Saudi-Arabien: Sieben Jahre Haft und 600 Peitschenhiebe für Blogger

SPIEGEL ONLINE, 31.07.2013

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Saudi-Arabien: Sieben Jahre Haft und 600 Peitschenhiebe für Blogger

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Er war dem saudischen Königshaus einfach zu liberal. Ein Gericht hat deshalb den Internetaktivisten Raif Badawi hart bestraft. Weil er in seinem Online-Forum Diskussionen über das Verhältnis von Religion und Politik anstieß, habe der Blogger den Islam beleidigt, so das Urteil.

Von Christoph Sydow

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,914041,00.html

Vogel aus Israel: Türken stellten Falken unter Spionageverdacht

SPIEGEL ONLINE, 27.07.2013

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Vogel aus Israel: Türken stellten Falken unter Spionageverdacht

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Der Verdacht: Spionage für Israel. Das Indiz: ein Ring mit der Prägung

„24311 Tel Avivunia Israel“. In einem türkischen Dorf reichte dies aus, um einen Falken festzusetzen und den Behörden zu übergeben. Es folgten intensive medizinische Untersuchungen des Greifvogels.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,913440,00.html

Ägyptens Armee erobert die Sinai-Halbinsel zurück

Ägyptens Armee erobert die Sinai-Halbinsel zurück, Nachrichten-Artikel vom 25.07.2013 18:56

Kairo verstärkt den Kampf gegen marodierende Extremisten auf der Sinai-Halbinsel. Dadurch gerät auch die Hamas in Gaza unter Druck, die ihre Einnahmen aus den Schmugglertunneln verliert.

Den Artikel können Sie hier lesen:

http://www.welt.de/politik/ausland/article118391906/Aegyptens-Armee-erobert-die-Sinai-Halbinsel-zurueck.html

Brüssel setzt Hisbollah auf die Terrorliste

Di, 23. Jul. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Brüssel setzt Hisbollah auf die Terrorliste

Die Miliz hat den Libanon im Griff, entscheidet mit ihren Kämpfern Schlachten in Syrien und unterhält ein weltweites Netz für Geldwäsche und Anschläge

Von Gregor Mayer

Kairo/Brüssel. Mit ihrer Miliz und ihren internationalen Geschäftsverflechtungen ist die schiitische Hisbollah ein – wenn auch schattenhafter – Player in der Weltarena. „Sie verfügt über einen Kader an Agenten für Terror-Aufgaben, der größer und besser ausgebildet ist als alles, was die Al-Kaida je hatte“, schrieb das US-Strategieinstitut Stratfor in einem Bericht im Jahr 2010.

Die Erleichterung mancher Teilnehmer über den Ächtungsbeschluss der EU-Außenminister am Montag ist nachvollziehbar. „Es ist gut, dass die EU entschieden hat, die Hisbollah als das zu bezeichnen, was sie ist: eine terroristische Organisation“, erklärte der niederländische Außenminister Frans Timmermans. „So begrenzen wir ihre Handlungsfähigkeit.“

Brüssel hatte den Schritt lange hinausgezögert. Erwägungen mit Blick auf die Stabilität des Libanons spielten ebenso eine Rolle wie die Schwierigkeit, für bestimmte Terroranschläge die Urheberschaft der Hisbollah eindeutig nachzuweisen. Nun will die EU dem militärischen Flügel der Hisbollah den Geldhahn zudrehen – das wird mit der Aufnahme auf die Terrorliste möglich. Was das für Personen oder Unternehmen mit Hisbollah-Bezug bedeutet, blieb am Montag in Brüssel allerdings zunächst unklar.

Terror ist kein Selbstzweck

Insgesamt ist die Maßnahme eher symbolischer Natur. Die Hisbollah wird sie überleben. Wie der Stratfor-Bericht darlegt, hat sie ihre robustesten Auslandsstrukturen in Lateinamerika. Über libanesische Emigranten hat sie dort starke Positionen im Drogen- und Waffenhandel ebenso aufgebaut wie in der legalen Wirtschaft. Aber anders als die Al-Kaida lechzt sie nicht danach, den USA einen großen Terrorschlag zuzufügen.

Denn Terror ist für sie kein Selbstzweck, sondern ein Mittel in der Durchsetzung von Interessen – ihrer eigenen und der des Irans, ihres Patrons, Ausbilders und Waffenlieferanten. Ihre eigenen Interessen liegen im Libanon, wo sie als Sachwalter ihrer schiitischen Klientel die Vorherrschaft anstrebt. Die Gebiete, die sie dort kontrolliert – den Süden mit der Grenze zu Israel, die östliche Bekaa-Ebene, den Süden von Beirut – sind der ohnehin schwachen staatlichen Zentralgewalt entzogen.

Tausende Kämpfer in Syrien

Als Klient Teherans ist sie aber wiederum in dessen Pflicht. Die Entsendung Tausender Kämpfer nach Syrien machte im Juni die Rückeroberung der strategisch wichtigen Stadt Al-Kusair durch die Truppen des Assad-Regimes überhaupt erst möglich. Zugleich dürften Hisbollah-Agenten gelegentlich die Ausführenden von Terroranschlägen sein, mit denen der Iran seinen „schmutzigen“ Krieg gegen Israel führt. Der Anschlag 2012 im bulgarischen Burgas, bei dem fünf israelische Touristen und ein Bulgare starben, kann als eine Antwort Teherans auf die Mordanschläge gegen iranische Atomwissenschaftler durch israelische Agenten gedeutet werden.

Israel will 80 Häftlinge freilassen

Zur Unterstützung der verabredeten neuen Runde von Nahost-Friedensgesprächen will die israelische Regierung rund 80 palästinensische Langzeithäftlinge freilassen. Dies teilte ein Regierungsvertreter gestern mit, wobei jedoch Einzelheiten offenbar noch offiziell beschlossen werden müssen. Die Europäische Union (EU) will die von den USA vermittelte Friedensinitiative zwischen Israelis und Palästinensern unterstützen. (afp)

Dubai begnadigt vergewaltigte Norwegerin

Di, 23. Jul. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / Titel Aachen / Seite 1

Dubai begnadigt vergewaltigte Norwegerin

Dubai. Vier Monate nach ihrer Festnahme wegen einer Vergewaltigungsanzeige gegen ihren Chef ist eine Norwegerin in den Vereinigten Arabischen Emiraten begnadigt worden. Sie habe ihren Reisepass zurückbekommen und werde das Land schnellstmöglich verlassen, sagte die 24-jährige Marte Dalelv gestern in Dubai. Sie hatte ihren Chef im März wegen Vergewaltigung angezeigt, doch aus dem mutmaßlichen Opfer wurde eine Täterin: wegen sittenwidrigen Verhaltens in Form von außerehelichem Sex und Alkoholkonsum drohten ihr plötzlich 16 Monate Haft. (afp)

Anschlagsserie in Ägypten: Extremisten töten mehrere Menschen auf dem Sinai

SPIEGEL ONLINE, 22.07.2013

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Anschlagsserie in Ägypten: Extremisten töten mehrere Menschen auf dem Sinai

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Ägyptens Armee entgleitet die Kontrolle über den Sinai. Bei neuen Angriffen auf Sicherheitskräfte sind auf der Halbinsel mindestens sechs Menschen getötet worden. Die Bevölkerung ist in Panik.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,912330,00.html

Islamisten lassen Wut an Ägyptens Christen aus

Mo, 15. Jul. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Islamisten lassen Wut an Ägyptens Christen aus

Als Präsident Mursi gestürzt wurde, atmeten die Christen auf. In seinem Umfeld duldete er Hassprediger mit Gewaltpotenzial. Doch jetzt wird die religiöse Minderheit zur Zielscheibe von Racheakten fundamentalistischer Moslems

Von Gregor Mayer

Kairo. Szenen einer blutigen Menschenjagd spielten sich am 5. Juli in der oberägyptischen Ortschaft Naga Hassan ab. Ein Mob von radikalen Islamisten – bewaffnet mit Äxten und Stöcken – trieb den koptischen Christen Emile Nassim und seinen Neffen durch die Straßen. Am Ende holten sie sie ein. Nassim erschlugen sie, der Neffe kam schwer verletzt davon. Nach der Entmachtung des gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi ließen Muslime ihre Wut an den Kopten in Naga Hassan aus.

„Emile war mein Freund“, sagt der Kopte und Demokratie-Aktivist Mina Thabet aus Kairo. Eine Woche nach der Tragödie macht ihm das Schicksal seines Freundes immer noch zu schaffen. Nassim agitierte öffentlich gegen die inkompetente und Minderheiten diskriminierende Herrschaft Mursis. Er sammelte vor den Massenprotesten gegen Mursi am 30. Juni Unterschriften für die Petitionsliste der neuen Protestbewegung Tamarud (Rebellion).

Unmittelbar vor seiner Ermordung war in dem Ort ein Muslim ums Leben gekommen – angeblich bei einem Zusammenstoß mit Christen. Jedenfalls war der anti-islamistische Aktivist Nassim, der mit jenem Zwischenfall offenbar nichts zu tun hatte, schnell zum Sündenbock gestempelt. Drei weitere Kopten fielen dem fanatisierten Mob in Naga Hassan zum Opfer. Rund 30 Häuser von Christen gingen in Flammen auf.

Immer wieder richtete sich die Gewalt des islamistischen Mobs gegen Menschen, die nicht dem in Ägypten dominierenden sunnitischen Islam anhängen – so etwa gegen Kopten und Schiiten. „Man kann sagen, dass in 80 Prozent der Fälle die Predigt eines Hassredners aus dem Umfeld der Islamisten der Gewalt vorausging, sie ausgelöst hat“, meint Thabet. Mursi, der aus der islamistischen Muslimbruderschaft kommt, habe sich nie von diesen Predigern distanziert. In manchen Fällen stand er sogar bei Veranstaltungen mit ihnen auf dem Podium, ohne sie in die Schranken zu weisen.

Die Absetzung Mursis durch das Militär beendete die Gewalt zunächst nicht. Vielmehr wurde unter den vor den Kopf gestoßenen Islamisten der Ruf nach Rache für den „Verrat“ der Christen laut, die etwa zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung ausmachen. Sie verübeln es ihnen, dass der koptische Papst Tawadros II. mit unter den zivilen und kirchlichen Autoritäten saß, die den Armeechef General Abdel Fattah al-Sisi flankierten, als er am 3. Juli die Entmachtung Mursis im Fernsehen verkündete.

Im Internet-Kanal YouTube tauchten daraufhin Videos auf, in denen aufgebrachte Mursi-Anhänger damit drohten, die Christen mit Terror zu überziehen oder sie „abzufackeln“. Tatsächlich brannten in zahlreichen Orten die christlichen Viertel, bis zu zehn Kopten wurden getötet, sagt Thabet.

Mursi droht nun auch strafrechtliche Verfolgung

Ägyptens früherem Staatschef Mohammed Mursi droht auch straf- rechtliche Verfolgung. Er wurde gestern zu einem Gefängnisausbruch im Jahr 2011 verhört. An einem geheimen Ort ging es um den Massenausbruch aus dem Wadi-Natrun-Gefängnis im Januar 2011. Mursi und mehrere Funktionäre der Muslimbrüder sollen während des Aufstands gegen den damaligen Präsidenten Husni Mubarak aus der Haftanstalt geflohen sein. Die Ermittler wollen herausfinden, ob ausländische Gruppen wie die palästinensische Hamas und die libanesische Hisbollah-Miliz in den Ausbruch verwickelt waren. (afp)

Kampf um den Gezi-Park: Erdogan rächt sich an aufsässiger Architektenkammer

SPIEGEL ONLINE, 10.07.2013

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Kampf um den Gezi-Park: Erdogan rächt sich an aufsässiger Architektenkammer

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Die türkische Architektenkammer gehört zu den größten Kritikern der Baupläne für den Gezi-Park in Istanbul. Jetzt folgt die Bestrafung durch die Regierung Erdogans: Das Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das dem Berufsverband die Mitsprache an Bauprojekten künftig untersagt.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,910350,00.html

Kommentar: Erdogans Demokratieverständnis, sehr interessant!

„Rote Linie“ bleibt ohne Folgen

Do, 6. Jun. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

„Rote Linie“ bleibt ohne Folgen

Im Syrien-Konflikt ändert der Giftgas-Nachweis vorerst wenig. USA fordern mehr Beweise. Experten vermuten, dass Frankreich vor der Friedenskonferenz Druck auf Washington ausüben will.

Von Cécile Feuillatre

Paris. Die vielbeschworene „rote Linie“ im Bürgerkrieg in Syrien ist überschritten: Davon gehen jedenfalls die Regierungen in Paris und London aus, die es als eindeutig erwiesen ansehen, dass Chemiewaffen in dem Konflikt zum Einsatz gekommen sind. Doch was folgt daraus? Auch wenn jetzt „alle Optionen auf dem Tisch“ sind, wie es Frankreichs Außenminister Laurent Fabius ausdrückte, so scheint der Spielraum für die westlichen Länder, die vor einem militärischen Eingreifen zurückschrecken, doch äußerst begrenzt.

Fabius deutet vage Optionen an

„Eine Linie wurde zweifellos überschritten“, verkündete Fabius ernst. Kurz zuvor hatte die sozialistische Regierung in Paris als erstes westliches Land erklärt, dass in Syrien nachweislich das tödliche Nervengas Sarin eingesetzt worden sei – durch die Truppen von Syriens Staatschef Baschar al-Assad. Gestern kam auch London zu praktisch demselben Schluss. Nur Washington forderte mehr „Beweise“.

Das Drohszenario der „roten Linie“, das US-Präsident Barack Obama 2012 aufgebaut hatte, wiederholte Fabius wohlweislich nicht. Obama hatte mit einer Intervention gedroht, sollten Chemiewaffen zum Einsatz kommen. Fabius blieb zurückhaltend, obwohl er in anderen Fällen stets auf ein entschiedeneres Vorgehen gedrängt hatte. Vage deutete er an, dass die „Optionen“ vom Verzicht auf eine Reaktion bis hin zu gezielten Militärschlägen gegen Chemiewaffen-Depots in Syrien reichen könnten. „So weit sind wir noch nicht“, fügte er aber hinzu.

Die Regierung in Paris versicherte gestern, sie plane keinen Alleingang in Syrien. Waren Frankreich und Großbritannien doch schon beim Einsatz in Libyen zur Unterstützung der Opposition gegen den damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi militärisch vorgeprescht. Die USA mussten damals zwangsläufig mitziehen.

Als erste konkrete Reaktion auf den Giftgas-Nachweis forderten Paris und London zunächst lediglich den „sofortigen Zugang“ zum syrischen Territorium für die UN-Experten zur Untersuchung eines Chemiewaffen-Einsatzes.

Auch wenn die Giftgas-Erklärungen nicht direkt konkrete Maßnahmen zur Folge haben, so schlagen sie doch hohe Wellen in einer Zeit, in der sich die USA und Russland angenähert haben, um gemeinsam eine internationale Friedenskonferenz für Syrien auf die Beine zu stellen. „Ich denke, das ist eine Art, auf Washington Druck auszuüben, denn es gibt Meinungsverschiedenheiten über die Friedenskonferenz“, sagt Professor Ziad Majed von der Amerikanischen Universität in Paris. Washington sei zweideutig hinsichtlich der Rolle Assads bei einem politischen Übergang.

Dass ein westlicher Militäreinsatz in Syrien nicht bevorsteht, davon gehen auch andere Experten aus. „Die ‚rote Linie‘ ist in Syrien schon vor sehr langer Zeit überschritten worden“, sagt Nahost-Experte Nadim Shehadi vom Londoner Think Tank Chatham House mit Verweis auf die zigtausenden Todesopfer. Letztlich habe Obamas Botschaft von der „roten Linie“ für Damaskus damals sogar positiv geklungen: Eine militärische Intervention werde erfolgen, falls bei einem Sturz Assads „chemische oder biologische Waffen in die Hände der falschen Leute fallen“, habe der US-Präsident gedroht. Im Umkehrschluss bedeutet dies laut Shehadi: Wir sind ganz froh, wenn Assad bleibt, und so lange intervenieren wir nicht.

Assads Truppen nehmen Al-Kusair ein

Nach wochenlanger Belagerung hat die syrische Armee zusammen mit der Hisbollah-Miliz die Kleinstadt Al-Kusair nahe der Grenze zum Libanon eingenommen. In der strategisch wichtigen Region kreuzen sich wichtige Nachschubwege für Regime und Rebellen.

Die syrische Opposition warnte gestern vor einem Massaker in der Stadt. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter wies auf das Schicksal von Hunderten Verletzten hin, die sich noch in Al-Kusair aufhielten. Die Rebellen zogen sich nach Angaben von Regimegegnern in der Nacht aus Al-Kusair zurück. Sie hätten dem Ansturm der Angreifer nicht mehr standhalten können, da ihnen die Munition ausgegangen sei.

In Al-Kusair hat der Bürgerkrieg in Syrien eine neue Dimension erreicht: Erstmals bekannte sich die schiitische Hisbollah aus dem Libanon zu ihrem Kampfeinsatz für Assad. (dpa)