Gedenken an „Todesmarsch“ von Brünn“

Mo, 1. Jun. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Gedenken an „Todesmarsch“ von Brünn“

Brünn. Rund 300 Menschen haben in Tschechien der Vertreibung von deutschsprachigen Bürgern nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht. Beim „Todesmarsch von Brünn“ kamen vor genau 70 Jahren Schätzungen zufolge 2000 bis 5200 deutsche Mitbürger ums Leben. In einem bewegenden Gedenkmarsch zogen am Samstag Tschechen und Deutsche gemeinsam vom Ort eines Massengrabes in der Stadt Pohorelice ins 30 Kilometer entfernte Brünn (Brno).

„Zu Beginn waren wir nur zu dritt“, sagte Organisator Jaroslav Ostrcilik der Agentur CTK über den ersten Gedenkmarsch vor neun Jahren. Den damaligen Leidensweg in umgekehrter Richtung nachzugehen, sei ein Zeichen der Versöhnung mit den Überlebenden und sich selbst. Ende Mai 1945 waren mehr als 20 000 Einwohner Brünns ohne Wasser und Verpflegung in Richtung Wien getrieben worden.

Dieses Jahr stellte sich erstmals die Stadt Brünn offiziell hinter die Initiative und verabschiedete eine Versöhnungserklärung zum „Brünner Todesmarsch“. (dpa)

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