Abenteuer aus der Aachener Soers

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Do, 19. Apr. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokales / Seite 21

Abenteuer aus der Aachener Soers

Film über den Neubau des Tivoli regt zum Nachdenken an. Streit um Parkplätze, Natur und Kleingärten. Horst Heinrichs: „Mit viel Liebe ein historisches Zeitdokument geschaffen.“ Viele Hände geschüttelt.

Von Daniel Gerhards

Aachen. Michael Chauvistré und Miriam Pucitta schüttelten am Dienstag viele Hände und umarmten eine Menge Leute. All diese Menschen haben in irgendeiner Form mit dem Bau des neuen Tivoli und dem damit verbundenen Streit um Parkplätze, Natur und Kleingärten zu tun. Chauvistré und Pucitta haben sie mit der Kamera begleitet und aus dem Bildmaterial einen Dokumentarfilm zusammengestellt.

„Friede, Freude, Eierkuchen –Abenteuer aus der Aachener Soers“ heißt das Werk der beiden Filmemacher. Bei der Premiere im „Capitol“ waren die gut 340 Plätze des Kinos restlos besetzt. Kleingärtner, Naturschützer, Kommunal- und Landespolitiker, Alemannia-Fans und altes und neues Alemannia-Präsidium sowie Anwohner aus der Soers waren gekommen. Viele von ihnen waren selbst auf der Leinwand zu sehen.

Zum Auftakt Fußball

Der Film beginnt mit einer Spielszene auf dem alten Tivoli. Dann ist es aber weitgehend vorbei mit Fußball. Chauvistré und Pucitta haben beobachtet, was sich in ihrer Nachbarschaft, der Soers, tut. Das Tal zwischen Lousberg und Berensberg hat sich durch den Stadion-Neubau verändert. Was geschah, haben die beiden Filmemacher mit der Kamera eingefangen.

Im Kino lachen die Leute spontan, wenn sie sich selbst oder einen Bekannten auf der großen Leinwand sehen. „Wir haben bewusst ein bisschen Humor reingebracht“, erklärt Chauvistré. Wenn die Protagonisten vom „Soerser Forum“ eine ironische oder schelmische Bemerkung machen oder wenn das Trio „Forster Hausmusik“ den selbst komponierten Westernsong über den Erhalt der Soers singt, haben die Besucher ihren Spaß. Das macht den Film unterhaltsam. Aber inhaltlich ist das Thema ernst: Pucitta und Chauvistré waren da, als das Restaurant „Zweistromland“ geräumt werden sollte und nachdem es abgebrannt war. Zu sehen ist der zunächst verärgerte und später ernüchterte Ekrem Atas, der sein Restaurant verlor.

Das spiegelte sich auch in den Reaktionen des Publikum wider: „Ich habe den Eindruck, dass die Leute sehr konzentriert zugesehen haben“, sagte Chauvistré. Hubert Coonen, Vorsitzender des Kleingartenvereins, der nach Berensberg umgesiedelt wurde, sagte im Film dem damaligen OB Jürgen Linden kräftig seine Meinung, und auch ein Paar Tränen flossen bei dem gestanden Kleingärtner.
Coonen war nun bei der Premiere im Kino: „Die Emotionen aus dieser Zeit sind wieder hochgekommen. Während des Films hatte ich wieder Wasser in den Augen.“

Auch Horst Heinrichs, ehemaliger Alemannia-Präsident, war auf der Leinwand zu sehen. Vom Film war er vollauf begeistert. „Das war ganz toll. Die beiden haben mit viel Liebe ein historisches Zeitdokument geschaffen. Der Film regt sehr zum Nachdenken an.“ Und dabei hätten es Pucitta und Chauvistré geschafft, nicht einseitig zu dokumentieren. „Sie haben das sehr gut wiedergegeben. Es war nicht überzeichnet und sehr realitätsnah“, sagte Heinrichs.

Nach dem Film feierten die Filmemacher, Protagonisten und Zuschauer noch im Pfarrhaus St. Andreas in der Soers. Dort hatten Pucitta und Chauvistré Zeit, sich mit ihren Weggefährten auszutauschen und anzustoßen.

Video im Netz:

www.an-online.de

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