Unterstützer Israels mit Ehrenpreis ausgezeichnet

Di, 15. Dez. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokales / Seite 19

Unterstützer Israels mit Ehrenpreis ausgezeichnet

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Aachen würdigt das politische Engagement des „Mideast Freedom Forum Berlin“

Von Birgit Triesch

Aachen. Frieden, Demokratie und individuelle Freiheit im Nahen Osten – für diese Werte engagiert sich in besonderer Weise die Institution „Mideast Freedom Forum Berlin/Stop the Bomb“ (kurz MFFB), ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Publizisten, Mitgliedern jüdischer Organisationen und Exiliranern. Nach Bekanntgabe des iranischen Atomprogramms rief das MFFB im Jahr 2008 in Wien kurzerhand die Kampagne „Stop the bomb“ ins Leben. Mittlerweile hat sich diese Kampagne in acht europäischen Ländern etabliert.

„Ihr Ziel ist es, vor den drohenden globalen Gefahren durch Atomwaffen des iranischen Regimes zu warnen und für harte wirtschaftliche und diplomatische Sanktionen gegen die islamische Republik Iran einzutreten“, betonte der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen, Axel Holst. Für ihr Engagement erhielt das MFFB jetzt den Ehrenpreis 2015 der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen (DIG).

In seiner Begrüßung erklärte Rogel Rachman, Gesandter-Botschaftsrat, dass Solidarität keine Grenzen kenne und das MFFB in erster Linie einen Staat unterstütze, in dem eine nukleare Bedrohung aus dem Iran vorherrsche. „Die Terroristen wollen das Gebiet und die Menschen vernichtet sehen“, so Rachman über den Antisemitismus, der mit den Werkzeugen des 21. Jahrhunderts ausgetragen werde. Besonders honoriere er, dass das MFFB deutlich zeige, dass Israel nicht alleine stehen würde. Herausragend für diese Institution, die sich durch Spenden finanziert, sei, dass auch Taten folgten. Dies betonte auch der Osnabrücker Politikwissenschaftler und Publizist Matthias Küntzel in seiner Laudatio, bei der er auf den Kauf von Siemens-Aktien durch das MFFB hinwies. Bei der Hauptversammlung der Aktionäre der Firma Siemens konnte daraufhin der Vorsitzende des MFFB, Michael Spaney, plädieren, die Zusammenarbeit mit dem Iran bis zur Lösung des Atomkonfliktes aus zusetzen. Das MFFB setze sich auch für die Bildung ein und veranstalte Seminare zu den Themen Antisemitismus, Israelfeindschaft, Rassenhass, Ausländerfeindlichkeit und den Holocaust. Weiterhin sei das MFFB im Sektor Öffentlichkeitsarbeit tätig und stelle Journalisten und Politikern laufend Informationen über das iranische Regime zur Verfügung. In seiner Dankesrede zeigte sich Spaney gerührt über die Auszeichnung, kritisierte aber gleichzeitig scharf den Iran. Weiterhin betonte Spaney, dass Israel trotz aller Schwierigkeiten versuche, die Demokratie aufrecht zu erhalten und schließlich die Hamas den Krieg entfacht habe. Während Israel bei Gegenangriffen „vorsichtig anklopft“, um möglichst zivile Tote zu vermeiden, missbrauche die Hamas Frauen und Kinder als Schutzschilder, so Spaney.

Illustre Reihe

Mit der Ehrung, die seit 2005 im Offiziersheim „Gut Neuhaus“ verliehen wird, tritt nun das Mideast Freedom Forum Berlin in die illustre Reihe der zuvor Ausgezeichneten – wie beispielsweise Iris Berben, Jürgen Rüttgers, Charlotte Knobloch und Gitta Connemann.

In diesem Rahmen wurde zudem wie bereits in den Jahren zuvor ein symbolischer Scheck an das Magen David Adom (Hilfsorganisation in Israel) überreicht.

Die falsche Hoffnung

Debatte Atomdeal mit dem Iran

http://taz.de/!5222759/

Debatte Atomdeal mit dem Iran

Die falsche Hoffnung

Entweder ein Deal mit dem Iran oder es gibt Krieg. Diese Rechnung hat US-Präsident Obama aufgemacht. Seine Argumentation greift zu kurz.

Porträt Obama, im Hintergrund die amerikanische Flagge

Hat sich Obama mit dem Atomdeal verrechnet?  Foto: dpa

Unlängst machte Philipp Ackermann, die Nummer zwei der deutschen Diplomaten in den USA, gegenüber der amerikanischen Zeitung Politico deutlich: „In Deutschland gibt es keine Debatte über den Iran-Deal. Nicht im Parlament und nicht in der Zivilgesellschaft.“

Er bedauerte das jedoch nicht, sondern war vielmehr stolz auf die unkritische Akzeptanz der Wiener Vereinbarung zwischen den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland und dem Regime in Teheran. Dabei steht nun fest, dass Iran innerhalb von zehn Jahren Nuklearwaffen bauen kann. Was das vor allem für Israel bedeuten kann, hat das iranische Regime der Welt in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich gemacht: Der jüdische Staat soll von der Landkarte verschwinden.

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Dennoch gibt es hierzulande tatsächlich keinerlei Diskussion über das Abkommen. Mehr noch: Es wird nicht einmal über die gravierenden Nachteile des Deals informiert. Stattdessen finden sich Kommentare, die auch noch auf antisemitische und antiamerikanische Stereotype zurückgreifen. So wie der Beitrag von Bernd Pickert in der taz vom 26. Juli, in dem die proisraelische Vereinigung Aipac als „eine Art ständiger Geldautomat für US-Wahlkämpfer“ bezeichnet wird.

Auch von einer „notwendigen Emanzipation“ der USA von Israel ist die Rede – als bestimme der jüdische Staat die amerikanische Politik. Mit Analyse hat das nichts zu tun, mit antijüdischer Stimmungsmache dagegen leider umso mehr.

In deutlichem Kontrast dazu läuft in den Vereinigten Staaten eine hitzige Debatte über das Wiener Abkommen. Je mehr sich die Amerikaner über die Details des 159 Seiten umfassenden Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) informieren, umso stärker wird ihre Opposition gegen die Vereinbarung. Die Skepsis und das Misstrauen gegenüber der Obama-Regierung steigt sowohl im Kongress als auch in der Bevölkerung, weil der amerikanische Präsident einige „Side Deals“ des Vertrags nicht publik macht. Für eine Regierung, die sich als die transparenteste in der amerikanischen Geschichte versteht, ist das eine fragwürdige Haltung.

Zwei wichtigen Umfragen zufolge lehnt dann auch eine Mehrheit der Amerikaner den Iran-Deal ab. Nach einer Erhebung der Quinnipiac University in Connecticut sind 57 Prozent der US-Bürger dagegen und nur 28 Prozent dafür. Laut CNN/ORC wollen 52 Prozent, dass der Kongress gegen die Vereinbarung stimmt, und 44 Prozent, dass er sie annimmt.

Dass der Iran nach Nuklearwaffen strebt, ergibt sich auch aus dem Verfassungsschutzbericht des Jahres 2014. Darin heißt es: „Nachdem die vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) festgestellten illegalen iranischen Beschaffungsversuche in Deutschland in den letzten Jahren beständig angestiegen sind, befinden sie sich auf einem auch im internationalen Vergleich quantitativ hohen Niveau. Dies gilt vor allem für Güter, die im Bereich Nukleartechnik eingesetzt werden können. Im Jahr 2014 stellte das BfV eine steigende Zahl iranischer Beschaffungsversuche im Bereich des von dem Staat betriebenen ambitionierten Trägertechnologieprogramms fest, das auch dem Einsatz von Kernwaffen dienen könnte.“

Weiterhin nukleare Ambitionen

Kurz vor der Einigung von Wien war aus deutschen Sicherheitskreisen zu erfahren, dass der Iran seine atomaren Ambitionen trotz aller Gespräche aufrechterhalten wird. Vonseiten einer Geheimdienstquelle hieß es: „Man sollte angesichts der Verhandlungen annehmen, dass der Iran seine Aktivitäten einstellen wird. Aber trotz der Gespräche gibt es in dieser Hinsicht keine Kehrtwende.“

Mit anderen Worten: Das iranische Regime bemühte sich in Deutschland bis Ende Juni 2015 trotz der Sanktionen aktiv und gezielt um Nuklear- und Raketentechnologie. Eine brisante Information, über die in den deutschen Medien jedoch nichts zu erfahren war.

Im Zusammenhang mit dem JCPOA hat die Obama-Regierung versprochen, dass die Inspektoren ungehinderten Zugang zu iranischen Nuklear- und Militäranlagen haben werden – „anytime“ und „anywhere“. Das hat sich jedoch als leeres Versprechen entpuppt. Denn vor einer Inspektion muss erst ein bürokratischer Prozess ins Rollen gebracht werden, der einen Zugang aller Voraussicht nach erst 24 Tage später ermöglicht. Genug Zeit für das iranische Regime, um etwaige Spuren von Beschaffungsaktivitäten zu verwischen.

700 Todesurteile in diesem Jahr

Zudem hat das Regime bereits angekündigt, den Inspektoren keinen Zugang zu bestimmten militärischen Anlagen zu gewähren. Damit setzt es seine betrügerische Linie bezüglich seines Nuklearprogramms fort, und nichts deutet darauf hin, dass sich daran künftig etwas ändern wird.

Und das, obwohl es unter dem angeblich moderaten iranischen Präsidenten Rohani deutlich mehr Hinrichtungen gibt als zu Zeiten Mahmud Ahmadinedschads. Fast 700 Todesurteile wurden bereits vollstreckt, mit über 1.000 Hinrichtungen bis Ende dieses Jahres rechnet Amnesty International. Laut Wikileaks aus 2008 hat das Regime seit der Gründung der „Islamischen Republik“ zwischen 4.000 und 6.000 Lesben und Schwule staatlich ermorden lassen.

Wie gleichgültig es vielen Unternehmen ist, dass im Iran die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, lässt sich gut am Beispiel des österreichischen Kranherstellers Palfinger erkennen. Dessen CEO, Herbert Ortner, hat den Iran als „Hoffnungsmarkt“ bezeichnet. Dass daran vor dem Beginn der Sanktionen Menschen aufgeknüpft wurden – unter anderem an einem Kran seines Unternehmens –, sagte er nicht.

150 Milliarden Dollar wird der Iran aus dem geschlossenen Abkommen erlösen. Ein großer Teil des Geldes wird an den syrischen Diktator Baschar al-Assad und die libanesische Terrormiliz Hisbollah fließen, damit diese ihren Krieg gegen die syrische Bevölkerung weiterführen können.

US-Präsident Barack Obama hat eine falsche Rechnung aufgemacht: entweder der Iran-Deal oder Krieg. Vielmehr wird die Kriegsgefahr durch die Vereinbarung erst recht steigen. Es bleibt vorerst nur die Hoffnung, dass der Kongress das Abkommen ablehnt.

Was wird aus dem Judenhass der Flüchtlinge?

Nachrichten-Artikel vom 14.12.2015 17:57 Die Menschen, die aus Syrien kommen, entstammen einer Kultur, die antisemitisch und undemokratisch ist. Was wird aus der Last dieser Vergangenheit? Wie werden sich die Menschen hier entwickeln? Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article149944120/Was-wird-aus-dem-Judenhass-der-Fluechtlinge.html

"Die Hubschrauberlage ist ein Fiasko!"

Nachrichten-Artikel vom 14.12.2015 02:01 Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels attestiert der Bundeswehr extreme Mängel bei Ausrüstung und Personal. Teilweise reiche das Gerät in Deutschland nicht einmal zum Üben. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/deutschland/article149914142/Die-Hubschrauberlage-ist-ein-Fiasko.html

93-jähriger Auschwitz-Wachmann wird angeklagt

Mo, 14. Dez. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Region AN Titel / Seite 9

93-jähriger Auschwitz-Wachmann wird angeklagt

Späte Aufarbeitung: Mitte Februar beginnt der Prozess gegen den Mann aus Lippe. Vorwurf: Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen.

Von Florentine Dame

Detmold/Dortmund. Für Auschwitz-Überlebende und ihre Nachkommen ist es ein spätes aber wichtiges Zeichen: Das Landgericht Detmold macht einem Mann den Prozess, der vor mehr als 70 Jahren Wachmann im Vernichtungslager Auschwitz gewesen sein soll. Die nordrhein-westfälische Zentralstelle für NS-Verbrechen bei der Staatsanwaltschaft Dortmund wirft dem heute 93-Jährigen vor, zwischen 1943 und 1944 am Massenmord in dem KZ beteiligt gewesen zu sein.

Nach Erkenntnissen der Dortmunder Ermittler soll der damalige Unterscharführer der SS 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz versetzt worden sein. Der Anklage zufolge wachte er über die Ankunft jüdischer Deportationsopfer, über Massenerschießungen, war beteiligt an der Selektion kranker und schwacher Gefangener. Beihilfe zum Mord in mehr als 170 000 Fällen wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Der Mann aus Lippe habe als Wachmann die vieltausendfachen Tötungen der Lagerinsassen fördern oder zumindest erleichtern wollen, wirft ihm die Anklage weiter vor. Ihm sei bewusst gewesen, dass das System Vernichtungslager nur funktionieren konnte, wenn die Opfer durch Gehilfen wie ihn bewacht wurden.

„Alles, was einen gewissen Ausgleich schafft zur jahrzehntelangen Untätigkeit der Justiz, ist für die Überlebenden eine gute Nachricht“, sagt Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees. „Das Verfahren wird weltweit Aufmerksamkeit erregen – als gutes Signal, dass Aufarbeitung nach so langer Zeit doch noch möglich ist.“ Große Aufmerksamkeit wird dem Prozess auch deshalb zuteil, weil er mehr als 70 Jahre nach Kriegsende einer der letzten sein wird, in dem die Täter von damals zur Verantwortung gezogen werden können.

In jüngster Zeit waren einige hochbetagte NS-Kriegsverbrecher für schuldig erklärt worden, weil sie ihren Teil zum Funktionieren der Tötungsmaschine beitrugen. Erst im Sommer hatte das Landgericht Lüneburg in einem noch nicht rechtskräftigen Schuldspruch Oskar Gröning als „Buchhalter von Auschwitz“ zu vier Jahren Haft verurteilt.

In den Prozessen gehe es um Genugtuung und eine längst überfällige Korrektur einer empörenden Rechtsauffassung, erklärt Werner Renz. Er ist Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts, das sich mit der Geschichte des Holocaust und dessen Aufarbeitung beschäftigt. „Viele Täter des Verwaltungsapparats oder Wachleute von damals sind nie belangt worden“, sagt er. Erst mit den Ermittlungen und Prozessen der vergangenen Jahre habe sich das geändert. „Für die allermeisten ist es zu spät.“

Als ein Dammbruch gilt das Münchener Urteil gegen den NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk. Während der Vorermittlungen gegen den Aufseher des Vernichtungslagers Sobibor definierte die NS-Fahndungsstelle in Ludwigsburg die Frage der Beihilfe neu: Demnach ist jeder zu belangen, der in einem Konzentrationslager dazu beigetragen hat, dass die Tötungsmaschinerie funktionierte – egal ob direkt als Befüller der Gaskammern oder indirekt etwa als Koch.

Der Fall Heinrich Boere am Aachener Landgericht

Am Landgericht Aachen wurde ein Fall um den deutsch-niederländischen Kriegsverbrecher Heinrich Boere verhandelt. Als Mitglied der SS gehörte er während der deutschen Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg dem sogenannten Sonderkommando Silbertanne an, das im Rahmen von Vergeltungsaktionen den Widerstand bekämpfte und unbewaffnete Zivilisten erschoss.

Boere wurde 2010 deshalb wegen dreifachen Mordes verurteilt. Am 15. Dezember 2011 trat Boere – im Alter von 90 Jahren – seine Haftstrafe an. Er starb im Dezember 2013.