Alle vier Minuten Einbruch in Wohnraum

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Mo, 14. Mai. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Aus aller Welt / Seite 6

Alle vier Minuten Einbruch in Wohnraum

Die Kriminalitätskurve zeigt erstmals seit Jahren wieder nach oben. Frankfurt/Main die unsicherste Stadt.

Berlin. In Deutschland wird alle vier Minuten in eine Wohnung oder ein Haus eingebrochen. Das geht laut „Welt am Sonntag“ aus der neuen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor. Danach stieg die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle im vergangenen Jahr um 9,3 Prozent auf 132 595. Das ist dem Bericht zufolge der höchste Wert seit zehn Jahren.

Die Aufklärungsquote habe dagegen lediglich 16,2 Prozent betragen. Auch die Gesamtkriminalität sei 2011 erstmals wieder gestiegen – nachdem sie sechs Jahre lang beständig zurückgegangen war. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will die Kriminalstatistik am Mittwoch in Berlin vorstellen.

Vor allem der Diebstahl elektronischer Geräte wie Laptops und Smartphones führt demnach dazu, dass auch die Schadenssummen neue Spitzenwerte erreichen. Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sagte dem Blatt: „Insgesamt zahlten die deutschen Hausratversicherer rund 430 Millionen Euro, ein Plus gegenüber 2010 von 23 Prozent und so viel wie zuletzt vor 13 Jahren.“ Der Verband beziffert die Schadenssumme auf 3050 Euro pro Einbruchsopfer.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, forderte die Innenministerkonferenz auf, eine „kon- zertierte Aktion“ gegen Wohnungseinbrüche zu beschließen. „Deutschland entwickelt sich zum Paradies für Einbrecher“, sagte er der Zeitung.

Die Kriminalstatistik weist dem Bericht zufolge insgesamt 5,99 Millionen von der Polizei erfasste Straftaten aus. Das sei ein Zuwachs um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich sei die Aufklärungsquote von 56,0 auf 54,7 Prozent gesunken.

2,4 Millionen Diebstähle

Die Diebstahldelikte haben laut „Welt am Sonntag“ mit 40,1 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkriminalität. Registriert wurden demnach 2,4 Millionen Diebstähle, ein Plus von 4,4 Prozent. Der Fahrraddiebstahl habe um 7,2 Prozent auf 328 748 Fälle zugenommen, der Diebstahl in und aus Kraftfahrzeugen (Airbags, Navigationsgeräte, Radios) um 2,2 Prozent auf 242 563 Fälle. Der Taschendiebstahl sei um 16 Prozent auf 120 790 Fälle gestiegen.

Das sicherste Bundesland ist wieder Bayern, wo es laut Zeitung im Vergleich die wenigsten Straftaten (4969 pro 100 000 Einwohner) gab. Dahinter folgt demnach Baden-Württemberg (5420). Das unsicherste Land bleibe Berlin (14 286), gefolgt von den anderen beiden Stadtstaaten Bremen (14 077) und Hamburg (12 812). Die sicherste Stadt sei München (7564 Verbrechen pro 100 000 Einwohner), die unsicherste Stadt Frankfurt/Main (16 137).(dpa)

Kriminalitätsbericht: Rekord an politisch motivierten Straftaten

SPIEGEL ONLINE, 11.05.2012

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Kriminalitätsbericht: Rekord an politisch motivierten Straftaten

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Pro Tag werden in Deutschland mehr als 80 politische Straftaten begangen. Besonders die Zahl fremdenfeindlicher Gewalttaten ist laut Kriminalitätsbericht des Innenministeriums 2011 deutlich angestiegen.

Minister Friedrich sieht dennoch den islamistischen Terror als größte Gefahr.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,832599,00.html

Raketenabwehr:Russland droht Nato mit Angriff

Und einem solchen Subjekt wie dem russische Generalstabschef, der uns mit Krieg droht, soll das Recht, Deutschland bei einem Angriff zu verteidigen, eingeräumt werden? Solche Subjekte nennt man Kriegstreiber.   

SPIEGEL ONLINE, 04.05.2012

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Nato-Raketenschild: Merkel weist russische Drohungen zurück

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Die Pläne der Nato für einen Raketenschild irritieren Moskau: Der russische Generalstabschef drohte mit einem Angriff auf die Anlagen des Militärbündnisses. Kanzlerin Merkel und Nato-Chef Rasmussen wiesen die Äußerungen zurück. Die Bedenken seien nicht gerechtfertigt.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,831392,00.html

 

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Sa, 5. Mai. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Raketenabwehr:Russland droht Nato mit Angriff

Moskau. Im Streit mit der Nato und den USA um eine geplante US-Raketenabwehr in Europa hat Russland seine strikte Ablehnung bekräftigt. Moskau werde keinem Land ein Abwehrsystem erlauben, welches das strategische Gleichgewicht stören könnte, sagte Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin nach Angaben der Agentur Ria Nowosti gestern in Reutow. Rogosin bezeichnete das US-Projekt als „Illusion“. Am Vortag hatte Russland mit einem möglichen Präventivschlag auf Anlagen gedroht, sollten die USA das System im Alleingang umsetzen.

In der geplanten Form werde das US-Projekt nicht verwirklicht, „welches Geld auch immer hineingepumpt werden mag“, betonte Rogosin. Vize-Nato-Generalsekretär Alexander Vershbow sprach sich unterdessen in Moskau für weitere Verhandlungen aus. „Wir wollen, dass Russland in der Frage der Raketenabwehr ein vollberechtigter Partner ist. Ich denke immer noch, dass das erreichbar ist. Russland ist kein Feind.“(dpa)

Protest gegen rechte Propaganda: Salafisten greifen Polizisten an

FOCUS Online, 01.05.2012, 16:10

Protest gegen rechte Propaganda: Salafisten greifen Polizisten an

Bei einer islamfeindlichen Aktion hat die rechtsextreme Splitterpartei Pro NRW mit den umstrittenen Mohammed-Karikaturen provoziert. Salafisten demonstrierten dagegen. Dann eskalierte die Situation.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie unter der URL http://www.focus.de/politik/deutschland/protest-gegen-rechte-propaganda-salafisten-greifen-polizisten-an_aid_745680.html

Kampf gegen Frankenstärke: Schweizer Zentralbank mit Milliardenverlust

FOCUS Online, 30.04.2012, 09:23

Kampf gegen Frankenstärke: Schweizer Zentralbank mit Milliardenverlust

Mit aller Macht stemmt sich die Schweizer Nationalbank gegen eine weitere Aufwertung des Frankens zum Euro. Mit ihrem Kurs ist sie erfolgreich – allerdings führt er zu einem gewaltigen Quartalsverlust.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie unter der URL http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/kampf-gegen-frankenstaerke-schweizer-zentralbank-mit-milliardenverlust_aid_745132.html

Für all die, die zurück zur D-Mark wollen. Dies kann niemand auf die Dauer bezahlen!

Die Gegner der Campusbahn machen mobil

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Do, 26. Apr. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokales / Seite 21

Die Gegner der Campusbahn machen mobil

Bürgerinitiative stellt im Brander Stier vor knapp100 Sympathisanten ihre Pläne für ein Bürgerbegehren gegen das Millionenprojekt vor

Von Christopher Gerards

Aachen. Zunächst müsse man mal über den Namen des Projekts sprechen, fand ein Besucher aus Forst. Darüber, warum die Campusbahn eigentlich Campusbahn heißt, und nicht Stadtbahn. Einen Trick der PR-Menschen vermutete er, „damit die Wahrnehmung im Südraum möglichst klein bleibt“ – weil der Campus ja ein gutes Stückchen entfernt liegt, im Aachener Norden.

Nun ist das Projekt trotz vermeintlicher Sprachregelungen in den Aachener Süden durchgedrungen, das wurde am Dienstagabend deutlich: Im Restaurant Brander Stier trafen sich rund 100 Menschen zu einer Infoveranstaltung, die die Bürgerinitiative „Campusbahn – Größenwahn“ aufs Gleis gehoben hatte. Teils emotional wetterte das Publikum gegen die Bahn, Befürworter der High-Tech-Tram waren in der Minderheit. Erreicht die Campusbahn ihre Endstation vor Baubeginn?

Die von der Stadt und einer breiten politischen Mehrheit befürwortete Bahn soll bekanntlich ab 2019 zwischen dem Campus Melaten (Uniklinik) und Brand verkehren. Im ersten Abschnitt soll eine zwölf Kilometer lange Strecke gebaut werden, gesäumt von 20 Haltestellen. Für die Erstinvestition sind Kosten in Höhe von rund 230 Millionen Euro veranschlagt. Ohne Zuschüsse aus Fördertöpfen des Bundes und der EU ist das Projekt nicht zu stemmen – dennoch müsste die Stadt nach Schätzungen der Bürgerinitiative mindestens 110 Millionen Euro beisteuern – hinzu kämen die jährlichen Betriebskosten von 4 bis 6,5 Millionen Euro.

Das sei zu viel, schimpfen die Gegner. „Und wenn die Kosten aus dem Ruder laufen, wird das aus der Stadtkasse bezahlt. Da geht die Stadt ein zu großes Risiko ein“, meinte ein Mann aus dem Publikum.

Man müsse auch an die Einzelhändler an der Trierer Straße denken, sagte ein anderer. Werde die Campusbahn gebaut, würde die eben erst fertiggestellte Straße wieder aufgerissen – und damit die Kundschaft vergrault.

Staus und ihre Folgen

Auch mit Staus müsste verstärkt gerechnet werden, weil die Trierer Straße in jeder Richtung einspurig werde. Wie kommt da die Feuerwehr durch, wollte eine junge Frau wissen. Schon geht die Befürchtung um, dass Autofahrer bei Staus in die Wohngebiete ausweichen könnten, was die Lebensqualität der Anwohner dort senke. „Der Grauenhofer Weg als grauenhafter Weg“, murmelte ein Mann.

Unterdessen gab ein Befürworter der Bahn zu bedenken: „Der Anschluss an Melaten ist doch wichtig für Brand, wegen der Arbeitsplätze, die dort entstehen.“ Aber auch das bezweifelten die Kritiker des Bahn-Projekts: Entstehen da überhaupt so viele Jobs? „Wir können ja eine Trasse nach Avantis bauen. Da arbeiten schon 12 000 Leute“, witzelte einer über das weitgehend brachliegende Gewerbegebiet an der deutsch-niederländischen Grenze.

Als Alternative sprachen sich die meisten Anwesenden für eine Ausweitung des Bussystems aus. Die Busse seien nicht so überfüllt, wie oft behauptet wird.

Daher müsse die Notbremse gezogen werden. Die Bürgerinitiative „Campusbahn – Größenwahn“ um Wortführer Maximilian Slawinski möchte Unterschriften sammeln und das Projekt mittels eines Bürgerbegehrens stoppen. Die Fragestellung lautet: „Soll die Stadt Aachen die Beteiligung an der Finanzierung der Campusbahn unterlassen?“ Kommen 8000 Unterschriften gegen die Campusbahn zusammen, müsste der Rat sich erneut mit dem Thema befassen. Lehnt er das „initiierende Bürgerbegehren“ ab, folgt ein Bürgerentscheid. In diesem Fall müsste sich eine Mehrheit der wahlberechtigten Aachener, mindestens jedoch zehn Prozent, für das Anliegen der Bürgerinitiative aussprechen. Dann wäre die Campusbahn gestoppt.

Noch aber kommt das Bürgerbegehren nicht recht in Gang. Slawinskis Problem: Erst muss eine Kostenschätzung vorliegen, dann erst können Unterschriften gesammelt werden. Schon seit sechs Wochen warte er darauf, sagt Slawinski. „In anderen Städten dauert so etwas zwei Wochen.“ Slawinski fühlt sich ausgebremst und wirft der Verwaltung vor, nicht genug für eine schnelle Bürgerbeteiligung zu tun.

Unterdessen sagt Axel Costard vom Presseamt, dass die Verwaltung eine Kostenschätzung erstellt habe, diese aber noch juristisch geprüft werden müsse. Knifflig sei insbesondere, die Ertragsseite angemessen zu berücksichtigen. Immerhin gehe es auch um positive Effekte für die Umwelt und die Attraktivität der Stadt.

Von einer Verzögerungstaktik könne laut Costard keine Rede sein. „Wir haben keine Angst vor einem Bürgerbegehren. Wir glauben, dass es auch viel Zustimmung für die Campusbahn gibt.“

Weitere Informationen im Netz:

www.campusbahn-
groessenwahn.de

Heftiges Tauziehen um die Knappschaft

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Di, 24. Apr. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokaltitel Aachen / Seite 13

Heftiges Tauziehen um die Knappschaft

Verkäufer und Käufer gehen gerichtlich gegen das Vorkaufsrecht der Stadt Aachen vor. Eine Differenz von 1,1 Millionen Euro.

Von Heiner Hautermans

Aachen. Hinter der Adresse Monheimsallee 22-24 verbirgt sich eine interessante Immobilie. Die Knappschaft, die sich mit ihrer knapp 90-köpfigen Belegschaft Ende letzten Jahres aus Aachen zurückgezogen hat, hat das stattliche Anwesen ausgeschrieben und verkauft. So interessant ist das Objekt, dass sich ein heftiges Tauziehen um das gediegene Gebäude am Rande des Stadtgartens entwickelt hat. An den beiden Enden des Taus: die Stadt Aachen auf der einen und ein Käuferkonsortium sowie die Noch-Besitzerin Knappschaft auf der anderen Seite.

Zu den Käufern gehört, und das macht die Sache noch interessanter, auch Annelore Einmahl, Frau des ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Rolf Einmahl, zurzeit politisch noch ehrenamtlich tätig im Städteregionstag. Rechtsanwalt Einmahl vertritt die Käufer vor Gericht, wo der Fall geklärt werden muss. Stadtsprecher Hans Poth: „Sowohl der Käufer als auch der Verkäufer haben einen Antrag auf gerichtliche Prüfung des Vorkaufsrechts der Stadt Aachen gestellt.“ Zuständig dafür ist die Kammer für Baulandsachen beim Landgericht Köln, wo entsprechende Schreiben nach Auskunft eines Sprechers aber noch nicht eingegangen sind.

Es geht um viel Geld

Natürlich geht es um Geld, um viel Geld. Sprecher Wolfgang Buschfort: „Der Marktpreis betrug 2,7 Millionen Euro, zahlreiche Bieter boten ähnlich hohe Summen.“ Aufgrund „eines vermeintlichen Vorkaufsrechts“ , so Buschfort weiter, biete die Stadt 1,1 Millionen weniger: „Wie sie zu diesem Betrag kommt, ist nicht nachvollziehbar. Auf dieses ‚Angebot‘ der Stadt kann die Knappschaft als Sozialversicherung und treuhänderischer Verwalter des Geldes der eigenen Versicherten nicht eingehen.“

Die Knappschaft sei an einer schnellen Klärung der Rechtsfrage interessiert. „Daher verwundert es schon, wenn die Stadt Aachen die Anträge der Knappschaft am 20. Januar erhält, sie aber erst zwei Monate später an das Landgericht weitergibt, obwohl das Gesetz von der Stadt die umgehende Weitergabe einfordert.“ Das habe halt seine Zeit gedauert, kontert Stadtsprecher Hans Poth. Man habe das 80-seitige Schreiben prüfen, sich schlau machen und einen Anwalt mandatieren müssen: „Es ist nichts zurückgehalten worden.“

Auch Rechtsanwalt Rolf Einmahl bezweifelt, dass derzeit kursierende Vorstellungen von der „Satzung über ein besonderes gemeindliches Vorkaufsrecht“, die im Januar 2006 vom Rat beschlossen worden war, gedeckt würden. Darin wird lediglich von der „Sicherung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung“ gesprochen. In einer Verwaltungsvorlage zu dem Thema war damals von einer „kulturell beziehungsweise sozialen Nutzung auf dem Gelände der Knappschaft“ die Rede. Im Gespräch ist derzeit etwa, die Musikschule, die den Standort Blücherplatz aufgeben muss, im Knappschaftsgebäude unterzubringen oder das Anwesen für das aus allen Nähten platzende Eurogress zu nutzen. Einmahl: „Man kann nicht sechs Jahre später etwas anderes nachschieben.“

Was die Investoren mit dem Gebäude vorhaben, sagt Einmahl, „kann ich öffentlich nicht erörtern“. Eine unzulässige Interessenverquickung sieht der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende ebenso wenig wie sein Nachfolger in diesem Amt, Harald Baal: „Ich finde das absolut in Ordnung, dass das so gelaufen ist. Auf Käuferseite ist niemand aufgetreten, der eine Verbindung zur Stadt Aachen hat.“ Das Ausüben des Vorkaufsrechts sei einstimmig im Rat beschlossen worden, beim Ermitteln des Verkehrswertes seien die von der Stadt beauftragten Gutachter halt zu einem anderen Ergebnis gekommen. Oberbürgermeister Marcel Philipp hat es „auf emotionaler Ebene schon überrascht, dass er (Rolf Einmahl, d. Red.) zum Umfeld der potenziellen Käufer gehört“.

Das Ehepaar Einmahl ist in Immobiliensachen ein eingespieltes Team. Seit vielen Jahren tritt die Ehefrau als Käuferin auf und der Ehemann als ihr Rechtsberater, etwa bei einem Freizeitzentrum in Richterich, einem Bauernhof in Horbach oder einer Gärtnerei am Lousberg. Dabei hatte es immer wieder Vorwürfe der Interessenkollision gegeben, die Einmahl aber stets zurückgewiesen hatte. Er habe nie Vorteile aus seiner Tätigkeit als Ratsherr gezogen, sagte er in einer der zahlreichen Debatten in diesen Fällen.

Abenteuer aus der Aachener Soers

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Do, 19. Apr. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokales / Seite 21

Abenteuer aus der Aachener Soers

Film über den Neubau des Tivoli regt zum Nachdenken an. Streit um Parkplätze, Natur und Kleingärten. Horst Heinrichs: „Mit viel Liebe ein historisches Zeitdokument geschaffen.“ Viele Hände geschüttelt.

Von Daniel Gerhards

Aachen. Michael Chauvistré und Miriam Pucitta schüttelten am Dienstag viele Hände und umarmten eine Menge Leute. All diese Menschen haben in irgendeiner Form mit dem Bau des neuen Tivoli und dem damit verbundenen Streit um Parkplätze, Natur und Kleingärten zu tun. Chauvistré und Pucitta haben sie mit der Kamera begleitet und aus dem Bildmaterial einen Dokumentarfilm zusammengestellt.

„Friede, Freude, Eierkuchen –Abenteuer aus der Aachener Soers“ heißt das Werk der beiden Filmemacher. Bei der Premiere im „Capitol“ waren die gut 340 Plätze des Kinos restlos besetzt. Kleingärtner, Naturschützer, Kommunal- und Landespolitiker, Alemannia-Fans und altes und neues Alemannia-Präsidium sowie Anwohner aus der Soers waren gekommen. Viele von ihnen waren selbst auf der Leinwand zu sehen.

Zum Auftakt Fußball

Der Film beginnt mit einer Spielszene auf dem alten Tivoli. Dann ist es aber weitgehend vorbei mit Fußball. Chauvistré und Pucitta haben beobachtet, was sich in ihrer Nachbarschaft, der Soers, tut. Das Tal zwischen Lousberg und Berensberg hat sich durch den Stadion-Neubau verändert. Was geschah, haben die beiden Filmemacher mit der Kamera eingefangen.

Im Kino lachen die Leute spontan, wenn sie sich selbst oder einen Bekannten auf der großen Leinwand sehen. „Wir haben bewusst ein bisschen Humor reingebracht“, erklärt Chauvistré. Wenn die Protagonisten vom „Soerser Forum“ eine ironische oder schelmische Bemerkung machen oder wenn das Trio „Forster Hausmusik“ den selbst komponierten Westernsong über den Erhalt der Soers singt, haben die Besucher ihren Spaß. Das macht den Film unterhaltsam. Aber inhaltlich ist das Thema ernst: Pucitta und Chauvistré waren da, als das Restaurant „Zweistromland“ geräumt werden sollte und nachdem es abgebrannt war. Zu sehen ist der zunächst verärgerte und später ernüchterte Ekrem Atas, der sein Restaurant verlor.

Das spiegelte sich auch in den Reaktionen des Publikum wider: „Ich habe den Eindruck, dass die Leute sehr konzentriert zugesehen haben“, sagte Chauvistré. Hubert Coonen, Vorsitzender des Kleingartenvereins, der nach Berensberg umgesiedelt wurde, sagte im Film dem damaligen OB Jürgen Linden kräftig seine Meinung, und auch ein Paar Tränen flossen bei dem gestanden Kleingärtner.
Coonen war nun bei der Premiere im Kino: „Die Emotionen aus dieser Zeit sind wieder hochgekommen. Während des Films hatte ich wieder Wasser in den Augen.“

Auch Horst Heinrichs, ehemaliger Alemannia-Präsident, war auf der Leinwand zu sehen. Vom Film war er vollauf begeistert. „Das war ganz toll. Die beiden haben mit viel Liebe ein historisches Zeitdokument geschaffen. Der Film regt sehr zum Nachdenken an.“ Und dabei hätten es Pucitta und Chauvistré geschafft, nicht einseitig zu dokumentieren. „Sie haben das sehr gut wiedergegeben. Es war nicht überzeichnet und sehr realitätsnah“, sagte Heinrichs.

Nach dem Film feierten die Filmemacher, Protagonisten und Zuschauer noch im Pfarrhaus St. Andreas in der Soers. Dort hatten Pucitta und Chauvistré Zeit, sich mit ihren Weggefährten auszutauschen und anzustoßen.

Video im Netz:

www.an-online.de

Als Jürgen Linden das Lächeln gefror

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Di, 17. Apr. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Euregio / Seite 5

Als Jürgen Linden das Lächeln gefror

Zwei Aachener haben einen Dokumentarfilm über den Bau des neuen Tivoli gedreht. Heute ist Premiere.

Aachen. Eigentlich traf man sich in aller Freundschaft, die alten Streitigkeiten schienen beigelegt, alle hatten gute Laune. Jürgen Linden, damals Aachens Oberbürgermeister, sprach ein paar warme Worte zur Einweihung der neuen Anlage, die die Stadt den Soerser Kleingärtnern für 2,5 Millionen Euro gebaut hatte. Linden klang verbindlich, freundschaftlich fast, versöhnlich, wünschte Glück und nahm lächelnd den Applaus der Kleingärtner entgegen.

Dann durfte Hubert Coonen sprechen, Vorsitzender der Kleingärtner, deren alte Anlagen dem neuen Tivoli weichen mussten. Coonen wollte die warmen Worte des immer noch lächelnden Linden erwidern, das hatte er sich vorgenommen, aber von einem Moment auf den anderen vergaß er sich und sprach stattdessen von Vertreibung, von Heimatverlust, von Bitterkeit. Linden lächelte weiter, sein Lächeln gefror, es sah so aus, als wolle er so verhindern, dass ihm seine Gesichtszüge entgleisen.

Heute Abend findet im Capitol in Aachen die ausverkaufte Premiere von „Friede, Freude, Eierkuchen – Abenteuer aus der Aachener Soers“ statt, um 20 Uhr geht es los, viele der Protagonisten werden anwesend sein. Die Filmemacher Miriam Pucitta und Michael Chauvistré sind weder Fußballfans noch wollten sie einen Film über den Bau des neuen Tivoli drehen. Sie schlossen sich 2007 dem „Soerser Forum“ an, das sich gründete, als für den neuen Tivoli Parkplätze mitten in dem Landschaftsschutzgebiet angelegt werden sollten, an dem Pucitta und Chauvistré mit ihren Kindern leben. Die Bürger-initiative lud Politiker ein, um die bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu zeigen, und Chauvistré stand dabei und filmte. „Wir haben damals die Kamera sehr bewusst als Waffe benutzt“, sagt Miriam Pucitta, und auch das trug zum Erfolg des „Soerser Forum“ bei: Das Landschaftsschutzgebiet blieb unangetastet.

Über die Bürgerinitiative gerieten Pucitta und Chauvistré an Coonen und die Kleingärtner, da haben sie einfach mal weitergefilmt. Dann stießen sie auf Ekrem Atas, der sein Restaurant „Zweistromland“ gegen Stadt und Alemannia verteidigte wie eine von allen Seiten belagerte Burg, bis es im Januar 2009 bei einer Brandstiftung völlig zerstört wurde. Der Täter wurde nie ermittelt. Pucitta und Chauvistré begleiteten Politiker, filmten bei Ratssitzungen, dokumentierten, wie der Tivoli wuchs und welche Konsequenzen das hatte.

Doch eigentlich hört der Film zu früh auf. Sie hätten weiterdrehen und zeigen können, wie das viel zu große, viel zu optimistisch geplante, viel zu teure Stadion zur Bürde des kleinen Zweitligisten Alemannia Aachen wird, zur Bürde möglicherweise auch für die ganze Stadt. Im Frühjahr stand die Alemannia kurz vor einer Insolvenz, der Abstieg in die dritte Liga droht. Aber die Filmförderung NRW wollte Ergebnisse sehen, sonst hätten Pucitta und Chauvistré den Anspruch auf bereits gewährte Fördergelder verloren. Vier Jahre haben sie gedreht, bis 2011.

Dem Film ist anzumerken, dass er ohne klare Haltung, vielleicht sogar ohne genauen Plan gedreht wurde, zunächst jedenfalls. Doch je länger der Film dauert, desto stärker werden die Szenen, die er im Laufe der Jahre eingefangen hat: der mit der Fassung kämpfende Hubert Coonen, während seine Kleingartenanlage abgerissen wird; der entgeisterte Ekrem Atas nach dem Brand in seinem Restaurant; der Aachener Stadtrat, der weitreichende Entscheidungen diskussionslos durchwinkt; der sich als jovialer Stadtvater inszenierende Jürgen Linden; die Freude der Stadionbesucher vor dem ersten Spiel auf dem neuen Tivoli. All dies ist sehenswert, und viele Szenen sprechen für sich.

Pucitta und Chauvistré wollen nicht ausschließen, den Film fortzusetzen und gegebenenfalls neu zu schneiden, vielleicht fürs Fernsehen. Denn die Geschichte des neuen Tivoli ist nicht zu Ende erzählt, hoffentlich noch lange nicht. (gego)

„Wir haben damals die Kamera sehr bewusst als Waffe benutzt.“

Miriam Pucitta, Filmemacherin

Warten auf „Bambi“-Gelder hat ein Ende

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Sa, 14. Apr. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Aus aller Welt / Seite 7

Warten auf „Bambi“-Gelder hat ein Ende

Irritationen ausgeräumt, Geld fließt: Die Preisträger der Burda-Stiftung können neues Projekt umsetzen.

Von Hans-Peter Leisten

Aachen. Ganz kurz heben Leines und seine Mitstreiter den Daumen fürs Foto nach oben. Eine symbolträchtige Geste, aber dann wird wieder angepackt, denn der 19. Mai steht vor der Tür. Und dann soll die neue Wasserburg auch wirklich auf dem nassen Element ihre Heimat finden. Das neue Projekt des „Hazienda Arche Noah e.V.“ in Aachen, der Kindern mit einer Behinderung eine pädagogisch wertvolle Freizeitgestaltung ermöglicht, soll dann Realität sein. Leines ist Vorsitzender der Hazienda, heißt mit bürgerlichem Namen Uwe-Edmund Gaworski, und hat im November 2011 in den Medien für positive Schlagzeilen gesorgt: In der Rubrik „Stille Helfer“ hat er für seinen Verein den Fernsehpreis „Bambi“ erhalten – und damit verbunden die Zugabe für ein Preisgeld über 20 000 Euro.

Der Aachener Hilfsverein ging daraufhin mit Volldampf die Umsetzung eines neuen Projektes an – eben die Wasserburg auf dem Weiher des Hazienda-Geländes. „Europas einzige Wasserburg für Rollstuhl fahrende Kinder“, verkündeten Leines & Co. zuversichtlich. Der Plan: Auf Pontons soll eine Holzplattform montiert werden und darauf ein Holzhaus stehen. Mit umweltfreundlichem Motor ausgestattet, soll die Burg kindersicher und behindertengerecht, auch kleine Rollstuhl-Fahrer zu einer Entdeckungsreise in die Tier- und Pflanzenwelt einladen.

Doch das versprochene Geld ließ auf sich warten. Fünf Monate nach dem spektakulären TV-Auftritt wich in Aachen die Freude dem Verdruss. Insgesamt 50 000 Euro kostet das Projekt, die Bambi-Gelder waren fest eingeplant.

Gestern dann die Kunde aus dem Burda-Haus: „Das Geld kommt“, verspricht die Leiterin der Stiftung, Julia Wick, auf Anfrage unserer Zeitung. Und sie versichert dem Hilfsverein, dass auch der Eröffnungstermin 19. Mai eingehalten werden könne. In der Tat bestimmen offensichtlich Sachzwänge den vergleichsweise langsamen Fluss der Gelder. Da es sich um die Übernahme von Materialkosten von 20 000 Euro handele, sei aus steuerrechtlichen Gründen eine genaue Auflistung und Prüfung der zweckgebundenen Kosten notwendig. Und die läge jetzt vor. „Ein ganz normaler Prozess“, betont Wick. Bei Leines & Co löste die Info gestern Jubel aus – dem ein kräftiges Zupacken folgte.