Erhöht Frust der Bürger

Interessanter Artikel der Aachener Nachrichten – Stadt

Erhöht Frust der Bürger

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LESERBRIEFE

13.12.2017

Erhöht Frust der Bürger

Zu unserem Bericht „Neuausrichtung der Abfallwirtschaft erfüllt Erwartungen“ (Ausgabe vom 22. November) merkt Toni Glöckler an:

Die Neuausrichtung der Abfallwirtschaft erfüllt Erwartungen der Verwaltung, nicht der Bürger. Wie zu erwarten, lobt die Verwaltung ihr neues Konzept der Abfallwirtschaft, und die Politiker der Mehrheitsfraktionen stimmen unisono zu. Was die Bürger dazu sagen, bleibt unausgesprochen. Ein Bürgerbegehren, das sich gegen das neue Abfallkonzept wandte, bleibt in dem Artikel natürlich unerwähnt. An neue Behältergrößen, andere Abfuhrrhythmen und an ein Mindestvolumen für die Restmülltonne haben sich viele Aachener nicht gewöhnt.

Im Einzelnen: 1. Die Restmülltonne ist vor allem in den Einfamilienhäusern, wo sorgfältig getrennt wird, mittlerweile überdimensioniert. Kamen früher Familien mit fünf Personen noch locker mit einer 60-Liter-Tonne aus, bekommt heute ein Fünf-Personen-Haushalt eine 120-Liter-Restmülltonne bei monatlicher Leerung vorgeschrieben. Die Durchschnittsmengenberechnung der Verwaltung berücksichtigt nicht mehr, dass unterschiedliche Abfallmengen je nach Gewohnheit und Trenngebaren anfallen können.

2. Der Schwund beim Bioabfall kann auch andere Gründe als die angeführten haben. Wer einmal im Sommer in die grünen Tonnen gesehen hat, der wird nach einer Woche schon viele Maden in den Tonnen erblickt haben. Nach zwei Wochen mochte man die Tonne schon gar nicht mehr öffnen. Vor der neuen Abfallsatzung dachte die Verwaltung noch an die Gesundheit der Bürger und vor allem der Mitarbeiter (Maden, Geruchsbelästigung, Schimmelpilze, Bakterien etc.). Hat das, was Jahrzehnte Gültigkeit hatte, keine Bedeutung mehr?

Mittlerweile dürften auch immer mehr Essensreste wegen der oben dargestellten Belästigung in Zeitungspapier eingewickelt werden, was den zu erwartenden Kompost in der Kompostieranlage noch stärker verunreinigt.

Viele Bürger stecken mittlerweile ihren Bioabfall aus oben genannten Gründen in die Restmülltonne, weil diese sowieso überdimensioniert ist, wie ich oben schon geschrieben habe; und Essensreste an den Annahmestellen für Grünabfälle abzugeben, ist eigentlich untersagt.

3. Die Erhöhung der Sperrmüllgebühr hat meines Erachtens dazu geführt, dass mehr Sperrmüll anderweitig entsorgt wird, wie der Artikel ja auch bestätigt. Die angekündigte Öffentlichkeitsarbeit kostet wieder Zeit und Geld und wird die Wildentsorger vermutlich nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Außerdem dienen die häufigeren Privatfahrten zum Recyclinghof nicht gerade der Umwelt.

An diesen drei Beispielen sei
exemplarisch aufgezeigt, dass die neue Abfallsatzung, die seit einem Jahr gültig ist, bei weitem nicht die Erwartungen der Bürger erfüllt.

Dass das kurzfristige Einsparpotenzial (ein Fahrzeug weniger) von der Verwaltung bejubelt wird, nicht aber die Bedürfnisse der Bürger berücksichtigt werden, wird den Frust der Bürger über Verwaltung und Politik noch erhöhen.

Leider haben von den großen Parteien in Aachen nur die Grünen der neuen Abfallsatzung nicht zugestimmt. Man darf gespannt sein, wie sich das bei den nächsten Kommunalwahlen auswirken wird.

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