Polizei in Gefahr: mehr Angriffe in Problemvierteln

Mi, 1. Jul. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Region und NRW / Seite 10

Polizei in Gefahr: mehr Angriffe in Problemvierteln

Düsseldorf. Nach Angriffen auf Polizisten aus größeren Menschenmengen heraus hat die Gewerkschaft der Polizei mehr Polizisten für Problemviertel im Ruhrgebiet gefordert. Das Problem der „No-Go-Areas“, also der Straßenzüge, in denen sich auch die Polizei nur unter Gefahr bewegen kann, dürfe nicht länger verdrängt werden. Zuletzt hätten am Montag in Duisburg-Marxloh Angehörige einer libanesischen Großfamilie zwei Polizisten angegriffen und verletzt, berichtete ein Gewerkschaftssprecher. Die Wachen dürften in diesen Stadtteilen nicht regelmäßig im Jahresverlauf ausgedünnt werden. Gerade im Sommer häuften sich wie in den vergangenen Wochen größere Polizeieinsätze, sagte ein Duisburger Polizeisprecher.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind in diesem Zeitraum die Reihen der Polizei durch Pensionierungen und Sondereinsätze besonders ausgedünnt, bis im September ein neuer Jahrgang eingestellt werde. Für Wachen in Problemvierteln sollten personelle Mindeststärken gelten. In Marxloh hätten die Polizisten ihre Dienstwaffe ziehen müssen, um der Situation Herr zu werden. Etwa 15 Angreifer hätten die beiden Beamten bedrängt, umringt von rund 100 Schaulustigen, berichtete die Polizei. „Wir dürfen kriminellen Gruppierungen nicht die Straße überlassen, sonst werden ganze Stadtteile weiter abrutschen und mit ihnen die dort lebenden Menschen“, warnte GdP-Landeschef Arnold Plickert. (dpa)

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