Tätern drohen bis zu 15 Jahre Haft

Fr, 14. Aug. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokaltitel Aachen / Seite 13

Tätern drohen bis zu 15 Jahre Haft

Schläger vom Elsassplatz wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft genommen. Auf den am Boden liegenden 16-Jährigen noch eingetreten. Multiple Prellungen im Gesicht, aber keine Lebensgefahr.

Von Heiner Hautermans

Aachen. Die beiden jungen Männer, die am Mittwochabend nach einer exzessiven Schlägerei auf dem Elsassplatz festgenommen wurden, sitzen in Untersuchungshaft. Der Richter erließ gestern Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Totschlags gegen die 21 und 22 Jahre alten Täter. Damit droht ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Ein dritter Mann hatte nach der hässlichen Attacke noch das Weite suchen können. Ob seine Identität bekannt ist, dazu wollte Staatsanwalt Jost Schützeberg gestern keine Auskunft geben: „Die Fahndungsmaßnahmen laufen.“

Am Tag nach der brutalen Auseinandersetzung gegen 18 Uhr auf dem Elsassplatz ist wenig darüber bekannt, wie es zu der hässlichen Schlägerei gekommen ist. Es habe zunächst eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem 16-jährigen Opfer und den drei Männern gegeben. Daraufhin habe das Trio auf ihn eingeschlagen und getreten, auch dann noch, als er schwer verletzt am Boden gelegen habe. „Der 16-Jährige erlitt erhebliche Kopfverletzungen, unter anderem multiple Prellungen im Gesicht.“ Er sei zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden, befinde sich aber nicht in Lebensgefahr. Weshalb der Streit ausgebrochen sei, darüber gebe es noch keine Erkenntnisse. Schützeberg: „Was genau dahintersteckt, können wir noch nicht sagen.“ Die beiden Inhaftierten hätten beim Richter keine Aussagen gemacht.

Nach weiteren Informationen der „Nachrichten“ handelt es sich bei den beiden Schlägern um Türken, die ganz in der Nähe wohnen, der 16-Jährige stammt aus dem Irak. Ob Bandenbildung oder die Zugehörigkeit zu Streetgangs, wie sie im Ostviertel in den letzten Jahren aufgetreten waren, bei der schweren Straftat eine Rolle spielten, könne er nicht sagen, so Schützeberg weiter: „Dazu haben wir bislang keine Erkenntnisse.“ An den letzten Wochenenden war es zu Schaulaufen von Rockerclubs vor dem Kennedypark gekommen, zunächst von rund 50 Hells Angels, danach von etwa der gleichen Zahl Bandidos, die demonstrativ ihre Kutten anzogen, schnell aber wieder verschwanden.

Nichts gesehen

In den angrenzenden Cafés, Imbissstuben, Geschäften oder Wettbüros an der Elsasstrasse und dem Elsassplatz konnte gestern niemand etwas zur Entstehung des aktuellen Konfliktes sagen. Ein Kenner der Szene: „Wir haben keine Ahnung, was da abgegangen ist.“

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