Französisches Stolpern

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/25555

19.05.2016 – von Ulrich Sahm

 

Die alte Nahost-Kolonialmacht Frankreich will wieder mitmischen. Diesmal soll der Frieden zwischen Israel und den Palästinensern bewerkstelligt werden. Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault hatte Israel und die palästinensischen Gebiete besucht, um Premierminister Benjamin Netanjahu und Präsident Mahmud Abbas die französische Initiative einer Friedenskonferenz im Herbst schmackhaft zu machen.

Doch erst einmal wird es nichts mit der Friedensmacht Frankreich. Schon ein Vorbereitungstreffen am 30. Mai wurde abgesagt, Staatspräsident François Hollande verschob es vage auf Sommer. Angeblich habe US-Außenminister John Kerry Ende Mai keine Zeit.

quartett Dabei hatte Frankreich alles schön geplant. Ayrault hatte erklärt: »Wir müssen agieren, bevor es zu spät ist.« Der Friedensprozess sei eingefroren. Eine internationale Intervention sei notwendig, »weil die Lage täglich schlimmer wird«.

Am 25. Mai soll nach einem Ministertreffen des Nahostquartetts (EU, UN, USA und Russland) ein Bericht zum Stand des Israel-Palästina-Konflikts veröffentlicht werden. Dieser soll die Grundlage für die von Paris vorgeschlagene Konferenz im Herbst bilden. Ein schöner Plan, der nach der Absage des Vorbereitungstreffens Ende Mai – zu dem interessanterweise weder Israel noch Palästinenser eingeladen waren – noch mehr in der Schwebe ist.

Präsident Abbas hatte die französische Initiative begrüßt – nicht zuletzt, weil die Palästinenser eine »Internationalisierung« des Konflikts anstreben, um so direkten Verhandlungen mit Israel auszuweichen.

konferenz Aus diesem Grund hatte Netanjahu die Pariser Pläne abgelehnt. So wie die Konferenz konzipiert war, rücke der Frieden in weite Ferne, weil sie den Palästinensern die Chance geboten hätte, erneut vor Gesprächen mit Israel aus dem Weg zu gehen.

Das französische Unternehmen war schon mit denkbar schlechten Karten gestartet. Paris hatte für eine UNESCO-Resolution votiert, die jegliche Verbindung des jüdischen Volkes zum Tempelberg leugnete. Netanjahu hatte deswegen einen ungewöhnlich scharfen Protestbrief an Präsident François Hollande geschickt. Ayrault hat das französische Votum als »Missverständnis« abgetan. Er wolle persönlich dafür sorgen, dass es sich nicht wiederholt. Nach Angaben israelischer Beamter verweigerte er sich jedoch der Forderung Netanjahus, die Zustimmung zu der UNESCO-Resolution zu widerrufen.

Nicht nur deshalb hat Netanjahu Zweifel, ob Frankreich tatsächlich ein fairer Vermittler sein und gar die Amerikaner ersetzen könne. Die USA hatten bis zum Abbruch des Friedensprozesses 2014 alle Vermittlungsrollen in Nahost eingenommen.

absage Der russische UN-Diplomat Vladimir Safronkov hatte Paris schon früh eine Absage erteilt. Das Nahostquartett sei der »einzige legitime Vermittlungsrahmen für einen Nahostfrieden und regionale Sicherheit«.

Noch bevor Ayrault in Jerusalem eingetroffen war, hatte Netanjahu erklärt: »Der skandalöse UNESCO-Beschluss, den Frankreich unterstützt hat, erkennt nicht die Jahrtausende währende Verbindung des jüdischen Volkes zum Jerusalemer Tempelberg an. Das wirft Schatten auf die Ausgewogenheit eines jeglichen von Frankreich einberufenen Forums.«

Für Netanjahu seien direkte Verhandlungen ohne Vorbedingungen der einzige Weg zu einem Frieden. »Unsere Erfahrung lehrt, dass Verhandlungen der einzige Pfad zu einem Frieden mit Ägypten und Jordanien waren, während alle anderen Mittel gescheitert sind.« Die Palästinenser müssten sich der Wurzel des Konflikts stellen: der Nichtanerkennung des jüdischen Staates Israel. Angesichts dessen äußerte Ayrault die Hoffnung, dass sich Israel bis zum Herbst besinnen und beteiligen werde. Wahrscheinlich ist das alles nicht.

verbündete Bis 1968 war Frankreich ein entscheidender Verbündeter Israels und Waffenlieferant, während die USA kaum Einfluss hatten. Das änderte sich mit dem 1968 von Präsident Charles de Gaulle verhängten Waffenembargo. Seitdem hat Frankreich ein eher problematisches Verhältnis zu Israel. Immer wieder provozierte Paris das kleine Mittelmeerland.

Der Versuch, die Amerikaner als Nahostvermittler zu ersetzen, wirkt auf viele Israelis überheblich. In Jerusalem und Tel Aviv vermuten etliche Beobachter, dass die Initiative weniger etwas mit französischer Sorge um den Frieden im Nahen Osten, als vielmehr mit dem Versuch der angeschlagenen Hollande-Administration zu tun habe, mit außenpolitischen Initiativen innenpolitisch zu punkten.

Bundestagsentschließung zu Völkermord: Armenien-Resolution verärgert Erdogan

SPIEGEL ONLINE, 18.05.2016

Eine Resolution des Bundestags stößt auf Kritik bei der türkischen

Regierung: Die Äußerung zum Völkermord an den Armeniern sei eine politische Ausbeutung des Themas, so ein Sprecher von Präsident Erdogan.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/voelkermord-an-armeniern-recep-tayyip-erdogan-kritisiert-bundestagsresolution-a-1092897.html

Videokameras im Auto: Oberlandesgericht akzeptiert Dashcam-Aufnahme als Beweismittel

SPIEGEL ONLINE, 18.05.2016

Aufnahmen mit Dashcams sind als Beweismittel umstritten. Das Oberlandesgericht Stuttgart will sie jedoch grundsätzlich zulassen – wenn wie in einem aktuellen Fall bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/auto/aktuell/dashcam-oberlandesgericht-akzeptiert-auto-aufnahme-als-beweismittel-a-1092899.html

Royal Air Force fängt russische Jets nahe Estland ab

Nachrichten-Artikel vom 18.05.2016 10:49 Russland setzt weiter auf Provokation: An der Grenze zu Estland hat die Royal Air Force im Rahmen einer Nato-Mission fünf Flugzeuge abgefangen. Es ist bereits der zweite Zwischenfall in einer Woche. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/ausland/article155441073/Royal-Air-Force-faengt-russische-Jets-nahe-Estland-ab.html

Dieser Kampfbomber soll Israels Wüste begrünen

Nachrichten-Artikel vom 18.05.2016 09:07 In diesem Jahr wird das modernste Kampfflugzeug der Welt in Israel landen. Mit dem neuen Luftwaffenstützpunkt für die F-35 will Israel seine Luftüberlegenheit sichern – und den Negev entwickeln. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/ausland/article155438474/Dieser-Kampfbomber-soll-Israels-Wueste-begruenen.html

Ein Verbot des Schächtens wäre antisemitisch

Nachrichten-Artikel vom 18.05.2016 07:33 Die AfD spricht sich in ihrem Programm gegen das Schächten aus. Aber der Brauch der Muslime und Juden gehört zum Recht auf Religionsfreiheit. Was will die Rechtspartei wirklich? Eine Geschichtsstunde. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/kultur/article155429051/Ein-Verbot-des-Schaechtens-waere-antisemitisch.html

Russische Hacker hinter der Attacke auf die CDU?

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14.05.2016

Russische Hacker hinter der Attacke auf die CDU?

Berlin. Der Verfassungsschutz hat angesichts jüngster Hacker-Attacken auf die Bundes-CDU und das Parlament vor verstärkten russischen Cyber-Attacken auf deutsche Ziele gewarnt. „Die Informationssicherheit deutscher Stellen in Regierung, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung ist permanent bedroht“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen in Berlin. „Das gilt besonders für kritische Infrastrukturen“ wie Kraft- oder Wasserwerke oder die Stromversorgung.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die CDU-Zentrale von Kanzlerin Angela Merkel Ziel eines vermutlich aus Russland gesteuerten Hacker-Angriffs geworden ist. Wie bei dem Angriff auf das Datennetz des Bundestags vor gut einem Jahr werden hinter der Attacke russische Hacker mit staatlichem Hintergrund vermutet. Das BfV hatte das Parlament 2015 auf den Angriff der Hacker-Gruppe hingewiesen, die unter den Bezeichnungen „Sofacy“ und „APT 28“ bekannt ist.  ▶ Blickpunkt

 

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14.05.2016

Berlin im Visier russischer Hacker

Sicherheitsexperten warnen vor der wachsenden Gefahr durch Cyber-Attacken aus Russland. Nun wurde die Berliner CDU-Zentrale angegriffen. Immer öfter geht es nicht nur um Spionage, sondern auch um Sabotage.

Von Jörg Blank

Berlin. Zweimal innerhalb eines Jahres wird die deutsche Politik Ziel von Cyber-Angriffen vermutlich russischer Hacker: Im Frühjahr 2015 greift eine unter den Namen „Sofacy“ und „APT28“ bekannte Gruppe den Bundestag an. Große Datenmengen fließen ab, das IT-System des Parlaments muss neu aufgesetzt werden. Seit April nimmt dieselbe Hackertruppe die CDU-Zentrale in Berlin ins Visier. Fragen und Antworten zur Bedrohung aus dem Internet:

Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Sie ist generell kaum zu unterschätzen. Kriminelle spionieren private Passwörter aus und plündern Bankkonten. Während sich Großunternehmen laut Experten relativ gut vor Wirtschaftsspionage schützen, beklagen die Behörden häufig, dass gerade die in Deutschland wichtigen Mittelständler zu wenig gegen Cyber-Attacken tun.

Der Verfassungsschutz warnt vor Attacken aus Russland. Warum?

Nachzuweisen ist es nicht, doch Sicherheitsexperten vermuten staatlich unterstützte Stellen in Moskau oder St. Petersburg hinter Angriffen wie jenen auf die CDU. Die russischen Hacker gehen professioneller vor als etwa Angreifer aus China. Es wird viel Geld und Personal in die Cyber-Attacken gesteckt. Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen sieht den Cyberraum als Ort hybrider Kriegsführung. Das dürfte der russische Präsident Wladimir Putin ähnlich sehen.

Welche Einrichtungen sind besonders gefährdet?

Der Verfassungsschutz sieht die IT-Sicherheit in Regierung, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung unter einer permanenten Bedrohung. Besonders gilt das für sogenannte „Kritische Infrastrukturen“, wie etwa die Energie- oder Wasserversorgung. Russische Hacker-Gruppen haben beispielsweise am 23. Dezember 2015 erfolgreich ein Kraftwerk in der Westukraine angegriffen. In Hunderttausenden Haushalten ging das Licht aus. Das Innenministerium in Berlin betont, Deutschland sei gut geschützt.

Wie greifen die Hacker die CDU an?

Im Prinzip mit uralten Tricks. Bei der Attacke wird laut Sicherheitsexperten ein Webmail-Server gespiegelt. Die Nutzer sollen denken, sie würden sich auf der ihnen bekannten CDU-Internetseite anmelden. Dabei geben sie ihre Daten auf einer wohl von Spionen oder Kriminellen betriebenen Seite ein. Der Server, von dem aus die Internet-Seite betrieben wird, steht demnach in Lettland.

Was wollen die Angreifer erreichen?

Mit der täuschend echt aussehenden, gefakten CDU-Internetseite wollen die Hacker Parteimitglieder dazu verführen, dort Benutzernamen und Passwort einzutragen. Die Daten würden zu den Cyber-Spionen umgeleitet und könnten dann beliebig genutzt werden.

Was könnten Hacker mit den Infos anfangen?

Einerseits könnten sie in den internen Mitgliederbereich der CDU vordringen. Zudem könnten die Angreifer gefälschte, aber unverdächtig aussehende Mails mit den Absendern der CDU-Mitglieder verschicken. Diese Nachrichten könnten die Empfänger wiederum auf mit Schadsoftware verseuchte Internetseiten leiten.

Sind schon Daten abgeflossen?

Beim Angriff auf die CDU ist das unklar, aber eher unwahrscheinlich. Bei der mutmaßlich von derselben Hacker-Gruppe gesteuerten Attacke auf den Bundestag sind 2015 aber Daten in großem Umfang abgegriffen worden. Nachdem das IT-System des Bundestages im Sommer vergangenen Jahres neu aufgesetzt wurde, ist dieses Datenloch gestopft, heißt es.

Wer oder was ist „Sofacy“?

In westlichen IT-Sicherheitskreisen wird unter den Bezeichnungen „Sofacy“ oder „APT28“ eine Hacker-Gruppe geführt, bei der eine Verbindung zu russischen Regierungsstellen vermutet wird. Handfeste Beweise dafür gibt es, wie fast immer in solchen Fällen, nicht.

Was spricht für Verbindungen nach Moskau?

Es gibt Indizien: Ziele der Attacken waren schon die Nato, Regierungsstellen in Osteuropa oder dem Kaukasus sowie kritische Journalisten in Russland. Zeitstempel in der eingesetzten Schadsoftware entsprechen nach Informationen aus Sicherheitskreisen den üblichen Arbeitszeiten im europäischen Teil Russlands.

Geheimdienste: Kanzleramt stoppt neue BND-Kooperation mit USA

SPIEGEL ONLINE, 14.05.2016

Die Bundesregierung hat Angst vor einer neuen Geheimdienstaffäre. Nach Informationen des SPIEGEL sagte Deutschland ein Projekt mit US-Behörden in Jordanien ab. Dort sollten Dschihadisten observiert werden.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundesnachrichtendienst-kanzleramt-stoppt-neue-kooperation-mit-usa-a-1092322.html