlich nicht. Der Spieler ist freigestellt. Es ist sehr schade und traurig, was da passiert ist.“

PS: Als es zu der verbalen Entgleisung kam, stand es 4:0 für den USC, der die Begegnung am Ende deutlich mit 5:0 gewann. Aber das Ergebnis spielt nicht mal eine Nebenrolle. (wp)

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