Christen unter Druck

 

Sa, 22. Dez. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Christen unter Druck

Katholiken fordern Toleranz gegenüber Christen

Freiburg/Bamberg. Die katholische Kirche in Deutschland hat die islamischen Staaten zu Religionsfreiheit und einer „Kultur echter Toleranz gegenüber Christen“ aufgefordert. Gleichzeitig appellierte sie kurz vor Weihnachten an die EU, sich stärker gegen die weltweite Christenverfolgung zu engagieren. „Die Christen sind derzeit die meistverfolgte Religion in der ganzen Welt“, beklagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. „Wir müssen feststellen, dass es in fast keinem der muslimischen Länder wirkliche Religionsfreiheit gibt.“

Zwar habe sich die Lage der Kirche in manchen Ländern verbessert, insgesamt aber stehe das orientalische Christentum unter wachsender Bedrängnis, sagte der Freiburger Erzbischof Zollitsch. Christen würden von radikalen Muslimen verfolgt, ausgegrenzt und daran gehindert, ihre Religion auszuüben. „Wir haben gehofft, dass mit dem arabischen Frühling auch ein Stück Religions- und Meinungsfreiheit kommt. Aber wir spüren jetzt am Beispiel Ägypten, dass die Entwicklung eher in die gegenläufige Richtung geht.“ Ägypten drohe zu einem Religionsstaat zu werden – mit der Scharia als oberster Regel. Das Christentum werde damit verdrängt.

Den zweiten Weihnachtsfeiertag hat die katholische Kirche zum „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“ erklärt. (dpa)

„Die Christen sind derzeit die meistverfolgte Religion in der ganzen Welt.“

Erzbischof Robert Zollitsch

Judenhass hat türkischen Schulunterricht erreicht

Judenhass hat türkischen Schulunterricht erreicht, Nachrichten-Artikel vom 20.12.2012 15:55

Auch im demokratischen und toleranten Izmir wird die Stimmung gegen Israel immer feindlicher. Dass nun sogar Lehrer ihre Schüler weiter zum Hass anstacheln ist erschreckend. Wo führt das noch hin?

Den Artikel können Sie hier lesen:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article112151074/Judenhass-hat-tuerkischen-Schulunterricht-erreicht.html

"Wenn Du Muslim wirst, lassen wir Dich leben"

„Wenn Du Muslim wirst, lassen wir Dich leben“

100 Millionen Christen werden weltweit bedroht und diskriminiert, Zehntausende angegriffen und ermordet – sie werden verfolgt wie kaum andere. Ein Zustandsbericht.

Den Artikel können Sie hier lesen:

http://www.welt.de/politik/ausland/article111895764/Wenn-Du-Muslim-wirst-lassen-wir-Dich-leben.html

"Religionsfreiheit weltweit durch Islamismus bedroht”

„Religionsfreiheit weltweit durch Islamismus bedroht”

Unionsfraktionschef Volker Kauder warnt: In Ägypten verschlechtere sich die Lage der Christen rapide. Für den Fall weiterer Islamisierung droht er, Werbung für den ägyptischen Tourismus einzustellen.

Den Artikel können Sie hier lesen:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article111888287/Religionsfreiheit-weltweit-durch-Islamismus-bedroht.html

Kurzer Prozess: Extremisten schleifen toten Landsmann durch Gaza

Kurzer Prozess: Extremisten schleifen toten Landsmann durch Gaza

Ob sie wirklich Landsleute an die Israelis verraten haben? Radikale Palästinenser richteten angebliche Verräter kurzerhand hin und schleiften eine Leiche durch Gaza. Die Hamas distanziert sich, aber es gibt Zweifel daran.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie unter der URL http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/kurzer-prozess-in-gaza-angebliche-verraeter-erst-hingerichtet-dann-geschaendet_aid_868579.html

Kommentar: Im Westen kaum beachtet, aber wenn Israel bei mehr als 1000 Einsätzen versehentlich ein falsches Ziel bombardiert, dann kommen all die Moralapostel, die hier schweigen, ganz schnell ans Tageslicht!

IAF thwarts rocket attack

IAF thwarts rocket attack

Israel Air Force aircraft targeted a rocket launching site and squad in the central Gaza Strip, during final preparations to fire a rocket towards southern Israel

Date: 28/10/2012, 7:03 AM Author: IDF Website

Overnight, IAF aircraft targeted a rocket launching site and squad in the central Gaza Strip, during final preparations to fire a rocket towards southern Israel. Secondary explosions were identified and a hit was confirmed.
During 2012 more than 610 rockets fired from the Gaza Strip hit Israel, over 150 during the course of October alone.
The IDF will not tolerate any attempt to harm Israeli civilians, and will operate against anyone who uses terror against the State of Israel. The Hamas terror organization is solely responsible for any terrorist activity emanating from the Gaza Strip.

http://www.idf.il/1283-17421-EN/Dover.aspx

und unsere Medien schauen natürlich weg, bis man wieder etwas finden kann, um Israel anzugreifen. Ist dies Antisemitismus?

Angst vor den radikalen Islamisten

 

Fr, 28. Sep. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Blickpunkt / Seite 2

Angst vor den radikalen Islamisten

NRW-Innenminister Jäger und Landesverfassungsschutzchef Freier beobachten die Salafisten-Szene mit wachsender Sorge. Sie wächst schnell und radikalisiert sich. Repressionen reichen als Antwort nicht aus.

Von Johannes Nitschmann

Düsseldorf. In der zunehmenden Zahl extremistischer Salafisten sieht NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) „eine aktuelle Gefahr“. Wenn der Trend anhalte, werde der NRW-Verfassungsschutz bis zum Jahresende mehr als tausend Salafisten an Rhein und Ruhr erfasst haben. Dies wäre eine Verdoppelung gegenüber dem letztjährigen Verfassungsschutzbericht. „Je intensiver wir hinschauen, desto mehr Salafisten registrieren wir“, sagt der Chef des NRW-Verfassungsschutzes Burkhard Freier.

Die Hochburgen dieser teilweise gewalttätigen Islamisten verortet der Verfassungsschutz im Ruhrgebiet und im Bergischen Land rund um Wuppertal. „Der Salafismus richtet sich gegen die Demokratie und unser Freiheitsverständnis. Ihre Anhänger wollen einen rückwärtsgewandten islamistischen Gottesstaat“, sagt Freier. Diese Islamisten handelten „nicht im Namen der vier Millionen friedliebenden Muslime in Deutschland“, sondern stellten „nur eine verschwindend kleine Minderheit“ dar. Dennoch gehe von ihnen eine große Gefahr aus. Salafistische Prediger missbrauchen laut Jäger die Empfindungen religiöser Muslime, „um Hass zu säen und zu Gewalt aufrufen“.

In vier Gruppen eingeteilt

Der Verfassungsschutz unterteilt die Salafisten in vier Gruppen. Am gefährlichsten werden die so genannten „Gefährder“ eingestuft, bei denen die Behörden eine potenzielle Anschlagsgefahr vermuten. In dieser Gruppe haben die Behörden in NRW nach eigenen Angaben derzeit etwa 40 bis 50 Personen im Visier, die zumeist in Trainingscamps des Terrornetzwerks Al Kaida ausgebildet worden sind. Die „Gefährder“ werden quasi rund um die Uhr überwacht.

Etwa 80 Schleuser und deren Helfer, die junge Leute aus Deutschland zur Ausbildung für den Dschihad, den „heiligen Krieg“, in Trainingscamps der Al Kaida befördern, stehen in der zweiten Gefährdungsstufe unter Beobachtung. Nur gegen Salafisten, die in den ersten beiden Gruppen eingestuft sind, dürfen auch nachrichtendienstliche Mittel – wie etwa Telefon- oder Computerüberwachung – eingesetzt werden.

In die dritte Gefährdungsgruppe hat der Verfassungsschutz landesweit etwa 40 sogenannte „Verführer“ eingestuft, die in Predigten oder über das Internet zum Salafismus missionieren. Von den 850 Moscheen zwischen Rhein und Weser haben die Behörden laut Verfassungsschutzchef Freier gegenwärtig etwa 30 wegen salafistischer Umtriebe im Auge. Dort treten einschlägig bekannte Prediger auf, die den Koran sowie Scharia und Sunna wortwörtlich auslegen. Zwar verstoßen diese Fundamentalisten nicht offen gegen deutsche Strafgesetze, bilden nach Auffassung der Verfassungsschützer aber „den Nährboden“ für den sich ausbreitenden Islamismus in Deutschland.

Dazu zählt nach Einschätzung des Verfassungsschutzes auch der in Bochum lebende Sami A., der 1999 während seiner Ausbildung in einem afghanischen Terrorcamp sogar zur Leibgarde von Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden gehört haben soll. Bei der CDU-Opposition hat der Fall Sami A. Empörung ausgelöst. Ihm sei unverständlich, dass „ein gefährlicher Salafist mit militärischer Ausbildung“ jahrelang unter den Augen des Verfassungsschutzes „schalten und walten“ könne, erklärte Landtags-Fraktionsvize Peter Biesenbach. Immerhin erteile der 36-jährige Tunesier in Moscheen Religionsunterricht und radikalisiere „junge Menschen mit extremistischem Gedankengut“.

Verfassungsschutz-Chef Freier weist die Kritik zurück. Sami A. gebe sich derzeit „aus taktischen Gründen“ zurückhaltend, um den Sicherheitsbehörden keinen Anlass für repressive Maßnahmen zu bieten. Eine Abschiebung des Tunesiers sei gerichtlich unter anderem daran gescheitert, dass er in Deutschland verheiratet sei und drei Kinder habe, erklärte Freier im Innenausschuss des Landtags. Für die Irritationen im Umgang mit Sami A. zeigt Innenminister Jäger durchaus Verständnis. „Es mag der Öffentlichkeit seltsam vorkommen, dass ein solcher Gefährder mitten unter uns lebt.“

In der Gefährdungsgruppe vier hat der Verfassungsschutz etwa 850 Personen registriert, die sich offen zum Salafismus bekennen oder als Anhänger salafistischer Gruppierungen gelten.

Für Salafisten, die in den vier Beobachtungsgruppen des Verfassungsschutzes registriert sind, gilt ein striktes Beschäftigungsverbot bei Polizei- und Justizbehörden sowie auf Flughäfen, in Atomanlagen und anderen sicherheitsrelevanten Bereichen. Dazu zählen jedoch keine Schulen und Hochschulen. Erst vor zwei Wochen machte der Fall Marcel K. Schlagzeilen. Der 35-jährige Salafisten-Prediger, der in Moscheen wie im Internet auftritt, arbeitete ein halbes Jahr lang als Lehrer für Elektrotechnik an einem Berufskolleg in Duisburg. Inzwischen hat ihm die Düsseldorfer Bezirksregierung gekündigt, nachdem sie offenkundig durch den Staatsschutz alarmiert worden war.

Marcel K. ist Deutscher und Konvertit. Bei etwa 20 Prozent der Salafisten in NRW findet sich laut Verfassungsschutz eine solche Biografie. „Der klassische Einstieg“ in den Islamismus erfolge bei Konvertiten durch den Besuch sogenannter Islamvorträge und Islamseminare, berichtet Freier. Das einmal genährte Interesse könne im Besuch einer Sprachschule in islamischen Ländern münden. Von einigen dieser Schulen sei bekannt, dass sie neben dem reinen Sprachunterricht „gezielt Neuankömmlinge für die islamisch-religiöse Lehre werben“. Kehre ein so indoktrinierter Konvertit nach Deutschland zurück, sei nicht selten bereits „der Prozess des Abtauchens in die islamistische Szene vollzogen“.

Derzeit beobachtet Freier mit Sorge, dass einige junge Konvertiten, die auf dem als „klassisch“ zu bezeichnen Weg radikalisiert worden seien, „sich im Dunstkreis dschihadistischer Gruppierungen bewegen“. In einer Untersuchung von etwa 140 Konvertiten-Lebensläufen durch den Landesverfassungsschutz wurde „der soziale Faktor letztlich als ausschlaggebend für eine Anfälligkeit zum Islamismus“ erkannt. Bei den meisten Konvertiten handelte es sich um „instabile Persönlichkeiten“ aus prekären Familien und mit fehlenden sozialen Bindungen.

Bei der Bekämpfung des Salafismus setzen die Sicherheitsbehörden neben Repression auch auf stärkere Aufklärung. „Entscheidend“ sei hierbei der Dialog mit den islamischen Verbänden und örtlichen Moscheegemeinden, betont Innenminister Jäger. „Wir respektieren Glaubensüberzeugen und wollen aufzeigen, wie diese in unserer Gesellschaft ohne Fanatiker gelebt werden können.“ Es könne nicht zugelassen werden, dass Islamisten „in ihrer Verblendung die Scharia über die verfassungsrechtlich garantierten Menschenrechte“ stellten, sagt Jäger.

„Der Salafismus richtet sich gegen die Demokratie und unser Freiheitsverständnis.“

Burkhard Freier, Chef des

NRW-Verfassungsschutzes

Von Aachen in den Dschihad – und in den Tod

 

Di, 18. Sep. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Die Seite Drei / Seite 3

Von Aachen in den Dschihad – und in den Tod

Mit Internetpropaganda werden Deutsche für den „Heiligen Krieg“ im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet angeworben. Samir H. aus Aachen folgte dem Ruf.

VON CHRISTOPH KÜHNE

Aachen. „Diese Zeit war eine schöne Zeit.“ Samir H. spricht hier nicht vom letzten Sommerurlaub. Der Gotteskrieger aus Aachen sitzt zwischen Feldsteinen vor einer Lehmwand, das Gesicht verpixelt, die Hände auf ein Sturmgewehr gestützt, und erzählt vom jüngsten Angriff auf einen Konvoi der pakistanischen Armee. In akzentfreiem Deutsch berichtet der Sohn eines tunesischen Vaters und einer deutschen Konvertitin, wie er und seine Mitstreiter elf Tage lang von pakistanischen Soldaten belagert wurden. Für ihn „eine Zeit voller Iman“, eine Zeit voller Glauben. Samir H. tritt in dem Propagandavideo der Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU) unter dem Kampfnamen „Abu Laith“ auf.

Ein halbes Jahr zuvor, im Oktober 2009, war er samt Frau und Kindern von Aachen ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet aufgebrochen, um dort den Dschihad gegen die Ungläubigen zu führen. Seine jüngere Schwester Soumaia war ihm kurz darauf gefolgt.

Am Morgen des 9. März dieses Jahres fuhr Samir, zusammen mit rund einem Dutzend pakistanischen Taliban und ausländischen Glaubenskriegern, auf einem Pick-up durchs südliche Waziristan. Nahe dem Dorf Nishpa feuerte eine amerikanische Drohne drei Raketen auf das Fahrzeug ab. Mindestens eine davon, so berichtet der „Spiegel“, traf den Pick-up und tötete den 29-jährigen Samir mitsamt den übrigen Insassen.

Der Islamist aus Aachen ist nur einer von vielen deutschen Dschihad-Pilgern, die in die rauen Berge Waziristans gezogen sind, um gegen die Nato in Afghanistan und die „abtrünnige“ pakistanische Armee zu kämpfen. Oder um sich in einem der zahlreichen Terrorcamps ausbilden zu lassen.

Fanatisiert und gefährlich

Solche fanatisierten Heimkehrer gelten als besonders gefährlich. Sie sprechen meist fließend Deutsch, kennen die westliche Kultur, können sich anpassen und ihre Anschläge aus der Mitte der Gesellschaft heraus vorbereiten. Drei der vier Selbstmordpiloten vom 11. September 2001 hatten in Hamburg studiert, bevor sie nach Afghanistan reisten, um sich für den „Heiligen Krieg“ rekrutieren zu lassen. Ursprünglich wollten sie weiter nach Tschetschenien, aber die Al-Kaida erkannte ihr Potenzial und schickte sie in die USA, um dort Flugunterricht zu nehmen.

Auch drei der vier gescheiterten Attentäter von der Sauerland-Gruppe hatten sich zuvor in Trainingscamps der Islamischen Dschihad-Union (IJU), einem Ableger der IBU, ausbilden lassen. Gleiches gilt für den mutmaßlichen Kopf der so genannten „Düsseldorfer Zelle“, deren Mitgliedern seit Ende Juli der Prozess gemacht wird. Sie sollen ihre Anweisungen direkt von der Al-Kaida-Führung in Pakistan erhalten haben.

Seit einiger Zeit wenden sich Al-Kaida und ihr nahestehende Organisationen mit ihrer Internet-Propaganda verstärkt an ein nicht-arabisches Publikum. So publizierte die „Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel“ von 2010 bis 2011 mehrere Ausgaben eines englischsprachigen Online-Magazins namens „Inspire“. Dort war unter anderem nachzulesen, wie man mit „Zutaten aus Mutters Küche“ eine Bombe bastelt oder sich richtig mit der Kalaschnikow positioniert.

Auch auf Deutsch wird gezielt angeworben. Besonders aktiv in dieser Hinsicht ist die Islamische Bewegung Usbekistans. Ursprünglich gegründet, um in Zentralasien ein islamisches Kalifat zu errichten, wurde die Gruppe erst aus Usbekistan, dann aus Tadschikistan und schließlich, nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Kabul, auch aus Afghanistan vertrieben. Heute operiert sie vom afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aus und paktiert mit den Taliban und der Al-Kaida. Auf der Suche nach neuen Rekruten und potenziellen Geldgebern wirbt sie in Internetvideos auf Russisch, Türkisch, Englisch und Deutsch.

Die Bundesrepublik im Visier

Die Hauptprotagonisten in den deutschsprachigen Propagandavideos der IBU sind die Brüder Mounir und Yassin Chouka aus Bonn. Die beiden ehemaligen Gymnasiasten rufen regelmäßig zu Anschlägen in Deutschland auf. Im Visier steht die Bundesrepublik vor allem wegen dem Einsatz in Afghanistan, aber auch innenpolitische Themen spielen eine Rolle. Nachdem Aktivisten von Pro-NRW mit Mohammed-Karikaturen vor die Moscheen gezogen waren, verlangte Yassin Chouka per Videobotschaft von deutschen Muslimen: „Ihr sollt die Mitglieder der Pro-NRW alle töten!“

Dem Ruf der Chouka-Brüder zum Dschihad in Waziristan ist auch der Aachener Samir H. gefolgt. Ein Abschiedsbrief, den seine Schwester an die besorgten Eltern schrieb, soll teilweise wortgenau einem Videoaufruf der Bonner Islamisten gleichen. In ihren mit islamischen Gesängen unterlegten Amateurfilmen zeichnen die Choukas ein romantisiertes Bild vom Leben im „Land der Märtyrer“, wie sie die wazirische Bergregion nennen. Ihre Propaganda wirkt wie eine bizarre Mischung aus Abenteuertourismus, Pilgerfahrt und „Heiligem“ Krieg. Die Choukas beschreiben ein Land der Wunder und Verheißungen, in dem spirituell Suchende Brüderlichkeit und Zusammenhalt finden, einen festen Glauben und Rituale, die dem Leben eine Ordnung, einen Sinn geben. Aber auch die Chance, ein Held zu werden und als Märtyrer im Paradies vor den Schöpfer zu treten.

Einflüsterungen des Satans

Für Außenstehende ist das schwer zu begreifen. Einen der raren Einblicke in die Lebenswelt junger Dschihad-Pilger gewähren die Memoiren des 1988 geborenen Konvertiten Eric Breininger aus dem Saarland. Sicherheitsexperten halten das im Internet verbreitete Dokument für authentisch. Breiningers Memoiren sind auch ein Reisebericht. Er beschreibt darin seine Sinnsuche und seinen Weg zum Islam, der ihm Antworten gab, die er im Christentum nicht fand. Er beschreibt aber auch seine abenteuerliche Reise nach Waziristan, die für ihn eine Reise in den Tod werden sollte.

Seine Wandlung vom Fußball spielenden Partygänger zum Gotteskrieger dauerte nur wenige Monate. Beim Pakete Verladen nach der Berufsschule lernt Breininger Anfang 2007 den radikalen Muslim Anis P. kennen. Der führt ihn an militant-salafistische Kreise heran. Nur wenig später trennt sich Breininger von seiner Freundin, weil die es mit dem Islam nicht ernst genug hält. In Saarbrücken teilt er sich dann eine Wohnung mit Daniel Schneider von der Sauerland-Gruppe. Schneider steckt mitten in den Anschlagsvorbereitungen und warnt Breininger, er solle besser das Land verlassen.

Breininger reist daraufhin nach Kairo. Im Winter 2007 fliegt er von dort mit dem Libanesen Hussein al-Malla, einem Freund aus Saarbrücken, in den Iran. Zu Fuß geht es über die Grenze nach Pakistan, dann stundenlang weiter im Auto. Breininger trägt dabei eine Burka, um sein europäisches Aussehen zu verbergen. Angekommen in einem Ausbildungslager der IJU fühlt er sich bald einsam. Al-Malla zieht weiter, und sonst spricht keiner Deutsch. Breininger bleibt niemand, mit dem er seine Gedanken und Gefühle austauschen kann. Es kommen ihm Zweifel, aber die erstickt er als Einflüsterungen des Satans.

Im Herbst 2009 treffen schließlich doch noch eine Handvoll Deutsche im Lager ein, denen sich Breininger sofort anschließt. Sie bilden die Keimzelle einer inzwischen wohl zerstreuten Kleinstgruppe, den Deutschen Taliban Mudschaheddin (DTM). Für die DTM trat Breininger in mehreren Videos auf. Darauf wirkt er verschüchtert und zeigt sich wenig wortgewandt. Mechanisch liest er seinen Text herunter, stockt und verhaspelt sich. Man gewinnt den Eindruck eines unsicheren, beeinflussbaren jungen Mannes.

Die DTM verbreiteten auch die Memoiren Breiningers, zusammen mit einem Foto, das seinen Leichnam zeigen soll, erschossen von pakistanischen Soldaten. Der Tote auf dem Bild lächele, so will es die Propaganda, das „Bassamat al-Farah“, das Lächeln der Freude – für Dschihadisten ein untrügliches Zeichen, dass Allah sein Martyrium angenommen und ihn im Paradies empfangen hat.

Die Regierung schweigt sich aus

Von Samir H. ist ein solcher Todesbeleg bislang nicht aufgetaucht. Auch die Bundesregierung will seinen Tod nicht bestätigen und schweigt sich zu den Umständen aus. Man habe die USA und Pakistan um entsprechende Informationen gebeten, heißt es in einer Antwort auf die Anfrage des Abgeordneten Andrej Hunko von der Linken. Für alles Übrige wird auf die Geheimhaltung verwiesen.

Die Tötung von Samir H. hat auch völkerrechtliche Relevanz. Bei ihren gezielten Tötungen durch ferngesteuerte Flugroboter berufen sich die USA auf das Selbstverteidigungsrecht. In den pakistanischen Stammesgebieten herrscht ein sogenannter „nichtinternationaler bewaffneter Konflikt“, daher findet das Kriegsvölkerrecht Anwendung. Es erlaubt grundsätzlich die Tötung gegnerischer Kämpfer. Fraglich ist aber, ob Samir H. als „Kombattant“ im kriegsrechtlichen Sinne einzustufen ist, und nicht als Zivilist.

Für seine Mutter ist der Fall klar. „Das war Mord!“, sagte sie gegenüber dem „Spiegel“ und forderte von der Bundesregierung eine Aufklärung der Todesumstände. Schließlich war Samir H. deutscher Staatsbürger.

Terrortraining: 255 Menschen aus Deutschland

Laut Verfassungsschutz haben seit Anfang der 1990er Jahre „rund 255 Personen mit Deutschland-Bezug“ ein solches Terrortraining durchlaufen oder zumindest beabsichtigt.

„Deutschland-Bezug“ soll heißen, dass es sich entweder um deutsche Staatsangehörige oder Ausländer mit längeren Aufenthalten in der Bundesrepublik handelt.

Für 70 der 255 Personen gibt es konkrete Hinweise auf eine im Ausland absolvierte paramilitärische Ausbildung.

„Diese Zeit war eine schöne Zeit.“

Samir H. über den Dschihad

„Das war Mord!“

Samirs Mutter über Den
Tod ihres Sohnes

Kommentar: Gut, dass wir , die Nato, in Afghanistan sind, da kann man fern der Heimat Typen wie Samir und Breininger in sicherer Distanz liquidieren, ohne Personen in Europa / Deutschland massiv zu gefährden. Die USA haben dank ihrer Drohnen auch ein recht wirksames Mittel. 

Nach dem Gebet lodern die Flammen auf

 

Sa, 15. Sep. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Nach dem Gebet lodern die Flammen auf

Sudan: Tausende greifen deutsche Botschaft an. Weil die Diplomaten gewarnt sind, wird niemand verletzt. Neue Proteste für Sonntag angekündigt.

Von Carola Frentzen
und Christoph Sator

Addis Abeba/Berlin. Schwarzer Rauch steigt über der deutschen Botschaft in Khartum auf. Nach Tod und Verwüstung vor Vertretungen der USA erreichen die Proteste gegen das islamfeindliche Video „Innocence of Muslims“ erstmals auch eine deutsche Auslandsvertretung. Tausende in Weiß gekleidete Muslime stürmen die deutsche Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt und zerreißen die schwarz-rot-goldene Flagge.

Die Regierung des umstrittenen Präsidenten Omar al-Baschir hat den zur Wochenmitte bei YouTube aufgetauchten Film heftig kritisiert. Das Video sei eine „aggressive Aktion, um Muslime zu provozieren und ungerechtfertigte Feindseligkeiten zwischen den Gläubigen der verschiedenen Religionen anzuzetteln“, erklärte der Ministerrat.

Radikale Islamisten heizten daraufhin die Stimmung an und riefen ihre Landsleute zur Teilnahme an Massenprotesten nach dem Freitagsgebet auf. 70 Prozent aller Sudanesen sind sunnitische Muslime. Ungehört blieben die Forderungen gemäßigter Kräfte, die eine friedliche Demonstration gefordert hatten, wie es in der Zeitung „Sudan Tribune“ hieß. Warum am Freitag Deutschland ins Visier geriet, blieb zunächst unklar. Angeblich sollen in Berlin Mohammed-Cartoons an der Wand einer Moschee aufgetaucht sein, verlautete die wichtigste islamische Behörde des Landes mit. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass solche Proteste eskalieren – das war schon nach den dänischen Mohammed-Karikaturen im Jahr 2006 so.

In Khartum wurden auch die Botschaften Großbritanniens und der USA attackiert. Vor der US-Vertretung eskalieren die Zusammenstöße. Ein Demonstrant kam ums Leben, wie arabische Nachrichtensender berichteten.

Für den deutschen Botschafter Rolf Welberts und seine knapp zwei Dutzend Mitarbeiter sind die Proteste allerdings keine Überraschung. Die Ausschreitungen kamen ja gewissermaßen mit Ankündigung. Die deutsche Vertretung in Khartum hat – wie in anderen islamischen Ländern auch – freitags ihren Ruhetag. Sicherheitshalber bekamen die Mitarbeiter aber zusätzlich noch die Anweisung, auf jeden Fall zu Hause zu bleiben.

Auch Welberts hielt sich dem Büro fern. In Berlin wurde der sudanesische Botschafter ins Auswärtige Amt gebeten. Ihm wurde klar gemacht, welch Bedeutung die Bundesregierung dem Schutz ihrer diplomatischen Vertretung beimisst.

Glimpflicher Ausgang

Das half allerdings nicht viel. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) ließ sich pausenlos über das Geschehen in Khartum unterrichten. Am Nachmittag bestätigte er, dass die Botschaft gestürmt und teilweise in Brand gesetzt worden sei. Für die Diplomaten ging es glimpflich aus. „Glücklicherweise ist kein Personenschaden entstanden“, sagte Westerwelle nach einem Telefonat mit Welberts erleichtert. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Sicherheit.“ Offen ist aber noch, wann die Botschaft den normalen Betrieb wieder aufnimmt. Für Sonntag jedenfalls sind neue Proteste angekündigt.

Deutschland: Muslime bleiben besonnen

In Deutschland blieben die Muslime besonnene: Rund um die Freitagsgebete in Moscheen ist es gestern ruhig geblieben. In vielen Städten riefen Imame die Gläubigen zu Besonnenheit auf, während in viele islamischen Ländern wütende Proteste tobten. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte davor, Muslime durch eine Aufführung des Mohammed-Schmähfilms anzustacheln. (dpa)

Kommentar: Ist das der friedliebende Islam?