Neues Denkmal?

Sehr geehrte Damen und Herren,

sollte das unten dargestellte Beispiel, oder Ähnliches die tatsächliche Vorstellung der Verantwortlichen von Aachen sein?

Möchte man wirklich so etwas zum 70. Jahrestag Menschen anbieten, die ursprünglich in diesem geschichtsträchtigen Bunker Schutz fanden?

Veteranen werden voraussichtlich am 21. Oktober 2014 vor einer Baustelle (Baugrube) stehen.

Wie stellt man sich das vor, den Leuten, die diese schlimme Zeit miterlebt haben, nur ein nichtssagendes „Denkmal“ zu präsentieren?

Glaubt man wirklich, damit den zwingenden Erfordernissen des Denkmalschutzes Genüge getan zu haben?

Wie kann die Stadt Aachen und deren verantwortlichen Bürger nur so mit ihrer neuesten Geschichte umgehen?

Mit freundlichen Grüßen aus Belgien

Inge und Dieter Wernet Dipl.-Ing.

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1.438 UNTERSTÜTZER aus dem In- und Ausland (19 Länder) haben sich für den Erhalt

des Luftschutzbunkers in Aachen in der Rütscher- / Försterstraße,

und gegen den Abriss ausgesprochen, also deutlich mehr wie nur die Bürger der Stadt Aachen.

Zu lesen in der Petition von Herrn Patrice Wijnands, die wir seit einem dreiviertel Jahr unterstützen.

Petition:

https://www.change.org/de/Petitionen/stadt-aachen-landschaftsverband-rheinland-lousberg-h%C3%B6fe-gmbh-der-hochbunker-f%C3%B6rsterstr-in-aachen-soll-nicht-f%C3%BCr-stadtwohnungen-weichen

Unser Eintrag in die Petition:

Wann bekennt sich Deutschland endlich zu seiner Geschichte? Schutzbauten haben in den unsäglichen Bombennächten zahllosen Menschen das Leben gerettet. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Vergangenheit und unersetzliche Zeitzeugen für spätere Generationen.

Die wenigen noch erhaltenen Bauwerke sind daher schützenswert und sollten Denkmalschutz erhalten. Sie dürfen keinesfalls rein finanziellen Aspekten geopfert werden.

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2 Gedanken zu „Neues Denkmal?

  1. Inge und Dieter Wernet
    Militärhistorische Studien
    St. Vith / Belgien
    idw@swing.be

    Sehr geehrte Aachener Bürger,

    (diese Mail wurde an mehrere Stellen der Stadt Aachen und an verschiedene Pressestellen in Aachen von uns versandt.)

    warum setzten wir uns aus Belgien seit über einem Jahr für den Erhalt des Luftschutzbunkers in Aachen am Lousberg zwischen der Rütscher- und der Försterstraße ein?

    Lassen Sie uns zunächst einiges über uns und unsere Interessen schreiben:
    Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben wir uns der Erforschung und dem Erhalt historischer militärischer Anlagen verschrieben. Wir sind Mitglieder des deutschen Studienkreises Interfest e.V. der amerikanischen Coast Defense Study Group, der englischen Fortress Study Group und der französischen ADFM. Unsere weltweiten Forschungsreisen führten uns u.a. zu den Forts und Befestigungen der Hochalpen entlang der französisch-italienischen Grenze, aber auch zu den russischen Küstenbefestigungen von Sewastopol, Wladiwostok und Kronstadt sowie zu den amerikanischen Küstenforts in der Bucht von Manila und rund um die Weltstadt New York. Unsere Schwerpunkte der letzten Jahre lagen bei den kaiserlichen Großfestungen Straßburg und Metz und ihren französischen Gegenstücken entlang der neuen Staatsgrenze nach 1871. Dabei erwies sich die ehemalige französische Festungsstadt Toul als ausgezeichnetes Studienobjekt. Die Ergebnisse unserer jahrelangen Studien in und um Toul haben wir in unserem viel beachteten, 2009 erschienen Buch „Toul die Geschichte einer französischen Lagerfestung“ zusammengefasst. Darüber hinaus setzen wir uns aktiv für den Erhalt eines Teils der ehemaligen kaiserlichen Großfestung Metz, der „Feste Wagner“ ein und haben auch hierrüber zu Gunsten der französischen Organisation ADFM ein Buch mit dem Titel „Die Feste Wagner“ und „La Feste Wagner“ in zwei Sprachen veröffentlicht.
    Zugegeben, Hochbunker sind reine Zweckbauten und im Allgemeinen architektonisch keine Schönheiten. Sie haben aber als Schutzbauten zahllosen Frauen und Kindern in den furchtbaren Bombennächten das Leben gerettet. Auch ich – Dieter Wernet – Jahrgang 1942 verdanke einem Luftschutzbunker mein Leben. Über seine Bestimmung als Schutzraum hatte der besagte Bunker noch eine für die Stadt Aachen und für Deutschland ausschlaggebende Historie. Als letzten Gefechtsstand des Oberst Gerhard Wilck ging von hier im Oktober 1944 die Kapitulation der Stadt Aachen, der ersten Stadt auf deutschem Reichsgebiet aus und läutete damit das Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Es ist für uns unverständlich, dass ein derartig historisch herausragendes Bauwerk nicht unter Denkmalschutz gestellt und in der Folge unwiederbringlich beseitigt wurde.
    Die Erfahrung zeigt, dass die Bedeutung vieler historischer Bauten oftmals erst Generationen später erkannt wird. So dienten in der Vergangenheit zahlreiche Burgen den näheren Anwohnern als Steinbrüche. Heute hingegen würde niemand mehr ihren historischen Wert in Frage stellen. Ebenso sind inzwischen große Teile der Reste des Westwalles erfreulicherweise ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt worden. Sie sind und bleiben ebenso wie die nur in Deutschland vorhandenen Hochbunker ein Teil der deutschen ja sogar der europäischen Geschichte.

    Mit freundlichen Grüßen aus Belgien

    Inge Wernet und Dieter Wernet Dipl.-Ing.

  2. Gedanken zum Thema „Lousberg-Bunker“
    in Aachen – Rütscher- / Försterstr.

    All die Fakten wie Lärm und Erschütterungen, die jetzt Nervosität und Ratlosigkeit erzeugen, hätten von einem kompetenten Baudezernat vor Erteilung der Abrissgenehmigung erkannt und mit entsprechenden Auflagen in diese eingebracht werden müssen. Schließlich gibt es das Immissionsschutzgesetz (BImschG) nicht erst seit gestern. Stattdessen wurden die Auflagen in der Abbruchgenehmigung offensichtlich im Sinne der Investoren in unzulässiger Weise minimiert. Es ist daher nachvollziehbar, wenn sich daraus Widerstände der Anwohner formieren. Es wirft außerdem ein bezeichnendes Bild auf die Akteure, wenn die Anwohner, im vorliegenden Fall ein Einzelner – pars pro toto – die Einhaltung der gesetzlichen Normen erst vor dem Verwaltungsgericht erstreiten müssen.

    Inge Wernet und Dieter Wernet Dipl.-Ing.
    Militärhistorische Studien
    St. Vith / Belgien
    idw@swing.be

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