Noch immer sind nicht alle Flüchtlinge zentral erfasst

Interessanter Artikel der Aachener Nachrichten – Stadtausgabe

Noch immer sind nicht alle Flüchtlinge zentral erfasst
Bis Ende September sollten alle Asylsuchenden in einem Datensystem registriert sein. Vor allem Hessen hinkt hinterher.

Den Artikel finden Sie im ePaper unter:
https://epaper.zeitungsverlag-aachen.de/2.0/article/8f28dffaaf

03.10.2016

Noch immer sind nicht alle Flüchtlinge zentral erfasst

Bis Ende September sollten alle Asylsuchenden in einem Datensystem registriert sein. Vor allem Hessen hinkt hinterher.

Nürnberg. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat sein selbstgestecktes Ziel verfehlt, bis Ende September alle Flüchtlinge in einem zentralen Datensystem zu erfassen. In den meisten Bundesländern ist die Nachregistrierung inzwischen abgeschlossen, wie eine Umfrage ergab. Vor allem Hessen hinkt bei der Erfassung jedoch hinterher.

870 Asylsuchende wurden dort nach Angaben des Sozialministeriums noch nicht erkennungsdienstlich behandelt. Spätestens Mitte Oktober sollen dann aber auch in Hessen alle Flüchtlinge zentral registriert sein, wie Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) sagte. In Sachsen-Anhalt waren zuletzt noch knapp 80 Menschen nicht auf diese Art erfasst.

Aufgrund der extrem hohen Flüchtlingszahlen im vergangenen Jahr war das Bundesamt bei der Registrierung der Menschen und der Annahme der Asylanträge nicht mehr hinterhergekommen. Im sogenannten Easy-System, das die Erstverteilung der Flüchtlinge auf die Bundesländer regelt, wurden 2015 zunächst mehr als eine Million Menschen erfasst – jedoch ohne Namen und andere Daten. Inzwischen geht das Bundesinnenministerium davon aus, dass im Vorjahr etwa 890 000 Asylsuchende nach Deutschland kamen.

Davon sind inzwischen etwa 820 000 Menschen im „Kerndatensystem“ registriert – mit Fingerabdrücken, Foto und Personalien. Schätzungen zufolge konnten anfangs 300 000 bis 400 000 Menschen keinen Asylantrag stellen und wurden damit auch nicht zentral erfasst. Diese sogenannte Easy-Lücke sorgte für große Diskussionen. Bei den Ländern waren die Schutzsuchenden zwar in der Regel bekannt, jedoch nicht zentral beim Bund. BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise hatte angekündigt, Ende September werde die Lücke geschlossen sein. (dpa)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.