Kritik an der Bezirksregierung: Pipeline würde Indetal zerstören

Interessanter Artikel der Aachener Nachrichten – Stadt

Kritik an der Bezirksregierung: Pipeline würde Indetal zerstören
Erneute Infoveranstaltung in Brand. Stadt will notfalls gegen Köln klagen.

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06.05.2017

Kritik an der Bezirksregierung: Pipeline würde Indetal zerstören

Erneute Infoveranstaltung in Brand. Stadt will notfalls gegen Köln klagen.

Von Wolfgang Schumacher

Aachen. Rund 600 Menschen kamen im März zur Informationsveranstaltung in das Pfarrzentrum in Brand. Das Thema „Zeelink“, der ins Auge gefasste Bau einer Gas­leitung durch den Brander Wald und das Indetal war ein echtes Zugpferd. Jetzt trafen sich die Vertreter des Brander Bürgervereins im Brander Bahnhof, um den Boden für eine neuerliche Infoveranstaltung mit dem Thema „Keine Pipeline im Brander Indetal“ zu ebnen.

Der Brander Bürgerverein und die Initiative zum Schutz des Indetals laden für Freitag, 12. Mai, in die räumlich größere Aula der Brander Gesamtschule in der Rombachstraße ein. „Schön wäre eine Zahl von um die 1000“, nannte Sprecherin Marianne Krott eine Hausnummer für die Versammlung, zu der wieder der Projektleiter Franz-Josef Kißling des Konzerns Open Grid Europe (OGE) anreisen wird.

Die Initiative gegen die Zerstörung des Naturschutzgebietes Indetal hatte sich Verstärkung geholt in Gestalt des städtischen Baudezernenten Werner Wingenfeld, der nochmals das von der Kölner Bezirksregierung eröffnete Raumordnungsverfahren kritisierte. Denn die Kölner hatten die von der Stadt Aachen befürwortete und bereits seit 2008 planerisch koordinierte Trasse entlang eines Stücks der Autobahn 44 verworfen und den Bau einer 30 Meter breiten Trasse durch das Naturschutzgebiet empfohlen, so wie es OGE ursprünglich wollte. Notfalls werde die Stadt klagen, wenn man im Planfeststellungsverfahren sei.

Naturschützer Paul Goebbels machte noch einmal klar, dass das seit 2002 ausgewiesene Naturschutzgebiet unwiederbringlich kaputtgemacht würde, falls die ursprünglichen OGE-Pläne verwirklicht würden. So seien die vielen alten Obstbäume dann einfach weg, und neue könnten nicht gepflanzt werden, da auf einer solchen Pipeline keine Gewächse mit tiefem Wurzelwerk stehen dürften.

Der Vorsitzende des Brander Bürgervereins, Wolfgang Müller, machte deutlich, dass man eine gemeinsame Lösung suche, Ziel sei nicht eine Generalverweigerung gegenüber Zeelink. Für die Stadtverwaltung sprechen am kommenden Freitag (Beginn 18.30 Uhr) Elmar Wiezorek (Fachbereich Umwelt) und Niels-Christian Schaffert (Stadtentwicklung), Heiner Höfken für den Regionalrat des Regierungsbezirks. Die Bezirksregierung selbst hat jedoch noch keinen Teilnehmer benannt. Weitere Diskutanten sind Harald Baal (Planungsausschuss der Stadt) und Staatssekretär Thomas Griese.

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