Wie die Nakba bis nach Pfullingen kam

Im Südwesten der Republik ist die Welt noch in Ordnung. Es wird ordentlich gearbeitet, multikulti ist, wenn ein Badenser eine Schwäbin heiratet oder Spätzle und Schupfnudeln vom selben Wirt serviert werden. Die Straßen und Wege sind so sauber, dass man sie in Pantoffeln begehen kann, der Müll wird sorgfältig getrennt, wer auch nur eine Kippe wegwirft, statt sie im Sondermüll-Container zu entsorgen, wird umgehend nach Rheinland-Pfalz ausgebürgert.

Und mitten im Südwesten am Fuß der Schwäbischen Alb im Tal der Echaz liegt die Gemeinde Pfullingen. 18.000 Einwohner, fünf Museen, sechs Musik- und Gesangsvereine, eine Schützengilde, 1522 gegründet, und der “Pfullinger Pfulben”, eine lokale “Währung”, die von etwa 100 Händlern, Fachgeschäften und Dienstleistern akzeptiert wird. Über die Gemeindegrenzen hinaus wurde Pfullingen bekannt, als dort 2001 der “Peoplemover” in Betrieb genommen wurde, “das einzige straßenüberquerende Aufzugssystem der Welt”. Es funktioniert so: “Menschen, die die Straße überqueren wollen, werden in einer Aufzugskabine zunächst in einem als Stützpfeiler dienenden Turm nach oben, dann entlang einer Brücke horizontal über die Straße und schließlich wieder auf die Ebene der Straßenoberfläche gefahren.” Dabei wurden vier Personen gleichzeitig befördert!

Von überall her, sogar aus der Kurpfalz und aus Rheinhessen, kamen sie Menschen nach Pfullingen, um sich das siebte Weltwunder anzusehen. Leider musste das System 2009 wegen der hohen Betriebs- und Wartungskosten “bis auf weiteres” stillgelegt werden.

Davon abgesehen ist Pfullingen das Paradies. Wer hier lebt, hat in der Lotterie des Lebens das große Los gezogen. Wenn da nur eines nicht wäre: Die Sorge um das Schicksal der Ende der 40er Jahre vertriebenen Palästinenser. Jeden Morgen stehen die Pfullinger mit dem Gedanken auf: “Wie war das damals…” und gehen mit dem Gedanken zu Bett: “Was können wir nur tun, um den armen Palästinensern zu helfen…”

Und so kam “Nakba” nach Pfullingen. Eine Wanderausstellung über die am besten versorgten und am meisten bemitleideten Flüchtlinge der Geschichte. Es gibt sogar eine spezielle UN-Agentur, die UNRWA, die seit über 60 Jahren dafür sorgt, dass die Flüchtlinge Flüchtlinge bleiben. (hmb)

achgut-Leser Pavel Hoffmann hat sich die Ausstellung, die inzwischen weiter gezogen ist, angesehen:

Am Vorabend des Pogroms an den deutschen Juden wird eine Ausstellung veranstaltet, bei der man mit Lügen und Halbwahrheiten den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten diffamiert und dämonisiert. Diese Ausstellung wird seit Jahren von Frau Ingrid Rumpf organisiert und von einer berufsmäßigen „Israel-Kritikerin“, Frau Felicia Langer, unterstützt.

Während in Syrien fast 150.000 Menschen abgeschlachtet, Hunderte von Kindern vergast werden, im Irak, Libyen und Ägypten monatlich Hunderte von Männern, Frauen und Kindern ermordet werden, ohne dass die Deutschen resp. Europäer dagegen protestieren, Ausstellungen veranstalten oder sich wenigstens stärker dafür interessieren, wird das jüdische Volk seit Jahren auf solchen Ausstellungen diffamiert und dämonisiert. Man geht gerne hin und schaut zufrieden auf die bösen Juden. So etwas nennt man heute die Vergangenheitsbewältigung.

Niemandem scheint aufzufallen, dass bereits die erste Tafel, die Palästina von 1917 zeigen soll, eine dreiste Lüge ist. Auf dieser Tafel wird Palästina auf dem Gebiet des jetzigen Staates Israel und daneben ein damals nichtexistenter Staat, Jordanien, gezeigt. In Wirklichkeit, und jederzeit nachprüfbar war 1917 das Gebiet Palästina ein Teil des Osmanischen Reiches und seit 1920 englisches Mandat.

Das gesamte Palästina-Gebiet war fünfmal größer als das Gebiet des heutigen Staates Israel. Erst 1922 wurden 4/5 des palästinensischen Gebietes an die arabische Dynastie der Haschemiten von der Siegermacht England abgetreten, und das abgetretene Gebiet wurde auf den Namen Transjordanien getauft. In dem gesamten Gebiet lebten damals 600.000 Menschen, davon ca. 150.000 Juden, Christen, Drusen und Beduinen. Der Rest war arabisch. Die einzigen Bewohner Palästinas, die sich Palästinenser genannt haben, waren damals die Juden. Sie bildeten auch die erste palästinensische Einheit, die im zweiten Weltkrieg als Teil der englischen Armee gegen Nazi-Deutschland gekämpft hat.

Während des Krieges stand die Mehrheit der palästinensischen Araber treu an der Seite von Nazi-Deutschland. Der damalige Führer der palästinensischen Araber, der Mufti von Jerusalem, Mohamed Amin Al Husseini, hat nicht nur Hitler seine Hilfe bei der Ausrottung der Juden in Palästina angeboten, sondern auch SS-Einheiten mit bosnischen Moslems aufgestellt, die dort grausamer gewütet haben als selbst die deutschen SS-Einheiten.

Husseini, ein fanatischer Antisemit und Freund von Himmler, hat 1943 das Vernichtungslager Auschwitz besichtigt, und nachdem er zufrieden feststellte, dass die Juden dort nach seinem Gusto behandelt werden, hat er Himmler überzeugt, 5000 jüdische Kinder, deren Eltern bereits ermordet worden waren und die ursprünglich durch Vermittlung des Roten Kreuzes gegen 20.000 deutsche Gefangene ausgetauscht und nach Palästina geschickt werden sollten, stattdessen nach Auschwitz zu befördern, wo sie mit ihren Betreuern in den Gaskammern endgelöst wurden.

Die Kinder kamen ursprünglich aus dem polnischen Konzentrationslager Bialystok nach Theresienstadt. Dort hatten sie ein paar Tage hinter dem Stacheldraht auf ihr Schicksal gewartet. Noch vor der Deportation nach Auschwitz hat man die Kinder, die nicht mehr reisefähig waren, noch auf Ort und Stelle erschlagen. Es leben heute außer mir noch weitere ältere Augenzeugen dieses Verbrechens.

Der Kriegsverbrecher Husseini, der bis 1974 als Ehrenmann in Ägypten gelebt hat, ist heute immer noch einer der meist geehrten Führer, Symbolfigur der arabischen Palästinenser; er wird immer wieder von hochgestellten arabischen religiösen und weltlichen Führungspersönlichkeiten als einer der größten aller Palästinenser gefeiert. Sein Verwandter Jasir Arafat hat seine Politik erfolgreich fortgesetzt.

Diese Fakten werden selbstverständlich auf der Ausstellung nicht gezeigt. Auch nicht die Tatsache, dass 1948 nach dem ersten Befreiungskrieg, in dem die Juden in dem gerade ausgerufenen Staat Israel gegen mehrere arabischen Staaten ums Überleben gekämpft haben, Jordanien das heutige Westjordanland besetzt, das ganze Gebiet Judenfrei gemacht, die Synagogen gesprengt und die 3000 Jahre alten jüdischen Friedhöfe als Latrinen benutzt hat.

Damals, d.h. in den Jahren 1949 bis 1967, hat auch kein Mensch von einem palästinensischen Staat gesprochen, und es gab bis 1965 noch kein palästinensisches Volk. Die Nakba-Ausstellung verschweigt absichtlich und gezielt, dass nach dem ersten Befreiungskrieg 900.000 Juden oft unter pogromartigen Begleitumständen aus allen arabischen Ländern vertrieben wurden. Ich kann mich nicht erinnern, dass man eine „Nakba“ Ausstellung für diese Juden gemacht oder auch nur planen würde.

Man könnte jeder Aussage auf den ausgestellten Tafeln einzeln widersprechen und sich mit den Behauptungen auseinandersetzen. Es reicht aber, wenn man die Aussagen von zwei Männern zitiert, die nicht im Verdacht stehen, im Dienst der “Israel Lobby” (früher “Weltjudentum” genannt) zu stehen.

Mahmud Abbas (Abu Mazen), der heutige Präsident der Palästinenser, schrieb im März 1976 in “Falastin al -Thawra”, dem offiziellen Journal der PLO in Beirut, Folgendes:

Die Arabischen Armeen drangen nach Palästina ein, um die Palästinenser vor der zionistischen Tyrannei zu schützen, ließen sie aber statt dessen im Stich, zwangen sie auszuwandern und ihr Heimatland zu verlassen, führten bei ihnen eine politische und ideologische Blockade ein und warfen sie in Gefängnisse, die den Ghettos ähneln, in denen die Juden in Osteuropa lebten.

Ralph Galloway, ehemaliger Kopf der UNRWA, erklärte 1956:

Die arabischen Staaten wollen das Flüchtlingsproblem (der palästinensischen Ara-ber) nicht lösen. Sie wollen es als offene Wunde behalten, als Affront vor der UNO und als Waffe gegen Israel. Den arabischen Führern ist es total egal, ob die arabischen Flüchtlinge leben oder sterben.

Allein diese zwei Aussagen beantworten klar die Frage, weshalb bis heute die palästinen-sischen Araber die einzige Volksgruppe auf der Welt ist, die nach 65 Jahren immer noch in Lagern lebt, und warum sie bis zu dritten Generation immer als Flüchtlinge gelten.

In Israel kann man solche Hetzen ignorieren. Dort kennt man weder die Nakba-Ausstellung in Deutschland noch Frau Felicia Langer, die fast 40 Jahre in Israel unbehelligt gelebt hat. Die israelische Demokratie ist genug stark, Hunderte dort und nicht in Deutschland lebender “Israel-Kritiker” wie Frau Felicia Langer auszuhalten. Viel problematischer ist der mögliche Einfluss solcher Ausstellungen und ähnlicher Hetzen gegen das jüdische Volk für die deutschen bzw. europäischen Juden.

Solche Ausstellungen tragen dazu bei, dass heute 6-jahrige Jungen mit einer Kippa auf den Straßen von Berlin oder Amsterdam angespuckt und angegriffen werden, dass die Synagogen in Deutschland und Europa fast 70 Jahre nach dem Holocaust strenger als Flughäfen geschützt werden müssen, dass ein EU-Abgeordneter den Juden empfiehlt, aus den Niederlanden nach Israel oder den USA auszuwandern, weil man für deren Sicherheit nicht mehr garantieren könne.

Und es war der Holocaustüberlebende und Liteartur-Nobelpreisträger Imre Kertész, der die folgende Botschaft an die Juden Europas gerichtet hat:

Die europäischen Juden begehen meines Erachtens einen selbstmörderischen Fehler, wenn sie in das Geheul von europäischen Intellektuellen und Chefbeamten einstimmen, die sie gestern noch ausrotten wollten und jetzt unter dem Vorwand der Kritik an Israel eine neue Sprache für den alten Antisemitismus finden. Wieso sollten sie ihre Absichten denn geändert haben?

Original: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_die_nakba_bis_nach_pfullingen_kam

Dem kann man nichts mehr hinzu fügen. Auch Aachen ist von diesem “Dreck” von Ausstellung heimgesucht worden, veranstaltet und getragen von der evangelischen Kirche!

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