Erzwungene Geständnisse: Wie man einen Mörder erschafft

SPIEGEL ONLINE, 06.09.2016

In Verhören gestehen Verdächtige mitunter Verbrechen, die sie gar nicht begangen haben. Die Rechtspsychologin Julia Shaw erklärt, warum Menschen falsche Geständnisse ablegen.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/erzwungene-gestaendnisse-wie-man-einen-moerder-erschafft-a-1109479.html

Taliban-Vormarsch: Afghanische Regierung kontrolliert nur noch zwei Drittel des Landes

SPIEGEL ONLINE, 29.07.2016

 

Islamisten in Afghanistan sind auf dem Vormarsch: Laut einem Bericht an das US-Parlament hat Kabul die Kontrolle über 36 Bezirke an die Taliban verloren.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/vormarsch-der-taliban-regierung-kontrolliert-nur-noch-zwei-drittel-afghanistans-a-1105283.html

Kommentar: Dies ist das Resultat derer, die den Abzug aus Afghanistan gefordert und umgesetzt haben. Auch Obama  gehört zu diesen Verbrechern, die der Taliban den Weg geebnet haben.

Türkei: Tod einer Demokratie

SPIEGEL ONLINE, 21.07.2016

 

Die türkische Führung hat einen dreimonatigen Ausnahmezustand ausgerufen. Im Land stirbt die Demokratie, man kann beobachten, wie es unter Präsident Erdogan in den Abgrund stürzt. Eine Trauerbekundung.

Von Hasnain Kazim

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-und-der-ausnahmezustand-tod-einer-demokratie-a-1103935.html

»Aber wir lieben das Leben«

Naomi Bubis fragt sich, wie jemand den Mord an einer 13-Jährigen verteidigen kann

Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.juedische-allgemeine.de/article/email/id/25967

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Der 17-jährige Attentäter hatte kurz vor dem Mord auf seiner Facebook-Seite gepostet, er möchte den Märtyrertod sterben. Er hatte nicht gezögert, das Mädchen zu erstechen. Während Hallels Mutter den Tod ihrer Tochter beweint, verkündet die Mutter des Attentäters, sie sei stolz auf ihren Sohn, der den Märtyrertod starb, nachdem er von Sicherheitskräften erschossen wurde.

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Kommentar: Und dieses Subjekt, die den “Märtyrertod” ihres Mördersohnes mit Stolz verkündet, soll etwas mit den westlichen Werten gemein haben?

Bewaffnete Bürger in Uniform erhöhen die Sicherheit

Nachrichten-Artikel vom 25.06.2016 09:54 Thomas de Maizières Vorschlag, die Polizei mit Wachpersonal zu entlasten, ist richtig. Ein Soldat lernt den Dienst an der Waffe in sechs Wochen. Irrationale Waffenphobie schützt nicht vor Einbrechern. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article156523463/Bewaffnete-Buerger-in-Uniform-erhoehen-die-Sicherheit.html

Kommentar: Man sollte mal in andere Länder sehen, wie z.B. Israel. Da versteht man diese durch nichts gerechtfertigte irrationale deutsche Waffenphobie nicht!

Der ewige Stänkerer erlebt glorreiche Zeiten

Nachrichten-Artikel vom 27.06.2016 08:59 Die jahrzehntelange Entwicklung hin zu mehr Freiheit und Toleranz erlebt beachtliche Rückschritte. Moralapostel, Neider und Stänkerer haben Konjunktur. Im Internet fühlen sie sich besonders wohl. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/deutschland/article156567033/Der-ewige-Staenkerer-erlebt-glorreiche-Zeiten.html

Extremist in Sachen Nächstenliebe

Den Artikel finden Sie im ePaper unter:
https://epaper.zeitungsverlag-aachen.de/2.0/article/341d5d8266

Extremist in Sachen Nächstenliebe

Er ordnete sein Leben, dem Einsatz für Menschen in Not unter. Rupert Neudeck war ein Mann der leisen Töne und fand doch Gehör. Tausende verdanken ihm ihr Leben. Nun ist er im Alter von 77 Jahren gestorben.

Von Christoph Arens

Troisdorf. Als „Extremist in Sachen Nächstenliebe“ wurde er charakterisiert. „Radikal leben“ hieß sein letztes Buch, in dem Rupert Neudeck eine Bilanz seines Lebens als Journalist und humanitärer Helfer zog. Widerstand, radikales Umdenken und mutiges Eingreifen seien lebensnotwendig – für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen, schrieb er. Gestern ist der Mitbegründer der Hilfsorganisationen Cap Anamur und Grünhelme im Alter von 77 Jahren gestorben – nach einer Herzoperation.

Es war ein rastloses Leben für Flüchtlinge. Wobei er auch Forderungen an sie stellte: Flüchtlinge in Deutschland müssten von Anfang an dazu angehalten werden, in ihren Unterkünften „die Arbeiten zu tun, die dort notwendig sind“, sagte Neudeck. Ebenfalls sollten Deutschkurse nicht Angebotscharakter haben, sondern verpflichtend sein.

„Es ist vernünftig und schön, etwas radikal anzugehen im Leben“, sagte Neudeck, der langjähriger Autor und Interviewpartner unserer Zeitung war. Dabei läge es durchaus nahe, den ehemaligen Redakteur des Deutschlandfunks mit einem tragischen Helden zu vergleichen. In vielen Krisengebieten waren er und seine Mitarbeiter als humanitäre Feuerwehr tätig. Eben noch in Syrien, dann schon wieder in Afghanistan, Nordafrika oder Haiti. „Unsere Arbeit hat wenig mit Erfolg zu tun. Viel häufiger erleben wir Scheitern“, räumte er ein.

Warum er die Kraft aufbrachte? Er empfinde es als Geschenk, in einer so freien Gesellschaft zu leben, sagte er. Da wolle er etwas an Menschen zurückzugeben, denen es schlechter gehe. Und da ist die religiöse Begründung: „Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter reicht aus“, sagte der Katholik. „Diese Geschichte tritt mir immer wieder in den Bauch: Du bist zuständig für die Not anderer Menschen. Jetzt, sofort.“

In Neudecks Leben waren Schiffe wichtig. Da war die von sowjetischen Torpedos versenkte „Wilhelm Gustloff“, die der Fünfjährige gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Geschwistern auf der Flucht im kalten Januar 1945 um wenige Stunden verpasste. Das rettete ihm das Leben. Und da war die „Cap Anamur“, mit der Neudeck und sein Team 1979 – vor allem auch seine Frau Christel – mehr als 11 000 vietnamesische Flüchtlinge aus dem chinesischen Meer retteten und nach Deutschland brachten. Sie sind – das war Neudecks ganzer Stolz – wunderbar integriert.

Mut und eine Portion Sturheit zeichnen ihn aus: Beim Theologiestudium in Paderborn schreckte ihn das Priesterseminar mit „rührseligen und versponnenen Gebets- und Gottesdienstübungen“ ab. Stattdessen wählte er „eine radikale Gruppe“, die Jesuiten, die „Sturmtruppe des Papstes“. Buß- und Fastenübungen hätten ihn fast krank gemacht, berichtet er. Schließlich verließ er den Orden, heiratete, studierte Philosophie, Germanistik und Soziologie und promovierte.

2002 verließ Neudeck die Leitung der Hilfsorganisation Cap Anamur. Kurze Zeit später hob er die Grünhelme mit aus der Taufe. Junge Muslime, Christen und Andersgläubige arbeiten beim Wiederaufbau in Krisengebieten zusammen und lernen dabei viel übereinander. Immer wieder rieben sich Neudeck und seine Frau Christel, die die Arbeit vom Reihenhaus in Troisdorf aus koordinierte und ohne die „all dies nicht möglich war“, an diplomatischen Gepflogenheiten, dem Prestigedenken von Politikern sowie den Ansprüchen der etablierten Hilfswerke und UN-Organisationen. Entscheidend für die Hilfe sei es, das Leben mit den in Not Geratenen zu teilen.

Zuletzt ist Neudeck auch als Kritiker der Entwicklungspolitik in Erscheinung getreten. Gerade in Afrika seien viele Länder von Entwicklungshilfe abhängig geworden, betont er. Entwicklungszusammenarbeit solle so weit wie möglich zu den Nichtregierungsorganisationen verlagert werden.

Kritik übte der Katholik auch an seiner Kirche: Es müsse Schluss sein mit einem Glauben, der an der Wirklichkeit der Menschen vorbei gehe. Er wünsche sich weniger Sorge um Kirchbauten, „weniger Weihrauch und Selbstbeschäftigung, dafür mehr Telefonseelsorge und konkrete Hilfe für Menschen in Not“.

Großen Eindruck hat Papst Franziskus auf ihn gemacht. Franziskus‘ Appell gegen eine „Globalisierung der Gleichgültigkeit – das ist genau das, was die Welt braucht“. (kna)

„Es ist vernünftig und schön, etwas radikal anzugehen im Leben.“

Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur

BDS »Nehmen Sie uns von der Liste!« Israelfeindliche Kampagne lügt sich prominente Unterstützer herbei

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/25627

 

BDS

»Nehmen Sie uns von der Liste!«

Israelfeindliche Kampagne lügt sich prominente Unterstützer herbei

Geht es nach der BDS-Kampagne, sollen Unternehmen nicht in Israel investieren, Künstler dort nicht auftreten und israelische Waren aus den Regalen verschwinden. War die Kampagne im Ausland zum Teil erschreckend erfolgreich, fand sie in Deutschland bislang nur wenige Anhänger. Kein Prominenter schloss sich hier der BDS-Kampagne an, die Unterstützer kamen vor allem aus Teilen der Linkspartei, stramm antiimperialistischen Dritte-Welt-Gruppen und Kirchenkreisen.

Umso mehr sorgte eine Unterstützerliste des deutschen Ablegers der BDS-Kampagne für Aufsehen, auf der neben Greenpeace auch Pax Christi zu den Unterzeichnern einer Petition mit dem Titel »Es reicht! Schluss mit der Kriminalisierung der BDS-Bewegung für Gerechtigkeit in Palästina! Lasst uns das Recht auf BDS unterstützen!« zählten.

Greenpeace Es war das Büro des Bundestagsabgeordneten Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen), dem die prominenten Unterstützer der BDS-Kampagne auffielen: Zwischen der LAG Antikapitalistische Linke der Linkspartei Niedersachsen und AK Nahost Berlin waren auf Platz 83 die katholische Friedensgruppe Pax Christi und auf Position 85 Greenpeace Deutschland gelistet.

Doch was nach einem großen Schritt hin zum Durchbruch der BDS-Kampagne in Deutschland aussah, erwies sich als plumpe Lüge. Greenpeace Deutschland reagierte auf Twitter prompt, als die Organisation von der Nennung erfuhr: »Nehmen Sie uns sofort von Ihrer Petitionsliste. Greenpeace ist unparteilich und hat die Petition NICHT unterzeichnet.«

Pax Christi Kurz darauf waren sowohl Greenpeace als auch Pax Christi von der Liste verschwunden. Gegenüber der Jüdischen Allgemeinen bestätigten beide Vereine, die Petition nicht unterzeichnet zu haben. Wie Greenpeace und Pax Christi, dessen Unterorganisationen bereits häufig wegen Stellungnahmen gegen Israel in die Kritik gerieten, auf die Liste kamen, ist unklar. Eine Anfrage der Jüdischen Allgemeinen beantwortete BDS nicht und verwies stattdessen auf ECCP, die »European Coordination of Committees and Associations for Palestine«.

Recherchen zu der Frage, ob weitere Organisationen ohne ihr Wissen als BDS-Unterstützer gelistet werden, sorgen im BDS-Umfeld für Aufregung. In einem Rundschreiben, das der Jüdischen Allgemeinen vorliegt, heißt es: »Auf Fairness« dieser Zeitung könne man nicht hoffen. Einzig Hans Harald Willberg, der Sprecher eines kirchlichen Netzwerks, antwortete: »Unsere Organisation ist das Ökumenische Netz Bayern, das unter den Unterzeichnern der Petition aufgeführt ist. Ich wünsche der wichtigen Initiative guten Erfolg.«

Die Speedfactory ist für Adidas eine Revolution

Nachrichten-Artikel vom 25.05.2016 10:13 Adidas holt die Sneaker-Fertigung aus Asien zurück nach Deutschland. Die Schuhe werden hier fast ausschließlich von Maschinen hergestellt. Das hat Konsequenzen, auch für die Käufer. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/wirtschaft/article155658067/Die-Speedfactory-ist-fuer-Adidas-eine-Revolution.html

Der lange Schatten des Sykes-Picot-Abkommens

Der lange Schatten des Sykes-Picot-Abkommens
Vor 100 Jahren teilten Großbritannien und Frankreich den Nahen Osten unter sich auf. Damit schufen sie Wurzeln für die heutigen Kriege .

Kommentar: Die britisch-französischen Kriegsverbrechen während und nach dem ersten Weltkrieg: Die Zerschlagung des osmanischen Reiches, Österreich-Ungarns und des Deutschen Reiches.  Unter den Folgen dieser Verbrechen im Namen des englisch-französischem Imperialismus sterben heute n och zehntausende!

Den Artikel finden Sie im ePaper unter:
https://epaper.zeitungsverlag-aachen.de/2.0/article/b32b5cd90f

GESTORBERN

10.05.2016

Der lange Schatten des Sykes-Picot-Abkommens

Vor 100 Jahren teilten Großbritannien und Frankreich den Nahen Osten unter sich auf. Damit schufen sie Wurzeln für die heutigen Kriege .

Von Jan Kuhlmann

Damaskus. Kurz vor Weihnachten im Jahr 1915 eilte der junge britische Abgeordnete Mark Sykes in die Downing Street 10, wo er auf einen großen Auftritt hoffte. Vor dem Kabinett seiner Majestät sollte der 36-Jährige Ideen zur Zukunft des Nahen Ostens darlegen, wo gerade das Osmanische Reich um sein Überleben kämpfte. Sykes hatte sich dank mehrerer Bücher über seine Reisen in die arabische Welt den Ruf als Kenner der Region erworben – jetzt beeindruckte er auch das Kabinett so sehr, dass sein Auftritt weitreichende Folgen hatte: Sir Mark sollte maßgeblich den modernen Nahen Osten formen – und damit auch die Grundlagen für die heutigen blutigen Konflikte in Syrien und im Irak schaffen.

Kurz darauf nämlich verhandelte der Baron im Auftrag der britischen Regierung mit dem französischen Diplomaten François Georges-Picot darüber, wie die europäischen Großmächte nach einer Niederlage des Osmanischen Reiches die arabische Welt unter sich aufteilen wollten. Am Ende einigten sich die Unterhändler auf das berühmt-berüchtigte Sykes-Picot-Abkommen, das London und Paris vor 100 Jahren am 16. Mai 1916 unterzeichneten. Nicht nur für viele Araber gilt es bis heute als ein Beispiel rücksichtsloser Kolonialpolitik, die einzig und allein von den eigenen Interessen geleitet wurde.

Mit mehreren Federstrichen steckten „Mister Sykes“ und „Monsieur Picot“ die Interessenssphären ab. Sykes zog dazu eine „Linie in den Sand“, wie der Historiker James Barr schreibt: von der heute israelischen Stadt Akko am Mittelmeer bis nach Kirkuk im Norden des heutigen Irak. Das Gebiet nördlich davon kam unter französische Kontrolle, das Gebiet südlich unter britische. Nur über Palästina konnten sie sich nicht einigen. Damit zogen London und Paris nach ihren Interessen auch Grenzen, mit denen sie Fakten schufen. Die tatsächlichen Grenzen der späteren Staaten sollten zwar erst im Laufe der Jahre festgelegt werden; dennoch gingen aus dem französischen Gebiet der Libanon und Syrien hervor, aus dem britischen Jordanien und der Irak.

Noch immer leiden diese Staaten unter der Art und Weise, wie sie entstanden sind. Bis heute ringen sie um eine nationale Identität, wobei Syrien und dem Irak sogar der Zerfall droht. In beiden Ländern streben etwa die damals nicht berücksichtigten Kurden wenn nicht nach Unabhängigkeit, so zumindest nach mehr Autonomie.

Auch die Wurzeln der heutigen Konflikte in Syrien und im Irak gehen bis zum Sykes-Picot-Abkommen zurück. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ausdrücklich den vom Westen geschaffenen Grenzen den Krieg erklärt. 2014 tauchte im Internet ein 15 Minuten langes Video der Extremisten mit dem Titel „Das Ende von Sykes-Picot“ auf. Darin prahlt ein bärtiger IS-Kämpfer: „Wir werden die Grenze (zwischen Syrien und dem Irak) niemals anerkennen.“ Was die Dschihadisten mit dem 2014 ausgerufenen „Kalifat“ de facto in die Tat umgesetzt haben.

„Die Araber getäuscht“

Sie finden mit dieser Propaganda auch deswegen Gehör, weil das Sykes-Picot-Abkommen bis heute als Verrat des britischen Königreichs an den Arabern und ihrem Streben nach Unabhängigkeit gilt. Die Übereinkunft mit Paris stand nämlich im Widerspruch zu Zusagen, die London dem Scherifen Hussein, Herrscher in Mekka, gegeben hatte.

Um ihn zum Aufstand gegen die Osmanen zu bewegen, versprach ihm der britische Hochkommissar in Ägypten, Sir Henry McMahon, in einem Briefwechsel einen unabhängigen arabischen Staat. Der britische Gesandte versuchte zwar, die Grenzen vage zu halten. Nach arabischer Lesart aber sollten auch Gebiete zu diesem Reich gehören, die laut Londons Vertrag mit Paris Frankreich zufielen. Als Georges-Picot von den Zusagen an Hussein erfuhr, reagierte er völlig ungläubig, wie der Historiker Barr schreibt. Für den Diplomaten war klar: „Was die Briten wollen, ist einzig und allein, die Araber zu täuschen.“

Das unabhängige arabische Großreich sollte nie Wirklichkeit werden. Hussein Sohns Faisal reiste zwar nach dem Ersten Weltkrieg zur Pariser Friedenskonferenz, begleitet von dem britischen Abenteurer T.E. Lawrence, auch bekannt als „Lawrence von Arabien“. Faisal aber fand dort kein Gehör. Die Briten waren jetzt in einer so starken Position, dass sie die Ansprüche des Scherifen ignorieren konnten.

Zum Trost erhielt Faisal den Thron des neu geschaffenen Irak, sein Bruder Abdullah durfte im Königreich Jordanien an die Macht. Das Sykes-Picot-Abkommen war zu diesem Zeitpunkt längst bekannt. Im November 1917 veröffentlichte es die bolschewistische Führung in Moskau in den Zeitungen „Iswestija“ und „Prawda“ – Briten und Franzosen hätten es angesichts seiner Brisanz lieber geheim gehalten.