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Di, 27. Mär. 2012 Auch von Aachen rollten die Züge in die KZ Vor 70 Jahren begannen die Deportationen der jüdischen Bevölkerung. Eine Gedenktafel an unauffälliger Stelle erinnert daran. Aachen. Vor 70 Jahren begannen in Aachen die Deportationen der jüdischen Bevölkerung in das Ghetto von Theresienstadt und in die Vernichtungslager in Ostmitteleuropa. Am Aachener Hauptbahnhof erinnert eine Tafel der „Wege gegen das Vergessen“ an die Opfer der Nazizeit und an die insgesamt sechs Transporte zwischen dem 25. März 1942 und September 1944, bei denen fast alle jüdischen Aachener deportiert wurden. Heinz Gödde, Lehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium, hat sich mit den Ereignissen vor 70 Jahren befasst und die Namen einiger Opfer zusammengetragen. Wir bringen Auszüge aus seinem Bericht: „Nach dem Novemberpogrom 1938 wurden endgültig die Grundlagen der Ghettoisierung der jüdischen Bevölkerung gelegt. Im Frühjahr 1941 wurde das Barackenlager am Grünen Weg zu einem Lager für einen Großteil der noch in Aachen lebenden jüdischen Bevölkerung, ein weiteres Lager entstand in Haaren an der Hergelsmühle als Lager des damaligen Kreises Aachen. Sogenannte Judenhäuser wurden in der Stadt errichtet, zum Beispiel an der Eupener Straße, der Trierer Straße, der Königstraße und an weiteren Stellen. Die jüdischen Aachener mussten ihre Wohnung verlassen und wurden an diesen wenigen Stellen zusammengepfercht. Nachdem im Herbst 1941 die Entscheidung für die Ermordung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und in den besetzten westeuropäischen Staaten getroffen war, wurden schließlich auf der Wannseekonferenz im Januar 1942 die konkreten organisatorischen Vorbereitungen für die Massendeportationen getroffen. Im Frühjahr 1942 begannen die Transporte ,in den Osten‘. Bei insgesamt sechs verschiedenen Transporten wurden fast alle jüdischen Aachener deportiert. Die erste Deportation, von der auch Aachener betroffen waren, wurde von der Gestapo Düsseldorf organisiert. Dieser Transport aus den Rheinlanden verlief am 25. März 1942 bis in das Durchgangsghetto Izbica. Die genaue Zahl der aus Aachen Deportierten lässt sich nicht mehr ganz genau ermitteln, aber mindestens 16 Personen aus dem Lager Grüner Weg und dem Altersheim Kalverbenden wurden mit diesem Transport ins Durchgangslager Izbica gebracht. Zu ihnen gehörte auch das Ehepaar Regina und Wilhelm Friesem. Betroffene der ersten Deportationsphase konnten noch Post an ihre in Deutschland oder im Ausland lebenden Verwandten und Freunde senden, allerdings nur, um die Verbleibenden zu beruhigen. Sehr früh nach der Ankunft muss das Ehepaar getrennt worden sein, in ihren Briefen schreibt sie von einem fehlenden Kontakt zu ihrem Mann, Ob er erschossen oder schon deportiert wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. Wilhelm Friesem gilt als verschollen, als Todesdatum für Regina Friesem wird der 1. September 1942 genannt. Ein weiterer Transport aus dem Rheinland nach Izbica, erfolgte kurze Zeit später. Das Gedenkbuchprojekt kennt die Namen von 111 aus Aachen Deportierten. Der dritte Transport aus dem Rheinland, am 15. Juni 1942, wieder mit Aachener Deportierten, ist vielleicht gar nicht in Izbica angekommen: Er scheint ab Lublin direkt zum Vernichtungslager Sobibor umgeleitet worden zu sein. Weitere Transporte 1942 gehen zum Ghetto Theresienstadt. Bis heute sind die Namen von 234 aus Aachen nach Theresienstadt Deportierten bekannt. Im Juli 1942 wurden unter anderem die Bewohner des Lagers Hergelsmühle nach Theresienstadt verschleppt. Sie wurden unter Bewachung zuerst in Haaren zur Straßenbahnhaltestelle, dann zum Bahnhof gebracht. Auch aus dem Altersheim, dem Lager Grüner Weg und aus den ,Judenhäusern‘ wurden Menschen in das Altersghetto Theresienstadt deportiert. Nach dem Novemberpogrom flohen viele jüdische Aachener in die benachbarten Niederlande, nach Belgien und nach Frankreich. Aus Haaren floh Familie Hartog in die Niederlande, zunächst bis nach Rotterdam. Am Tag ihrer Flucht soll ihre Wohnung in Aachen nach kurzer Zeit leergeräumt gewesen sein. Zunächst wurde Hugo Hartog interniert. Er kam später bei einem Bombenangriff 1940 ums Leben, Emma Hartog zog dann nach Maastricht. Nach der Besetzung der Niederlande wurden Mutter und Tochter später in Westerbork interniert, dann nach Theresienstadt deportiert. Edith Mayer, geb. Hartog, berichtete 1992 als Zeitzeugin Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums über das weitere Schicksal ihrer Mutter. Sie wurde 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die junge Edith Hartog konnte Theresienstadt überleben und emigrierte nach der Befreiung in die USA. Auch ihre Brüder überlebten die Nazizeit. Schon 1934 emigrierte das Ehepaar Karl und Trude Lenneberg nach Brüssel. Sie wurden im Verlaufe des Krieges verhaftet und kurze Zeit später, im Mai 1944, beide von Mechelen nach Auschwitz deportiert. Karl Lenneberg kam im Januar 1945 ins KZ Buchenwald, kurze Zeit später nach Bergen-Belsen, wo er umkam. Ein genaues Todesdatum ist unbekannt. Seit der Ankunft in Auschwitz am 19. Mai 1944 ist über das weitere Schicksal von Trude Lenneberg nichts bekannt. Von Mechelen aus sind mindestens 43 Aachener deportiert worden. Auch Familie Burghardt floh nach der Synagogenbrandstiftung aus Aachen. Zunächst nach Belgien, dann 1940 weiter nach Frankreich. Hier wurde Hans Burghardt am 12. Mai 1940 interniert, am 7. September 1942 von Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Seine Eltern folgten kurze Zeit später in einem weiteren Transport. Elke Elkan, geb. Mathes, floh im Frühjahr 1939 nach Belgien. Von Mechelen aus wurde sie mit einem Transport von 997 Menschen nach Auschwitz deportiert, nur wenige überlebten. Elke Elkan wird unmittelbar nach der Ankunft ermordet, genau wie ihr Mann Ernst Elkan, der im Herbst nach Auschwitz deportiert wird. Diesen Transport von 875 Menschen überleben 37. Die Eltern Josef und Tina Mathes werden 1941 in das Lager Hergelsmühle vertrieben und im Sommer 1942 nach Sobibor deportiert. Von der gesamten Familie Mathes überlebt nur Alex Mathes, dem über Belgien, Frankreich und Nordafrika die Flucht nach Amerika gelingt, zuerst in die Dominikanische Republik und dann in die USA nach Philadelphia. Nach dem deutschen Überfall auf die Beneluxstaaten zieht Else Salomon mit ihrem Mann von Vaals nach Brüssel. Hier gelingt es dem Ehepaar, unentdeckt zu bleiben, bis Else Salomon 1942 verhaftet wird. Sie wird von Mechelen aus nach Auschwitz deportiert. 1944 kommt sie in das Arbeitslager Liebau, bis sie schließlich im April 1944 von der Roten Armee befreit wird. Sie zieht zurück nach Brüssel, später nach Kanada. Sprechen, so Else Salomon, könne sie über diese Zeit immer noch nicht gut. Die körperlichen und seelischen Strapazen kennzeichneten ihr Leben. Aus Haaren waren 1938 Hermann Levy und seine Familie ebenfalls nach Belgien und dann nach Frankreich geflohen. Hermann Levy wurde als Deutscher in verschiedenen Lagern interniert. 1943 wird er von Drancy mit einem Transport ,in den Osten‘ deportiert. Wie alle Deportierten dieses Transportes wurde er im Juni 1943 nach Ankunft des Transportes ermordet. Seine Frau und Kinder überleben den Krieg. Auch die Flucht ins benachbarte Ausland bot fast allen Flüchtlingen nur einen Aufschub vor Verfolgung und Ermordung durch den Nationalsozialismus. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kamen immer mehr Länder unter deutsche Kontrolle, und die geflohenen jüdischen Deutschen gerieten wieder in die Fänge der SS. Die meisten von ihnen wurden über Sammellager wie Drancy, Mechelen und Westerbork in den 0sten deportiert und in den Vernichtungslagern von Auschwitz, Sobibor oder Treblinka ermordet. Vom Aachener Hauptbahnhof wurde auch Jona Leven mit seiner Familie am 15. Juni 1942 nach Sobibor deportiert. Seine Eltern, Karl und Else Leven, stammten aus Düren, dort war Karl Leven ein angesehener Kinderarzt. Die Eltern waren von Düren aus zunächst im Lager Grüner Weg ghettoisiert worden, dann für kurze Zeit im ,Judenhaus‘ an der Eupener Straße untergebracht. Jona Leven wurde am 22. März 1942 geboren.“ Er wäre vor wenigen Tagen 70 Jahre alt geworden. „Auch die Flucht ins benachbarte Ausland bot fast allen Flüchtlingen nur einen Aufschub vor Verfolgung und Ermordung.“ Heinz Gödde „Bei insgesamt sechs verschiedenen Transporten wurden fast alle jüdischen Aachener deportiert.“ Heinz Gödde |
Archiv der Kategorie: Geschichte
In den Mühlen der NS-Justiz
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Fr, 2. Mär. 2012 Die Ausstellung „Was damals Recht war. . . Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ wird am 6. März in der Nadelfabrik eröffnet. Von Martina Rippholz Aachen. „Wenn Euch dieser Brief erreicht, bin ich nicht mehr“, schrieb Franz Fellner in einem Brief an seine Schwester Mathilde im Februar 1942 kurz vor seinem Tod. Wenige Wochen später, am 7. März, wurde er in Stettin erschossen. Fellner war im Zweiten Weltkrieg Matrose der deutschen Marine – und fahnenflüchtig. Er war einer von rund 30 000 Menschen in Europa, die als Deserteure – sogenannte Wehrkraftzersetzer oder Volksschädlinge – im Dritten Reich der Willkür der Justiz zum Opfer fielen. Jetzt hängt sein Brief als einer von mehreren in der Nadelfabrik am Reichsweg. Sie bilden zusammen mit zahlreichen Bildern, Karten, Videosequenzen, Gerichtsurteilen und anderen Textdokumenten die Ausstellung „Was damals Recht war… Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“, die am Dienstag, 6. März, eröffnet wird. Winfried Casteel von der Volkshochschule (VHS) wollte die Schau schon lange nach Aachen holen: „Seit 2007 wandert sie bereits durch deutsche Städte. Doch wir hatten lange keinen Raum und keine Finanzierung.“ In diesem Jahr war dann beides endlich gefunden. Zum einen die rundum sanierte Nadelfabrik als passender Präsentationsort, wie Walter Köth von der städtischen Wirtschaftsförderung bestätigt: „Die Themen unseres Hauses lauten Integration und Identität. Da ist es wichtig, sich auch mit der eigenen Vergangenheit zu beschäftigen.“ Zum anderen wird die Ausstellung aus dem Topf des bundesweiten Aktionsplans gegen Rechtsextremismus gefördert, dem sich Aachen im Jahr 2010 angeschlossen hat. Organisiert wird „Was damals Recht war…“ von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden in Berlin, hier vor Ort unterstützt von VHS und Förderverein „Wege gegen das Vergessen“. Zwei Themenschwerpunkte Zwei Themenschwerpunkte nennt Casteel, über die sich die Besucher vom 6. bis zum 30. März auf eigene Faust oder in fachlichen Führungen auf rund 200 Quadratmetern Ausstellungsfläche informieren können. Einer ist die Geschichte der Militärgerichtsbarkeit in der NS-Zeit. Der Blick fällt aber auch auf die Zeit von Hitlers Machtergreifung 1933 sowie auf die Nachkriegszeit. Denn erst im September 2009 hat der Deutsche Bundestag die letzten Unrechtsurteile der Wehrmachtsjustiz des Zweiten Weltkriegs aufgehoben. Der andere Schwerpunkt liegt auf den Menschen. Anhand von zwölf Biografien wird gezeigt, wie Deserteure, aber auch Zwangsarbeiter und Widerständler in die Mühlen der willkürlichen Justiz gerieten. Allein in Aachen seien 24 Menschen zum Tode verurteilt worden, wovon die Hälfte der Urteile vollstreckt wurde, erläutert Casteel, der an der VHS die Abteilung Politische Bildung, Recht und Arbeit leitet. Abgebildet würden aber auch Täter, wie zum Beispiel der Richter Karl Everts, der verdächtige Kriegsdienstverweigerer foltern ließ, um Geständnisse zu erzwingen. Pikant: Anfang der 50er Jahre fand Everts eine Anstellung beim Amtsgericht in Aachen. Casteel: „Dass Täter nach dem Krieg wieder in Amt und Würden kamen, war nicht ungewöhnlich. Auch das ist ein wichtiger Teil dieser Ausstellung.“ Um die umfangreichen Informationen den Besuchern zu vermitteln, haben die Organisatoren ein großes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Zum Auftakt etwa hält der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Dr. Christoph Rass einen Vortrag zum Thema „Die NS-Militärjustiz und ihre Richter“, der nach der Eröffnung in der Nadelfabrik beginnt. Rass war mehrere Jahre als Historiker an der RWTH tätig, bevor er nach Osnabrück wechselte. Er hat die Ausstellung mit aufgebaut. Weitere Vorträge, Filmvorführungen und Führungen – auch Schulen – finden den März hindurch statt. Filme, Führungen und eine weitere Gedenktafel Eröffnet wird die Ausstellung „Was damals Recht war…“ in der Nadelfabrik, Reichsweg 19-41, am Dienstag, 6. März, um 18.30 Uhr von VHS-Direktor Werner Niepenberg und Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Geöffnet ist montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Programm in der Nadelfabrik: Dokufilm „Der unbekannte Soldat – Was hast du im Krieg gemacht, Vater?“ (8. März, 18 Uhr); Spielfilm „Rosen für den Staatsanwalt“ (15. März, 18 Uhr). Außerdem gibt es eine öffentliche Probe im Theater K, Vorträge in der VHS und einen Rundgang durch Aachen. Zum Abschluss am 28. März, 17 Uhr, berichtet Ludwig Baumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz, im städtischen Verwaltungsgebäude Mozartstraße 2-10 von seinen persönlichen Erfahrungen. Zuvor wird eine weitere Gedenktafel der „Wege gegen das Vergessen“ gegenüber vom Verwaltungsgebäude angebracht. OB Marcel Philipp eröffnet die Abschlussveranstaltung. Öffentliche Führungen finden statt am 15. März, 18 Uhr, am 17. März, 14 Uhr, und am 22. März, 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, ebenso wie Führungen für Schulklassen. Kostenpflichtige Führungen können unter vhs.wege@mail.aachen.de gebucht werden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.stiftung-denkmal.de oder bei der VHS Aachen, ☏ 0241/4792127. |
Liebe Vergangenheitsbewältiger
Diesen Artikel habe ich kopiert, das Original ist unter dem Link der Überschrift zu finden.
Liebe Vergangenheitsbewältiger,
hier stehe ich, Euer Sohn! Ich habe in meiner Schulzeit jeden 9. November mit dem Schulchor vor dem Gedenkstein in meinem Heimatdorf gesungen, der an die Synagoge erinnert, die 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde. Ich habe Klassenfahrten nach Dachau und Theresienstadt gemacht, in der Schule alles über die Emslandlager erfahren, mit Oma und Opa über die Zeit des Nationalsozialismus’ gesprochen und sogar „Schindlers Liste“ im Leistungskurs Geschichte geschaut. Ich habe gelernt, dass die Lehre nicht weniger christlicher Kirchen, die Juden hätten den Messias ermordet, dem rassistischen Judenhass der Nazis einen fruchtbaren Boden bereitet hat; ich habe gehört, wie Himmler, Hitler, Goebbels und Heydrich schon lange vor Auschwitz Juden als Bakterien, Flöhe und Ungeziefer bezeichnet haben, die vernichtet gehören und ich habe die Schilder gesehen, auf denen zu lesen war: „Diese Stadt ist judenrein!“
Immer wieder habe ich mich gefragt, wie das möglich sein konnte. Warum hatte niemand etwas dagegen unternommen? Warum hatte niemand lautstark gegen dieses Unrecht angeschrien? Warum? Aus lauter Verzweifelung hatte ich als Schüler sogar ein Theatstück über den Holocaust an meiner Schule aufgeführt. Ihr hattet wirklich ein vorbildlichen Vergangenheitsbewältiger aus mir gemacht! Ihr habt mir gezeigt, wie man sich als guter Deutscher auseinandersetzt.
Was haben wir uns nicht immer schön mit der Vergangenheit auseinandergesetzt. Jedes Jahr ein wenig mehr. Hier saßen wir und ganz weit von uns auseinander, schön weit weg, irgendwo die dunkle böse Vergangenheit.
Irgendwann war die Vergangenheit so weit weg, dass es nicht mal mehr weh tat mit der Bewältigung. Wir warfen Kränze ab, zündeten Kerzen an, stellten Stelen auf und sangen „Donna Donna“.Irgendwie fing Vergangenheitsbewältigung an, Spaß zu machen. Vergangenheitsbewältigung wurde neben Autos und Bier zum wichtigsten Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie dramatisch die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aussehen würden, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Ich erschaudere fast bei dem Gedanken, wie leer mein Blog Tapfer im Nirgendwo dann wäre! Die Stadt Berlin wäre um eines ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer: dem Holocaust Mahnmal, von dem Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt hat, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“
Ohne Holocaust hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. In 55 Jahren von der SS zum Nobelpreis, das schafft nur Günter!
Ohne Holocaust hätte Volker Schlöndorff niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten. So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis.
Ohne Holocaust gäbe es beim ZDF immer noch genug Sendeplatz für das Testbild.
Ohne Holocaust wären wir Vergangenheitsbewältiger nicht da, wo wir heute sind! Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung und wenn es uns mal zu viel wird mit den Berichten im Fernsehen, dann schalten wir ganz einfach um!
Ja, bei der ganzen Bewältigung der Vergangenheit haben wir ganz die Gegenwart vergessen. Über die ständige Fragerei, wie wir wohl gehandelt hätten, wenn wir damals gelebt hätten, übersehen wir ganz, dass es die Ideologie des Judenhasses auch heute noch gibt. Wir sollten lieber mal fragen: Was machen wir eigentlich heute?
Liebe Vergangenheitsbewältiger, bitte nehmt mal einen Wunsch von Eurem Schüler an: Hört einfach mal auf mit der Bewältigung. Ich gebe Euch auch eine Eins mit Sterchnen und ein Fleißkärtchen dazu, wenn Ihr Musterschüler Euch nur endlich mal setzt. Legt doch einfach mal eine kleine Vergangenheitsbewältigungspause ein. Es ist morgens halb zehn in Deutschland. Zeit für ein Knoppers! Die Vergangenheit könnt Ihr nämlich nicht mehr ändern, die Gegenwart jedoch schon.
Wenn Ihr das nächste Mal wieder in der Schule davon erzählt wollt, dass es einst „judenreine“ Städte und Dörfer in Deutschland gab, dann nutzt die Zeit lieber dazu, um von den Ländern zu berichten, die heute „judenrein“ und stolz darauf sind, tausende Juden vertrieben zu haben, wie Aden, Algerien und Libyen. Berichtet von den 850.000 Juden, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg aus arabischen Ländern vertrieben wurden.
Liebe Vergangenheitsbewältiger der öffentlich-rechtlichen Anstalten, wenn Ihr uns wieder einmal zeigen wollt, wie sehr die Nazis die Juden gehasst haben, dann spart Euch die Sendezeit und zeigt uns lieber mal, wie heute Juden gehasst werden. Die kommenden Aussagen sind alle in den letzten zehn Jahren in Fernsehsendungen der arabischen Welt zu hören und zu sehen gewesen:
„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“ (Ein Minister der Hamas auf Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2010)
„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)
„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!“
„Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“ (Qatar TV (Katar), 9. Januar 2009)
„In aller Kürze, so sind die Juden: Als Muslim ist unser Blut voller Rachsucht gegen sie und sie kann nur mit der Vernichtung der Juden gestillt werden, so Gott will. Sie haben mehrmals versucht, unseren Propheten zu töten.“ (Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2008)
„Der größten Feinden eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)
„Im Jahre 1883, wurden vor dem jüdischen Pessachfest um die 150 französische Kinder auf grausamste Weise in den Vororten Paris ermordet. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass die Juden diese Kinder getötet haben, um an ihr Blut zu kommen. Dieses Ereignis führte zu Unruhen im Paris der damaligen Zeit und die französische Regierung sah sich einem enormen Druck ausgesetzt. Eine ähnliche Sache ereignete sich in London, wo ebenfalls viele englische Kinder durch jüdische Rabbis ermordet wurden.“ (Dr. Hassan Hanizadeh auf Jaam-E Jam2 TV (Iran), 20. Dezember 2005)
„Es muss ein Kind sein, das die Pubertät noch nicht erreicht hat. Die Juden entführen das Kind, stecken es in ein Fass, nur zu dem Zweck, um durch Löcher, die an den Orten, wo sich die Arterien des Kindes befinden, kleine Schrauben in die Körper zu schrauben, um an das Blut zu kommen. Sie sammeln das Blut und benutzen es für ihr Pessachfest.“ (Ein politischer Kommentator des Nile Culture TV (Ägypten), 25. Februar 2007)
„Die Juden haben zum Beispiel diesen französischen Doktor Toma getötet, der Juden umsonst behandet hat, um die Lehren des Christentums zu verbreiten. Obwohl er ihr Freund war und sie von ihm profitiert haben, haben sie ihn an einem ihrer Feiertage entführt und geschlachtet, zusammen mit einer Schwester. Sie haben Matzebrot aus ihrem Blut gemacht. Sie machen das jedes Jahr. Die Welt muss davon erfahren! (Dr. Sallah Sultan, Präsident des Amerikanischen Zentrums für Islamforschung auf Al-Aqsa TV (Gaza), 31. März 2012)
„Juden sind Schweine und Affen! Gott sagt das!“(Ein kleines Mädchen auf Iqra TV (Saudi-Arabien), 7. Mai 2002)
„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!“(Wiam Wahhab, ehemaliger libanesischer Minister, auf Al-Jadid/New TV (Libanon) 4. Juli 2010)
„Immer wieder hat Gott Strafen über die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgeführt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden übertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe für sie!“(Al-Jazeera TV (Katar) 30. Januar 2009)
„Schauen wir uns mal die Bilder an, wie die jüdischen Unterdrücker von den deutschen Opfern bestraft werden. Hier seht ihr Leichen und tote Menschen und Knochen von Juden. Hier haben wir ein Krematorium, in dem die Juden verbrannt werden. Hier sehen wir Juden, wie sie sich bereit machen, verbrannt zu werden. Schaut her, hier sehen wir Juden, die am Hunger sterben und an Gas. Schaut, wie sie umzingelt werden und auf Lastwagen verfrachtet werden. Schaut euch die Erniedrigung in ihren Gesichtern an. Sei Gott gelobt dafür! Sie haben Gottes Zorn heraufbeschworen. Hier seht ihr, wie ein Jude lebendig begraben wird. Sieht das wie ein Mensch aus? Er wird in ein Loch geworfen, um lebendig begraben zu werden. Hier seht ihr einen Leichenhaufen. Ibn Mas’oud hatte recht. Schaut her, hier seht ihr Stacheldraht, damit wird hier ein Körper geschunden. Er wird noch zusammen mit fünf anderen an einem Strick aufgehängt werden. Konzentriert euch darauf! Schaut es euch an! Hier, sie binden fünf Köpfe zusammen. Das sind Leichen! Hier bohren sie ein Loch in einen Rücken mit einem Nagel. Gleich ist dieses Kind dran. Schaut euch an wie sie gedemütigt werden. Das sind Leichen. Gott sei gelobt. Die Juden sind Unterdrücker! Hier werden sie deportiert. Ibn Mas’oud hatte recht als er sagte: „Alle Unterdrücker werden einst von den Unterdrückten bestraft werden“ Das sind Leichen. Das sind tote Menschen. Das sind Schädel. Das hier sind die Leichen von Juden. Sie werden verfrachtet wie Vieh. Schaut Euch diesen Traktor an, wie er die Leichen der Juden entsorgt. Und hier sehr ihr Flüchtlinge. Sie warten darauf getötet zu werden. Ein deutscher Soldat wird gleich kommen! Schaut hin. Die Jüdin küsst seine Hand. Seht ihr die Erniedrigung, die Furcht. Seht her, wie sie die Hand des Soldaten küsst. Seht die Erniedrigung! Seht es Euch an. Das ist es, was wir alle erwarten! So Gott will, möge es bald in den Händen der Muslime liegen!“(Al-Rahma TV (Ägypten) 26. Januar 2009)
Aber nicht nur in den arabischen Ländern gibt es Judenhass, auch in Deutschland und in Europa hat sich dieser Hass in unsere Gegenwart gerettet, wie ich hier, hier, hier und hier beschrieben habe und wie es jetzt sogar in der ZEITsteht. Statt also immer wieder die Vergangenheit zu bewältigen, setzt Euch mal mit dem Judenhass von heute auseinander. Fragt nicht, was Ihr getan hättet, sondern fragt, was ihr gerade jetzt tut!
Und wo wir schon mal dabei sind: Hört auf, ständig Israel in Eure Vergangenheitsbewältigung hineinzuziehen. Israel ist nun wahrlich ein Land im Nahen Osten, das weiter weg ist von Eurer Vergangenheit als es selbst die BRD jemals war. Israel ist eine moderne, aufgeklärte, demokratische und vor allem freie Gesellschaft. Sie hat ihre Fehler, wie jede Demokratie, aber die Nazis sind ganz woanders im Nahen Osten zu Hause.
In Israel wird die Gleichberechtigung der Geschlechter staatlich gelebt, während die Nazis in jenen Ländern des Nahes Ostens zu finden sind, wo die Frauen aus der Gesellschaft verbannt und nicht selten unter Stoff verborgen werden.
In Israel herrscht Religionsfreiheit, so dass Juden, Christen, Muslime und andere Religionsangehörige in Ämtern und Gerichten, bei der Polizei und der Feuerwehr, in der Armee und dem Parlament arbeiten, während die Nazis in den Ländern des Nahen Ostens zu Hause, wo es nur eine Religion geben darf, den Islam, während alle anderen Religionen verboten, verfolgt oder bestenfalls „nur“ diskriminiert werden.
In Israel können Männer Schwänze lutschenund Frau Mösen lecken, während die Nazis in all jenen Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, wo Mann und Frau dafür hängend an einem Baukran oder bis zur Schulter im Boden eingegraben und gesteinigt enden.
In Israel sind die Presse und die Meinungen frei, so dass jede Handlung, die sich von moralisch und juristisch akzeptablen Normen entfernt, sofort kritisiert und wenn nötig sogar geahndet wird, während die Nazis in den Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, wo der blutige und mörderische Terror gegen Männer, Frauen und Kinder gefeiert und staatlich gefördert wird.
In Israel wird frei geforscht, eine Tatsache, die die Welt mit bahnbrechenden und lebensrettenden Erfindungen in der Medizin und Technologie beschert, während die Nazis in jenen Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, die die Welt höchstens mit Mördern aus ihren Terrorcamps versorgen.
In Israel leben die weltweit bekanntesten und aktivsten Förderer eines Friedens zwischen Israel und Palästina, während die Nazis in jenen Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, die erst dann einen Frieden akzeptieren, wenn ganz Israel vernichtet wurde.
In der israelischen Unabhängigkeitserklärung steht: „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“
Das klingt mir nicht nach Nazi, sehr wohl aber die Charta der Hamas, die mit folgendem Artikel 7 aufwartet: „Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“
Schauen wir uns mal ein paar Länder des Nahes Ostens an: In der islamischen Monarchie Bahrain herrscht die Schari’a und Homosexuelle kommen für 10 Jahre in den Knast. Im Libanon, wandern Homosexuelle für drei Jahre in den Knast. In der von Baschār al-Assad geführten islamisch-sozialistischen Diktatur Syrien herrscht die Schari’a und Homosexuelle wandern für 3 Jahre in den Knast. In der absoluten islamischen Monarchie Oman sind politische Parteien verboten und Homosexuelle wandern für 3 Jahre in den Knast. In der absoluten islamischen Monarchie Katar ist Blasphemie bei einer Haftstrafe von bis zu sieben Jahren verboten und Homosexuelle wandern für 5 Jahre in den Knast. In Saudi-Arabien gibt es einen Schleierzwang für Frauen, alle Religionen bis auf den Islam sind verboten und Homosexuelle werden hingerichtet. Im Jemen ist jede fünfte Frau zwischen 15 und 49 genital verstümmelt, 37% aller nicht volljährigen Mädchen sind zwangsverheiratet und Homosexuelle werden hingerichtet. Im Gottesstaat Iran wird noch heute gesteinigt und Homosexuelle hingerichtet.
Also, liebe Vergangenheitsbewältiger in den Medien und den Schulen, an den Universitäten und auf den Redaktionssesseln, tut einem guten Schüler den Gefallen und lasst die Vergangenheit Vergangenheit sein und schaut auf die Gegenwart, aber bitte, bitte nicht nur auf Israel, denn Ihr habt den Juden jetzt echt genug Aufmerksamkeit geschenkt. Das reicht für die nächsten tausend Jahre.