Timbuktu ist befreit

 

Di, 29. Jan. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Timbuktu ist befreit

Truppen Frankreichs und Malis vertreiben Islamisten

Bamako/Kapstadt. Die Truppen Frankreichs und Malis haben auf ihrem Vormasch einen weiteren Erfolg erzielt: Nach der strategisch wichtigen Stadt Gao nahmen die alliierten Streitkräfte auch den historischen Wüstenort Timbuktu im Norden Malis vollständig ein. Sie stießen dabei nach eigenen Angaben auf keinen nennenswerten Widerstand der Islamisten. Es sei beim Einmarsch lediglich zu einem Schusswechsel mit Rebellen gekommen, sagte gestern der malische Militärsprecher, Oberstleutnant Souleymane Dembele. Malische Militärs durchkämmten die Stadt, weil islamistische Rebellen in Häusern von Zivilisten vermutet wurden.

In Timbuktu sollen islamistische Rebellen eine Bibliothek mit wertvollen historischen Manuskripten zerstört haben. Die Terroristen hätten das Gebäude des Instituts Ahmed Baba angezündet, sagte der in die malische Hauptstadt Bamako geflohene Bürgermeister Hallé Ousmane Cissé der dpa unter Berufung auf einen zurückgebliebenen Stadtvertreter. „Das ist eine Katastrophe für Timbuktu und die ganze Menschheit.“ Ein junger Mann, der öffentlich seine Freude über das Vorrücken der Franzosen zum Ausdruck gebracht habe, sei erschossen worden, berichtete der Bürgermeister.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte unterdessen für Mali erneut eine politische Lösung. Der „Fahrplan“, mit dem die Regierung in Bamako zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückkehren wolle, müsste zügig vom Parlament verabschiedet werden, sagte er. „Langfristig kann es nur eine politische Lösung geben.“ Zugleich kündigte er deutsche Finanzhilfe für die geplante afrikanische Schutztruppe an.

Nach den jüngsten Erfolgen wird es laut malischer Militärs die wichtigste Aufgabe sein, den Norden endgültig von den geschätzt 3000 Rebellen zu befreien. „Auch wenn die meisten Islamisten aus Gao und Timbuktu abgezogen sind, haben selbst hier einige Rebellen einen privaten Unterschlupf gefunden“, sagte ein malischer Armeesprecher.(dpa)

EU gibt 50 Millionen

für den Militäreinsatz

Die Europäische Union will sich mit 50 Millionen Euro am afrikanischen Militäreinsatz in Mali (Afisma) beteiligen. Damit würden keine Waffen gekauft, sondern Nebenkosten zum Beispiel für Transport und medizinische Hilfe bezahlt. Als Summe für die Finanzierung der Afisma insgesamt stufte EU-Kommissar Andris Piebalgs die bisher genannten 400 Millionen Dollar als realistisch ein. (dpa)

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