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Fr, 22. Mär. 2013 Die EZB setzt Zypern die Pistole auf die Brust Steht Anfang der Woche kein Rettungsprogramm, ziehen die Währungshüter den Banken den Stecker. Kaum vorstellbar, dass die Politik in Nikosia das riskiert. Von Harald Schmidt und Jörn Bender Frankfurt/Nikosia. Es sind nur zwei knappe Sätze – doch sie bergen Sprengstoff. In bisher beispielloser Form übt die Europäische Zentralbank (EZB) Druck auf den pleitebedrohten Inselstaat Zypern aus: Steht Anfang kommender Woche kein Rettungsplan, der die Solvenz der zyprischen Banken sichert, dreht die EZB am Dienstag den Geldhahn zu. Ohne diese Nothilfen wird das aufgeblähte Bankensystem des Krisenstaates wohl rasch kollabieren. Kein Wunder, dass die Nachricht aus Frankfurt umgehend Panik auf der Ferieninsel auslöste. Menschen eilten zum Geldautomaten, um noch ein paar Scheine abzuheben. Auch die Politik in Nikosia schaltete einen Gang hoch: Wenige Stunden nach dem Warnschuss aus Frankfurt einigten sich die Parteien darauf, einen Fonds zur Rettung vor dem Staatsbankrott zu bilden. Ob das der Durchbruch ist, muss sich aber erst noch zeigen. Im Fernsehen macht der Zentralbankchef der Mittelmeerinsel, Panikos Demetriades, den Sparern Mut: „Es wird ein Programm bis Montag geben.“ Der Auftrag ist klar: Das Land muss 5,8 Milliarden Euro auftreiben, damit die internationalen Geldgeber ihr 10-Milliarden-Hilfspaket aktivieren – und das ist wiederum die Voraussetzung für die Liquiditätszufuhr, mit der die EZB bisher die maroden Geschäftsbanken auf der Insel am Leben hält. Die Finanzinstitute auf Zypern sind mit dem Schuldenschnitt in Griechenland ins Straucheln geraten – und können vom Staat nicht aufgefangen werden: Das Bankensystem, das mit laxen Geldwäscheregeln ausländische Investoren angelockt haben soll, ist völlig überdimensioniert. Die Bilanzsumme der Institute übertrifft die zyprische Wirtschaftsleistung um mehr als das Siebenfache. Am Markt bekommen die Geldhäuser ebenfalls kein frisches Geld mehr. Und die Quelle EZB für die herkömmliche Refinanzierung mit Zentralbankgeld ist auch versiegt: Zyperns Staatsanleihen können nicht mehr als Sicherheiten bei der Notenbank hinterlegt werden – Ratingagenturen bewerten die Papiere als Ramsch. „Die heimischen Banken können ihr Geschäft nur noch dank der enormen Liquiditätszufuhr aus dem Nothilfeprogramm der EZB betreiben“, erklärt der Internationale Bankenverband IIF. Nationale Zentralbanken können sogenannte ELA-Notkredite vergeben, wenn es bei Banken brennt. Dabei können sie weitgehend selbst bestimmen, welche Sicherheiten sie verlangen. Der IIF schätzt das Volumen der Kredite für zyprische Institute Ende 2012 auf etwa acht Milliarden Euro – bei einer gesamten Wirtschaftsleistung des Landes von knapp 18 Milliarden Euro. Die IIF-Experten erwarten, dass zyprische Konten geleert werden, sobald die Geschäftsbanken wieder öffnen. Dann könnten die Institute noch mehr Nothilfen benötigen. Der IIF spricht von einem Volumen von sieben Milliarden Euro binnen einer Woche. Doch genau diese Hilfen will die EZB nicht mehr gewähren, wenn Nikosia nicht doch noch ein Programm von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) annimmt. Den Vorwurf, die EZB habe den von der Pleite bedrohten Inselstaat schon in den vergangenen Tagen unter Druck gesetzt, weisen Europas Währungshüter zurück. Man habe lediglich „sachlich darauf hingewiesen“, unter welchen Bedingungen die EZB Hilfskredite gewähren könne, erklärte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten „Zeit“-Interview. Eine Bedingung: Notfallliquidität kann nur solventen Banken gewährt werden. Bei einem Auftritt in Frankfurt machte Asmussen unmissverständlich klar, es gebe keine Alternative zu dem in den Krisenländern verhassten Kurs, die gigantischen staatlichen Schuldenberge abzubauen und schmerzhafte Einschnitte zu akzeptieren. Neue Schulden würden die Probleme nur in die Zukunft verschieben, warnte das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied. Dass die Euro-Retter keineswegs Schwarzmalerei betreiben, belegt die jüngste Reaktion des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco: „Wir haben unser Exposure im Euro reduziert“, sagte Saumil Parikh, Geschäftsführer bei Pimco, im Interview mit „Handelsblatt Online“. Zypern habe zwar keine große Bedeutung für die Wirtschaftskraft der Eurozone, als Präzedenzfall sei das Land aber wichtig. „Wenn Europa eine Fiskalunion werden soll, müssen die einzelnen Staaten in einem solchen Fall füreinander haften. Das ist natürlich ein sehr großes Opfer. Aber wenn Europa dazu nicht bereit ist, dann wird der Euro auf lange Sicht gewiss zerbrechen“, sagte der Pimco-Mann.(dpa) Deutsche wollen harten Kurs bei Zypern-Rettung Nein, sagt eine deutliche Mehrheit der Deutschen in einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage. 77 Prozent der Befragten finden, die Bundesregierung solle kein weiteres Geld nach Nikosia überweisen, wenn sich Zypern nicht im geforderten Umfang an der eigenen Rettung beteiligen will. Nur 15 Prozent der Deutschen wollen Zypern bedingungslos weiterhelfen. (dpa). „Es wird ein Programm bis Montag geben.“ Panikos Demetriades, zyprische Notenbankchef |
Archiv der Kategorie: Politik
Campusbahn: Große Angst vor neuen Projekten
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Mo, 11. Mär. 2013 Campusbahn: Große Angst vor neuen Projekten Stimmen nach der Abstimmung: „Bittere Stunde“ für AVV-Chef Hans Joachim Sistenich. FDP jubelt. CDU-Abweichler Egbert Form lobt Sachverstand. Von Wolfgang Schumacher Aachen. Es gab sie, die Sieger und Verlierer im Krönungssaal. Vom deutlichen Ergebnis kontra Campusbahn waren einige im Rathaus sichtlich betroffen. Direkt daneben standen die haushohen „Gewinner“, die eine satte Zweidrittel-Mehrheit verbuchten. So sorgte der Ratsbürgerentscheid etwa bei Bürgermeisterin Hilde Scheidt (Grüne) für „bittere Enttäuschung“. Das Warum sah sie in einer großen Angst und Sorge der Bürger vor zu hohen und eventuell explodierenden Kosten. „Diese Angst haben wir nicht zerstören können“, meinte Scheidt, man müsse das Misstrauen künftig bekämpfen. Trotz allem sei der Bürgerentscheid richtig, man müsse das nur öfter machen und dann darin Routine entwickeln. Unternehmer Wolfgang (Tim) Hammer meinte enttäuscht: „Das muss man einfach akzeptieren.“ Trotzdem befürchtete der Spediteur, die Tragweite der gestrigen Entscheidung gegen die Stadtbahn werde „man noch zu spüren bekommen“. Experte Prof. Dirk Vallée (RWTH, Stadtbauwesen und Stadtverkehr) äußerte Respekt vor der Entscheidung. Jetzt gehe es darum, „einen Plan B zu entwickeln“, der etwa auch neue Buslinien und neue Konzepte beinhalten müsse. Denn der „Long Wajong“ etwa könne bei steigenden Fahrgastzahlen nicht auf allen Linien fahren. Die Alternative reiner Busverkehr sei im Übrigen ähnlich teuer wie „der städtische Anteil“ an der abgelehnten Campusbahn. Für AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich war die Ablehnung ein harter Schlag: „Das ist bitter. Wir haben fünf Jahre Arbeit da hineingesteckt.“ Die künftigen Anforderung an das Busnetz „kosten auch eine Menge Geld“, meinte Sistenich, dazu würden positive bauliche Nebeneffekte, etwa beim Trassenbau am Adalbertsteinweg, wegfallen. Aachens Kämmerin Annekathrin Grehling wollte auf die Frage, ob ihr denn kostenmäßig ein Stein vom Herzen gefallen sei, keine rechte Antwort geben: „Es war ein ordentlicher und fairer Bürgerentscheid, trotz der Leidenschaft ist es im Ganzen doch sehr sachlich geblieben“, meinte die Dezernentin und verwies im Übrigen an „den Chef“, OB Marcel Philipp. Baudezernentin Gisela Nacken dagegen machte aus ihrer großen Enttäuschung keinen Hehl. „Das wird uns bei den NRW-Förderanträgen zurückwerfen“, sagte sie: „Das ist ein landesweiter Image-Schaden.“ Die Kapazitäten des ÖPNV in Aachen und auch die Luftreinhaltung „bleiben ein großes Problem“, meinte Nacken weiter. Sieg der Vernunft Für einen Teil der Gewinner stellte FDP-Ratsfrau Sigrid Moselage erfreut fest: „Das ist eine klare Entscheidung der Bürgerschaft.“ Di Bürger hätten genau gerechnet und sich nicht mit „dubiosen Rechnungen“ ins Bockshorn jagen lassen. Auch Kontra-Kämpfer Ratsherr Peter Blum (FDP) stellte einen Sieg „der Demokratie und der Vernunft“ fest. Die Bürger hätten jedenfalls mehr Vernunft „als die Mehrheitsfraktionen“ bewiesen. Jetzt gehe es darum, den „Busplan 2015+“ weiter zu entwickeln. Für die Grünen, bekundete Sprecherin Ulla Griepentrog ihre große Enttäuschung. „Hier zeigt sich eine große Angst vor neuen Projekten und auch eine deutliche Verdrossenheit.“ Und das, obwohl die Campusbahn-Gegner „keine Alternativen aufgezeigt haben, um die Probleme zu lösen“, meinte sie resigniert. Auch für die Ratsfrau Ellen Begolli (Linke) zeigt sich eine deutliche Angst vor „den verkorksten Großprojekten“, auch wenn das nicht mit Aachen vergleichbar sei. „Das ist traurig“, meinte Begolli. Für Aseag-Chef Michael Carmincke habe auch in Aachen „die Ängste vor Großprojekten überwogen“. Jetzt müsse ein „Plan B“ her, der einen „zukunftsorientierten ÖPNV und eine attraktive Anbindung des Campus Melaten“ mit dem Bus zum Ziel haben müsse. Dabei könne das Busnetz-Gutachten 2015+ eine gute Rolle spielen. SPD-Verkehrsexperte Michael Servos stellte fest, „dass die Menschen uns nicht geglaubt haben.“ Es bestehe „großes Misstrauen“ gegen die Planung von Großprojekten“. Jetzt heiße es, ab morgen den „zweitbesten Plan“ umzusetzen. Der aus der CDU-Fraktionsdisziplin ausgescherte Ratsherr Egbert Form freute sich über den Zuspruch, „den ich durch mein Sondervotum“ – es wurde im städtischen Abstimmungsheft veröffentlicht – „bekommen habe.“ Dank zollte er der Bürgerinitiative. Es zeige sich wieder, dass gerade bei den Bürgern „mehr Sachverstand anzutreffen ist als manches Mal in der Verwaltung“. Für die Entwicklung eines Schienennetzes, so der Ingenieur, sei es „in Aachen bereits zu spät“, solche Projekte würden auch regelmäßig „doppelt so teuer wie geplant“. Für Aachens bekannten Kabarettisten Wendelin Haverkamp waren „die Regeln in diesem Bürgerentscheid nicht fair, die Verwaltung nicht neutral“. „So geht das nicht“, meinte der sonstige Spaßmacher dieses Mal todernst. Kommentar: Da sollten sich mal die Ratsfrauen – /herrn, die für die Kampusbahn gestimmt haben, überlegen, wen Sie noch vertreten? 66 % der Aachener Bevölkerung in einer wesentlichen, existenziellen Frage für die Stadt jedenfalls nicht!
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„Natürlich ist das Ergebnis für mich eine Niederlage“
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Mo, 11. Mär. 2013 „Natürlich ist das Ergebnis für mich eine Niederlage“ Oberbürgermeister Marcel Philipp will nicht nachkarten und die Bürger stärker in die Weiterentwicklung der Stadt einbeziehen Aachen. Als Oberbürgermeister Marcel Philipp gestern Abend im Krönungssaal den ersten Trend kommentierte, war ihm klar, dass das Großprojekt gescheitert war. „Wirklich überrascht“ über den Ausgang der Abstimmung war Philipp nicht. Schon vor der Veröffentlichung der ersten Zahlen hatte er ein Ergebnis im Bereich 60:40 Prozent gegen die Campusbahn prognostiziert. Wie die Stadt mit diesem Ratsbürgerentscheid umgeht, erläuterte Philipp im Gespräch mit unserem Redakteur Achim Kaiser. Wie beurteilen Sie das Abstimmungsergebnis, kommt es für Sie überraschend? Philipp: Es hat mich nicht wirklich überrascht. Die negative Grundstimmung war auch bei den Veranstaltungen zu spüren. Das Ergebnis ist so eindeutig, dass es da auch kein Nachkarten gibt. Die Bürger wollten dieses Projekt in dieser Größenordnung nicht, insofern war es auch richtig, diesen Ratsbürgerentscheid durchzuführen. Es ist nicht gut für eine Stadt, so ein Projekt durchziehen zu wollen, wenn sie dann einige Jahre gegen die Mehrheit der Bevölkerung arbeiten muss. Jetzt herrscht Klarheit. Die Frage ist nun, wie wir trotzdem innovativ, trotzdem mit einer Campus-Erschließung, trotzdem mit einer guten Infrastruktur für E-Mobilität, trotzdem mit einer verbesserten Qualität des ÖPNV in den nächsten Jahren fortfahren wollen. Das wird auch nicht billig, aber das ist jetzt unser Auftrag. Was bedeutet die Ablehnung der Campusbahn für den ÖPNV in Aachen? Philipp: Zunächst einmal müssen wir die Campus-Erschließung von den Fahrzeugkilometern her für den ÖPNV sicherstellen. Das war jedem klar, das kostet Geld, das wollen wir machen. Das ist aber nur der erste Schritt. Wir müssen zugleich auch die Elektro-Mobilität auf andere Weise in der Infrastruktur sicherstellen. Das heißt, wir werden planen, wo in der Stadt welche Umspannstationen und welche Flächen bereitgestellt werden, um dann auch ein Netz von möglichen Ladestationen zu knüpfen, das wir jetzt nicht automatisch mit der Campusbahn verbinden können. Gibt es schon einen konkreten Plan B? Philipp: Nein, die Campusbahn war der Plan für 2019. Die Alternative ist im Grunde ein Stufenprojekt. Wir können jetzt sukzessive den Busverkehr so ausbauen, dass man alle ein, zwei Jahre etwas Neues hinzufügt und jetzt auch nicht alles entscheiden muss. Aber dass wir 2019 bei einer ähnlich attraktiven Lösung angekommen sein müssen, steht für mich außer Frage. Ist das Ergebnis eine Art Denkzettel für die Politik? Philipp: Ich glaube, dass es eine generelle Stimmung gab. Es wurden uns so oft im Zusammenhang mit der Campusbahn Projekte wie der Berliner Flughafen oder Stuttgart 21 bei Diskussionsveranstaltungen vorgehalten. Ich glaube, dass das nicht wirklich ein Problem der Aachener Kommunalpolitik ist. Generell besteht bei den Bürgern momentan eine Skepsis gegenüber Investitionen. Der Auftrag kann eigentlich nur lauten, dass man sehr viel mehr darüber informiert, dass man mit Investitionen in die Zukunft unserer Stadt auch langfristig die Einnahmenseite sichert. Die Menschen haben dafür bisher nur sehr wenig Gefühl. Sie haben sich als Oberbürgermeister stark gemacht für das nun gescheiterte Großprojekt. Empfinden Sie das Nein der Bürger auch als persönliche politische Niederlage? Philipp: Das ist natürlich für mich eine Niederlage – aber nicht nur für mich, sondern für jeden, der sich für das Projekt ausgesprochen hat. Aber Niederlagen gehören auch zum politischen Geschäft. Wenn das Ergebnis so eindeutig ist – und wir aber sagen können: Wir haben alles versucht, wir haben gut argumentiert, wir haben uns aber einer breiten Front gegenüber gesehen –, dann muss man das Ergebnis so akzeptieren. Welche Lehren ziehen Sie aus diesem Ratsbürgerentscheid? Philipp: Wir müssen sehr viel daran arbeiten, Entscheidungen zu erklären. In die Frage der Weiterentwicklung unserer Stadt müssen wir die Bürger künftig mehr einbeziehen, um so mittelfristig zumindest die Angst vor Investitionen ein Stück zu mindern. Das wird aber mit Sicherheit nicht von heute auf morgen gehen. Kommentar: Als OB sollte er sich fragen, wie er eine Bürgerschaft vertreten kann, deren Meinung er so massiv falsch eingeschätzt hat! |
Wehrbeauftragter legt mit Türkei-Kritik nach
Wehrbeauftragter legt mit Türkei-Kritik nach, Nachrichten-Artikel vom 08.03.2013 10:51
Der türkische Generalstab hat die deutsche Kritik an den miserablen Bedingungen für die Bundeswehr beim Patriot-Einsatz zurückgewiesen. Der Wehrbeauftragte Königshaus ist darüber “sehr erstaunt”.
Den Artikel können Sie hier lesen:
Der Ponyhof und der „Patriot“-Einsatz
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Mo, 4. Mär. 2013 Der Ponyhof und der „Patriot“-Einsatz Deutsche Soldaten in der Türkei. Der Verteidigungsminister steht zwischen den Fronten. Von Thomas Lanig Berlin. Dass es nicht leicht wird für die Bundeswehr-Soldaten im Osten der Türkei, war von Beginn an klar. Ende Januar attackierten aufgebrachte Gegner des Nato-Einsatzes in der Hafenstadt Iskenderun eine Gruppe deutscher Soldaten, die gerade erst im Land angekommen war. Jetzt berichtet der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus, dass die rund 300 Deutschen auch bei ihren türkischen Kameraden alles andere als willkommen sind. Dabei sollen sie doch den Nato-Partner mit „Patriot“-Raketen gegen Angriffe aus Syrien schützen. Vorübergehende Probleme oder neue Belastung für die komplizierten deutsch-türkischen Beziehungen? Verteidigungsminister Thomas de Maizière spricht von Übergangserscheinungen. Verdreckte Toiletten, verspätete Feldpost, keine Zigaretten, nichts als Fladenbrot und Hundekadaver auf dem Kasernengelände von Kahramanmaras: Das mag auch noch unter der Überschrift „kulturelle Unterschiede“ durchgehen. Schwerer wiegt aber der Vorwurf, die türkische Armee unterbinde den Kontakt zwischen ihren Soldaten und den Deutschen. Und besonders problematisch: Eine deutsche Feldjägerin soll bei einer Auseinandersetzung mit einem türkischen General Prellungen davon getragen haben. Interessant ist, dass der Wehrbeauftragte und der Verteidigungsminister vor einer Woche zusammen die deutschen Soldaten in der Türkei besucht haben. Allerdings blieb Königshaus einen Tag länger. De Maizière räumt ein, dass man ihm vielleicht „eher die Schokoladenseite“ gezeigt habe. „Man muss sehen, dass Traditionen unterschiedlich sind“, sagt er. „Wenn diese neuen Unterkünfte fertig sind, wird sich vieles, was da vorgetragen worden ist, ändern.“ Aber offensichtlich gibt es auch unterschiedliche Bewertungen der Zustände in Kahramanmaras. Der CDU-Verteidigungsexperte Ernst-Reinhard Beck, der zur selben Zeit wie Königshaus die Truppe in der Türkei besucht hat, wies die scharfe Kritik des Wehrbeauftragten zurück. „Meinem Eindruck nach ist das absolut nicht gedeckt.“ Königshaus versteht sein Amt vor allem als kritische Stimme, die Beschwerden aus der Truppe Gehör verschafft. De Maizière dagegen ist mit dem Zitat in Erinnerung, niemand solle die Illusion verbreiten, „als könne die Bundeswehr ein Leben wie auf einem Ponyhof bieten“. Gerade erst hat der Minister den „oft übertriebenen Wunsch nach Wertschätzung“ in der Bundeswehr kritisiert. „Hört einfach auf, dauernd nach Anerkennung zu gieren“, sagte er – und entschuldigte sich später für die „falsche Tonlage“. Wie sensibel die deutsch-türkischen Beziehungen sind, konnte Kanzlerin Angela Merkel vor einer Woche bei ihrem Besuch feststellen. Die sehr selbstbewusst gewordene Türkei verübelt Merkel nach wie vor den mangelnden Einsatz für eine EU-Mitgliedschaft, gleichzeitig wird gewarnt, man brauche Europa bald gar nicht mehr. Der Nato-Partner Türkei begrüßt zwar die deutsche Unterstützung an der syrischen Grenze, man will sich aber von den Deutschen nicht die konkreten Bedingungen vorschreiben lassen, weder den Zustand der Klos noch den Kantinenplan. Bis auf weiteres wohnen die deutschen Soldaten übrigens im Hotel – bis die neuen Unterkünfte fertig sind. Afghanistan bietet bessere Verhältnisse Die Einsatzbedingungen in der Türkei sind anders und deutlich schlechter als etwa im großen Hauptquartier von Masar-i-Scharif in Afghanistan, wo Bundeswehr-Soldaten sich inzwischen fast wie in einer deutschen Kleinstadt fühlen können. Der Einsatz dort steht unter ihrer Regie und Verantwortung, im türkischen Kahramanmaras dagegen sind sie Gäste. Vermutlich deshalb will die türkische Armee dort auch keine deutschen Flaggen und Ortsschilder dulden. (dpa) |
Wenig Hilfe, keine Kontaktfreude, mangelnde Hygiene
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Mo, 4. Mär. 2013 Wenig Hilfe, keine Kontaktfreude, mangelnde Hygiene Wehrbeauftragter Königshaus unterrichtet Verteidigungsausschuss über Probleme beim Türkei-Einsatz der Bundeswehr Berlin. Der Bundeswehr-Einsatz in der Türkei wird nach Einschätzung des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (FDP) von Spannungen überschattet. Die Zusammenarbeit mit türkischen Soldaten werde von deutscher Seite „überwiegend als problematisch empfunden“, schrieb Königshaus in einem am Wochenende bekannt gewordenen Bericht an den Verteidigungsausschuss. Königshaus hatte die seit gut einem Monat im osttürkischen Kahramanmaras stationierten Bundeswehreinheiten vom 22. bis zum 24. Februar besucht, die im Rahmen eines Nato-Einsatzes die Türkei vor einem möglichen Angriff aus Syrien schützen sollen. Laut seinem Bericht empfinden die Bundeswehrsoldaten die türkische Seite als „wenig hilfreich“. Königshaus führt zahlreiche Missstände auf. So sehe die türkische Armee den Kontakt zu deutschen Soldaten „offenbar ungern“. Türkische Soldaten, die dennoch Kontakt mit den Deutschen aufnähmen, würden durch ihre Vorgesetzten „gemaßregelt“. Zudem habe die türkische Seite gefordert, in der Kaserne die deutsche Flagge und Ortsschilder von Standorten der Heimatverbände zu entfernen. Auch von mangelnden hygienischen Zuständen berichtet der Wehrbeauftragte. Die Besichtigung eines Gebäudes, in dem Teile des Stabs untergebracht seien, habe „erhebliche Beanstandungen“ ergeben. Der Boden der sanitären Anlagen sei mit Schlamm verschmiert gewesen. Zudem seien Toilettenschüsseln „außen wie innen mit Kot und Urin verdreckt“ gewesen. Die meisten Toiletten verfügten nicht über eine Wasserspülung. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte „gewisse Probleme“. Es müsse aber beachtet werden, „dass die Traditionen unterschiedlich sind“, ergänzte de Maizière. „Unsere türkischen Gastgeber haben sich inzwischen viel Mühe gegeben.“(afp) |
Reich der Mitte hält sich nicht an Regeln: China drückt uns an die Wand
FOCUS Online, 26.02.2013, 10:21
Reich der Mitte hält sich nicht an Regeln: China drückt uns an die Wand
Der Aufstieg des Roten Drachen ist Fluch und Segen zugleich. Denn das Riesenreich hält sich nicht an die Regeln. Die Polit-Bonzen tricksen das Land zur Weltwirtschaftsmacht Nummer eins – überall wo China gewinnt, verliert Deutschland.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie unter der URL http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/reich-der-mitte-haelt-sich-nicht-an-regeln-china-drueckt-uns-an-die-wand_aid_927014.html
Der unheimliche Partner: So groß ist die Bedrohung aus China
Der unheimliche Partner: So groß ist die Bedrohung aus China
Säbelrasseln, soziale Unruhen, Spionage, Angriff auf „Made in Germany“: Der Milliardenstaat China hält sich im Wettlauf mit dem Westen nicht an Regeln. Ein FOCUS-Report über die dunkle Seite von Deutschlands so bedeutendem Wirtschaftspartner.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie unter der URL http://www.focus.de/finanzen/news/konjunktur/tid-29877/der-unheimliche-partner-so-gross-ist-die-bedrohung-aus-china_aid_925933.html
US-Vizepräsident lobt Vorzüge eines Gewehrs im Haus: Biden feuert lieber mit Schrotflinten als mit Sturmgewehren
FOCUS Online, 20.02.2013, 11:29
US-Vizepräsident lobt Vorzüge eines Gewehrs im Haus: Biden feuert lieber mit Schrotflinten als mit Sturmgewehren
Ausgerechnet US-Vizepräsident Joe Biden, der nach dem Amoklauf von Newtown Möglichkeiten zur Eindämmung der Waffengewalt suchen sollte, hat die Vorzüge eines Gewehrs im Haus gelobt. Und empfiehlt eine doppelläufige Flinte für zu Hause.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie unter der URL http://www.focus.de/politik/ausland/usa/us-vizepraesident-lobt-vorzuege-eines-gewehrs-im-haus-biden-feuert-lieber-mit-schrotflinten-als-mit-sturmgewehren_aid_923376.html
Kommentar: Vizepräsident Biden, der sich um die Reglementierung der US Waffengesetze kümmern soll, hat nun auch verstanden, dass es nicht die Waffe ist, die Aufspringt, und Menschen tötet, sondern es ist der Mensch, der tötet, die Waffe ist mur Hilfsmittel. Die tödlichste Waffe ist die Flinte, nicht das Sturmgewehr, wie jeder Profi bestätigen wird.
Nicht die Waffen sind zu reglementieren, der Mensch muss erkennen, das auch der andere Mensch ein Recht auf Existenz hat. Hier ist der Ansatz, um z. B. Amokläufe zu verhindern.
Ein Schlupfloch weniger
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Fr, 15. Feb. 2013 Schweiz schließt Steuerabkommen mit den USA Bern. Amerikaner können spätestens ab 2014 keine Schwarzgeld-Vermögen mehr in der Schweiz verstecken. Ein entsprechendes Abkommen ist nach langen Verhandlungen gestern von US-Botschafter Don Beyer und Finanzstaatssekretär Michael Ambühl unterzeichnet worden. Es war zuvor von der Schweizer Regierung gebilligt worden, muss aber noch vom Parlament ratifiziert werden. Mit dem Vertrag verpflichtet sich die Schweiz zur Einhaltung der Vorschriften des US-Steuergesetzes „Foreign Account Tax Compliance Act“. Danach müssen ausländische Geldinstitute Konten von US-Bürgern den US-Behörden melden und alle gewünschten Auskünfte dazu erteilen. Weil sonst der Ausschluss vom US-Kapitalmarkt – dem größten der Welt – droht, hätten sich Schweizer Banken mit der Übernahme der Bestimmungen einverstanden erklärt, hieß es in Schweizer Medienberichten.(dpa)
Kommentar: Und warum kann ein solches Abkommen nicht auch zwischen der Deutschland und der Schweiz abgeschlossen werden? Warum üben wir nicht den selben Druck auf die Schweiz aus wie die USA? |