Terroristen waren auf geheimer No-Fly-Liste der USA

Nachrichten-Artikel vom 19.11.2015 13:46 US-Geheimdienste speichern Verdächtige in Datenbanken und verweigern die Einreise. Wer auf der geheimen No-Fly-Liste steht und warum, ist nicht bekannt. Wieder runter zu kommen, ist fast unmöglich. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/wirtschaft/article149035949/Terroristen-waren-auf-geheimer-No-Fly-Liste-der-USA.html

Kommentar: Da waren die USA uns Europäern deutlich voraus, u.a. wegen der NSA, die ja hier zu Lande immer gerne verteufelt wird!

Von Israel lernen heißt, mit Terror fertigzuwerden

Nachrichten-Artikel vom 18.11.2015 16:41 Dass es im jüdischen Staat relativ wenige Anschläge der arabischen Staatsbürger gibt, liegt an einem Geflecht aus Kontrolle und Liberalität. Dazu gehört auch das umstrittene „ethnic profiling“. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article149001368/Von-Israel-lernen-heisst-mit-Terror-fertigzuwerden.html

Russland setzt Kopfgeld aus – Flughafen-Personal verdächtigt

Nachrichten-Artikel vom 17.11.2015 09:20 Russland hat eine Belohnung von 50 Millionen Dollar für Hinweise zu den Urhebern des Anschlags auf die Passagiermaschine über Ägypten ausgesetzt. Verdächtigt werden zwei Flughafenmitarbeiter. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/ausland/article148930329/Russland-setzt-Kopfgeld-aus-Flughafen-Personal-verdaechtigt.html

 

Kommentar: Da hat Putin aber lange gebraucht, bis er das feststellte, was andere schon lange wußten: Es war eine Bombe an Bord!

Molenbeek – die Hauptstadt des Terrors?

Di, 17. Nov. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Die Seite Drei / Seite 3

Molenbeek – die Hauptstadt des Terrors?

Die belgische Gemeinde gilt als ein Paradebeispiel für eine verfehlte Integration. Fast immer führen die Spuren nach Anschlägen hierher.

Von Detlef Drewes

Brüssel/Molenbeek. Eben noch fasziniert der malerische Grand Place, Brüssels touristische Visitenkarte. Nur vier Metro-Stationen weiter scheint die Welt eine andere: Molenbeek. Hierher verirrt sich kein Besucher. Und wenn doch, dann kann es ihm passieren, dass ein liebenswürdiger Belgier ihn freundlich darauf hinweist, „an dieser Haltestelle lieber nicht auszusteigen“. Endlos lange Straßenzüge, graue Betonklötze, heruntergekommene Altbauten. Ein paar Geschäftsschilder lockern das Bild nur behelfsmäßig auf. Ein Lebensmittelmarkt, unweit davon die rosafarbene Werbung für den Laden„Traum der Frauen“, wo Kaftane, Burkas, Kosmetik und Unterwäsche angeboten werden. „Hier fallen islamistische Terroristen nicht auf“, sagt Taxifahrer Mohammed (41), der höchst ungern den Auftrag nach Molenbeek angenommen hat. „Da passiert ständig etwas“, erzählt er weiter. „Sie sollten hier nicht alleine losgehen.“ Eine Freundin hatte schon vorh er gewarnt: „Pass auf dich auf. Da geht abends nicht mal mehr die Polizei hin, wenn sie nicht schwer bewaffnet ist.“ Am Samstag waren die Beamten in Molenbeek, am Sonntag wieder. Am gestrigen Montag sperrten sie die Rue Ransfort im Zentrum ab, weil im Haus Nummer 103 einer der Drahtzieher der Anschläge von Paris vermutet wurde.

Viele zahlreiche Industriebetriebe

„Es scheint, als ob alle radikalen Islamisten schon einmal in Molenbeek-Saint-Jean gelebt hätten“, sagte am Sonntag die sichtlich entmutigte Bürgermeisterin Françoise Schepmanns, die eine kleine Koalition unter Führung ihrer liberalen Partei leitet. Tatsächlich gilt Molenbeek mit seinen 92 000 Einwohnern fast schon als Hochburg und Zentrum des europäischen Dschihadismus. „Es gab lange keine Integrationspolitik. Das müssen wir jetzt ändern“, meinte Schepmanns. Das dürfte schwer werden. In den zurückliegenden Jahren wurden zahlreiche Industriebetriebe geschlossen. Die örtliche Verwaltung wollte die Arbeitsplatzverluste durch die Neuansiedlung von Dienstleistungsbetrieben wettmachen. Das misslang gründlich. Heute ist jeder dritte Einwohner von Molenbeek ohne Job – trotz der relativ zentralen Lage. Hinzu kommen die Konsequenzen einer nicht vorhandenen oder verfehlten Integrationspolitik. Rund 25 Prozent der Einwohner können keinen belgischen Ausweis vorlegen. Über Jahre hinweg sammelten sich in Molenbeek die Einwanderer, vor allem aus Marokko. Man isolierte sich von den belgischen Nachbarn – oder verdrängte sie. Er habe lange in Molenbeek gelebt, erzählt der 73-jährige Jean, ehe er „aus Angst“ weggezogen ist. „Jahrelang haben Polizei und Behörden nichts gemacht. Jetzt darf man sich nicht wundern, wenn man ausgerechnet hier immer wieder Terroristen verhaftet.“ Schon 2004 nach dem Anschlag von Al-Kaida-Kämpfern auf Vorortzüge in Ma-drid führten Spuren nach Molenbeek. Mehdi Nemmouche, der im Mai 2014 vier Menschen im Jüdischen Museum von Brüssel erschoss, lebte in der Gemeinde. Auch nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ gab es Verbindungen nach Molenbeek. Nun steht der Ort wieder im Blickpunkt: Vermutlich haben mindestens drei Attentäter von Paris in diesen Häusern gelebt. „Ich werde Molenbeek bereinigen“, sagte Belgiens Innenminister Jan Jambon am Sonntag. „Da könne n wir nicht lange warten, wir müssen die Wurzeln herausziehen.“

Aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass es in den vergangenen Jahren solche Versuche nicht schon gegeben hätte. Sozialarbeiter, V-Leute, Polizisten – alle haben sich in Molenbeek versucht, wollten helfen, sanieren und Jobs beschaffen. Keiner konnte Wort halten. „Viele Jugendliche werden radikalisiert, weil ihnen eine Zukunftsperspektive fehlt. Es gibt keine Ausbildungsmöglichkeiten“, sagt Stefan Keßler, ein Brüsseler Experte für Ausländerfragen. „Molenbeek ist ein Getto“, heißt es immer wieder von den Belgiern, die geblieben sind. Es sind nicht viele.

Im Brennglas die Probleme

Dabei zeigt Molenbeek wie im Brennglas die Probleme, die es in vielen Städten vom Schlage Brüssels gibt. Da sind die wohlhabenden Vororte wie Kraainem, wo selbst die Straßenbahnen auf weichen Rasen-Teppichen fahren. Nur wenige Straßen weiter die heruntergekommenen, zusammengedrängten Altbauten mit ihren Billigwohnungen, in denen arbeitslose Menschen etwas gefunden haben, was man wohl nur als „Unterkunft“ bezeichnen kann. Der Antwerpener Stadtteil „Borgerhout“ heißt im Volksmund nur „Borgerokko“ – eine boshafte Anspielung an die überwiegend marokkanischen Einwohner, die dort ebenfalls nahezu isoliert leben. Als Brüssel sich anschickte, zur europäischen Hauptstadt mit dem Sitz von EU und Nato zu werden, erließ die Metropolregion ein Gesetz zur Sicherung preiswerten Wohnraums. Demnach muss, wer einen Neubau hochzieht, entsprechenden Ersatz an günstigen Häusern schaffen. Nach dieser Rechnung hätte allein das Europäische Parlament rund 40. 000 Billig-Wohnung bauen müssen. Tatsächlich entstand keine einzige. So wurden die sozialen Problembereiche der Stadt erst verdrängt und dann verdichtet. Kein Wunder, dass Brüssel bei Eigentumsdelikten und Raub den traurigen Spitzenplatz in Europa einnimmt – obwohl es Gemeinden dieser Hauptstadtregion gibt, die sich gegen dieses Bild wie ein Idyll ausnehmen.

„Wir haben in Molenbeek ein gigantisches Problem“, gab auch Belgiens junger Premierminister Charles Michel (39) am Wochenende zu. Doch solche politischen Phrasen hat man in Molenbeek und den anderen Gemeinden Brüssels, denen es nicht viel besser geht, schon oft gehört. Die Parallelen zu den Banlieues rund um Paris sind auffallend. Bei einer Jugendarbeitslosen-Quote von 21 Prozent wird leicht verständlich, warum radikale Botschaften hier auf besonders fruchtbaren Boden fallen. In keinem EU-Mitgliedsland gibt es – im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung – mehr junge Männer und Frauen, die in den sogenannten Heiligen Krieg nach Syrien zogen. Rund 650 ließen sich von teilweise professionell arbeitenden Organisationen wie „Sharia4Belgium“ anwerben, kämpften für den IS und kamen irgendwann zurück.

„Jeder von ihnen ist hochgefährlich“, hieß es von Sachverständigen, als den 46 Mitgliedern der Sharia-Gruppe Mitte des Jahres in Antwerpen der Prozess gemacht wurde. „Sie gingen, weil sie keine Perspektive hatten, sie kommen als ausgebildete Kämpfer zurück, und sie haben immer noch keine Aussicht auf ein geregeltes Leben.“ Sicherlich nicht alle, aber viele gelten bei den Sicherheitsbehörden inzwischen als „Foreign Fighters“ (fremde Kämpfer) oder einfach nur als „Schläfer“, für die IS-Führung jederzeit greifbar. Die belgischen Sicherheitsbehörden sind weitgehend machtlos, weil personell unterbesetzt und schon seit langem kaum in der Lage, die Welle der Straftaten zu verfolgen. „Wir kennen das Risiko, wir wissen längst, was in Molenbeek passiert – warum tun wir nicht endlich was?, fragte gestern der Leitartikler einer großen belgischen Zeitung.

Areale mitten in den Städten

„Verlorene Viertel“ nennen die Belgier selbst diese Areale mitten in ihren Städten. Seit den Pariser Anschlägen im Januar auf die Redaktion der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ schickt die Regierung jeden Tag 300 schwer bewaffnete Soldaten in die Stadt, um die europäischen Institutionen, die Nato sowie wichtige Botschaften und Gotteshäuser zu schützen. Tatsächlich wurden durch gezielte Aktionen auch mehrfach Anschläge verhindert. Doch an der Infrastruktur der Gesellschaft und ihrer Stadtviertel hat sich nichts geändert.

Ob das nach der Attentatserie von Paris nun anders wird? „Ich glaube nicht daran“, sagte am gestrigen Montag der Tankstellen-Pächter Jussuf (38). „Sehen Sie doch mal raus: Jetzt sind sie alle da: Polizei, Kameras, Politiker. Morgen sind sie wieder weg und dann geht hier alles weiter wie immer – bis zum nächsten Mal.“

Facebook-Post einer Überlebenden rührt Millionen

Ein weißes Top, am linken Rand etwas blutverschmiert. Dieses fast harmlos wirkende Foto ist im Internet zu einem Symbol der Attentate in Paris geworden. Es ist das Oberteil von Isobel Bowdery, die das Massaker im Musikclub „Bataclan“ überlebt hat. „Du hättest Dir niemals vorstellen können, dass so etwas Dir passiert“, schreibt sie auf Facebook unter das Bild. Einfühlsam und eindringlich beschreibt die 22-Jährige das Unbegreifliche – und rührt Millionen von Menschen.

Es sei eine glückliche Atmosphäre gewesen. „Jeder hat getanzt und gelacht.“ Dann die Schüsse. „Naiverweise dachten wir, es sei alles Teil der Show.“ Dutzende seien direkt vor ihr umgebracht worden. Über eine Stunde habe sie sich tot gestellt, den Atem angehalten.

„Die Bilder dieser Männer, die uns wie Aasgeier umkreisten, werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen“, schreibt Bowdery, die an der Universität im südafrikanischen Kapstadt studiert hat. „Als ich im Blut von Fremden lag und darauf wartete, dass eine Kugel meine gerade 22 Jahre beendet, stellte ich mir jedes Gesicht vor, das ich jemals geliebt habe.“ Ihr Post richte sich an die Opfer, „die nicht das Glück hatten“ am nächsten Morgen aufzuwachen und an deren Angehörige. (dpa)

Darf man jetzt Angst haben?

Psychologen sagen: Ja. Das sei jetzt ein sehr natürliches Empfinden. Man soll die Angst aber auf keinen Fall siegen lassen.  ▶ Karlo Clever

Was wir über die IS-Mörder von Paris wissen

Nachrichten-Artikel vom 16.11.2015 18:16 Mehrere der Täter von Paris waren den Behörden aufgefallen. Der mutmaßliche Drahtzieher des Massenmords zog in einem IS-Video mit dem Auto Leichen hinter sich her. Übersicht des Ermittlungsstands. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/ausland/article148916103/Was-wir-ueber-die-IS-Moerder-von-Paris-wissen.html

Eine Chronologie des Terrors und des Schreckens

Mo, 16. Nov. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Spezial / Seite 6

Eine Chronologie des Terrors und des Schreckens

Um 21.20 Uhr beginnt am Freitag mit der ersten Explosion in Paris eine Serie von Attentaten – gleichzeitig an verschiedenen Orten. Ein Protokoll.

Paris. Ab 21.20 Uhr ist alles anders in Paris, als am Freitag die erste Explosion zu hören ist. Terroristen schlagen gezielt nahezu gleichzeitig an verschiedenen Orten zu. Die Ereignisse im Überblick:

Freitag, 13. November

▶ 21.05 Uhr: Etwa fünf Minuten nach Anpfiff des Spiels Deutschland gegen Frankreich soll einer der Attentäter im Sektor Ost, der andere im Sektor Nord vergeblich versuchen, in den Stadionbereich zu kommen. Es ist unklar, ob sie Tickets hatten oder nicht. Die Ordner lassen sie nicht rein.

▶ 21.20 Uhr: Es gibt eine erste Explosion in der Nähe des Stade de France im Pariser Vorort Saint-Denis. Dort spielt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor 80 000 Zuschauern gegen Frankreich. In der Nähe des Eingangs D des Stadions zündet ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel und reißt einen Passanten mit in den Tod.

▶ 21.25 Uhr: Im 10. Arrondissement, im Pariser Osten am Canal Saint Martin, schießen Täter auf Gäste der Bar „Le Carillon“ und des asiatischen Restaurants „Le Petit Cambodge“. Mindestens 15 Menschen werden getötet, zehn Opfer bleiben sehr schwer verletzt zurück.

▶ 21.30 Uhr: Eine zweite Explosion ereignet sich nahe dem Eingang H des Stade de France. Ermittler finden dort die Leiche eines Mannes mit Sprengstoffgürtel.

▶ 21.30 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande verlässt seinen Platz auf der Tribüne des Stade de France und bespricht sich noch vor Ort mit Innenminister Bernard Cazeneuve. Danach wird er zu einer Krisensitzung ins Innenministerium gebracht.

▶ 21.32 Uhr: Es gibt eine weitere Schießerei vor der Bar „A la Bonne Bière“ und der gegenüberliegenden Pizzeria „Casa Nostra“ im 11. Arrondissement, nicht weit entfernt von der ersten Schießerei. Fünf Menschen sterben, acht werden schwer verletzt.

▶ 21.36 Uhr: In der weiter südlich gelegenen Rue de Charonne attackieren Attentäter die Bar „La Belle Equipe“. Auf der Terrasse der Bar werden mindestens 19 Menschen getötet. Wie auch bei den Angriffen auf „Le Petit Cambodge“, „Le Carillon“ und „Bonne Bière“ fahren die Angreifer vermutlich einen schwarzen Seat.

▶ 21.40 Uhr: Im Restaurant „Comptoir Voltaire“ etwas weiter südöstlich sprengt sich ein Selbstmord-Attentäter in die Luft. Ein Mensch wird dabei schwer, weitere Opfer leicht verletzt.

▶ 21.40 Uhr: Ein schwarzer Wagen hält vor dem Musikclub „Bata-clan“. Drei Personen mit Sturmgewehren dringen ein und schießen in die Menge, die dort zu einem Konzert der Band „Eagles of Death Metal“ vor rund 1500 Zuschauern zusammengekommen ist. Sie nehmen Geiseln.

▶ 21.53 Uhr: 400 Meter vom Stade de France entfernt gibt es eine dritte Explosion. Der Körper eines Selbstmord-Attentäters wird dort wenig später gefunden.

▶ 22.45 Uhr: Das Freundschaftsspiel Frankreich gegen Deutschland endet mit einem 2:0-Sieg der Franzosen. Im Stade de France ist der Terror zu spüren. Im Stadion herrscht eine gedrückte Stimmung. Viele Fans haben die grausamen Nachrichten längst mitbekommen. Sie wissen, dass auch das

Stadion im Visier der Terroristen steht. Als Ordner nach dem Abpfiff

die Spielfeldbegrenzung öffnen, strömen viele Zuschauer auf den Platz. Ein Sprecher kündigt an, wegen „Vorfällen im Umfeld des Stadions“ müssten die Zuschauer die Arena nach und nach verlassen.

Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft harren stundenlang nach den Bombenanschlägen in den Katakomben des Stadions aus. Ein Verlassen des Stade de France gilt als zu gefährlich. Auch die französischen Nationalspieler verbringen die Nacht im Stadion. Erst am Samstagmorgen bringt der schwarze DFB-Mannschaftsbus die Spieler mit Polizei-Eskorte zum Flughafen.

▶ Mitternacht: Präsident Hollande spricht im Fernsehen von mehreren Dutzend Toten, vielen Verletzten. Er kündigt den Ausnahmezustand an. Die Pariser Krankenhäuser werden in den Ausnahmezustand versetzt.

Samstag, 14. November

▶ 00.15 Uhr: Das Kabinett trifft sich zu einer Sondersitzung.

▶ 00.20 Uhr: Die französische Polizei stürmt den Musikclub „Bata-clan“. Die Operation dauert eine halbe Stunde. Drei Terroristen sterben. Einer wird erschossen, die anderen beiden zünden ihre Sprengstoffgürtel. Im Bataclan gibt es 89 Tote und zahlreiche Verletzte.

In goldfarbenen Wärmefolien stehen Überlebende in einem Bus neben dem „Bataclan“. Notärzte betreuen die Überlebenden in dem bereitstehenden Bus. Viele der Konzertbesucher wissen nicht, ob ihre Freunde und Verwandten das Massaker überlebt haben.

▶ ab 00.30 Uhr: Mehrere Parteien, darunter die Sozialisten und der rechtsextreme Front National, setzen ihren Wahlkampf für die Regionalwahlen aus.

Schulen und Universitäten bleiben am Samstag geschlossen, kündigen die Pariser Behörden an. Alle Schulausflüge an diesem Wochenende fallen aus, teilt das Bildungsministerium mit.

Präsident Hollande und Premier Manuel Valls begeben sich gemeinsam mit dem französischen Innenminister Cazeneuve und Justizministerin Christiane Taubira zum „Bataclan“.

▶ 11.00 Uhr: Hollande nennt die Angriffe einen „Kriegsakt“ und schreibt sie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu. Er kündigt eine dreitägige Staatstrauer an. Heute will er vor beiden Kammern des französischen Parlaments, dem Kongress, sprechen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat bekennt sich zu den Angriffen.

▶ 19.00 Uhr: Der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt François Molins berichtet von 129 Todesopfern und 352 Verletzten.

Vater und Bruder des als einer der Terroristen im „Bataclan“ identifizierten werden in Gewahrsam genommen, am Samstag auch noch andere Familienmitglieder.

Sonntag, 15. November

▶ Im Vorort Montreuil östlich von Paris wird ein weiteres Auto der Terroristen gefunden. In dem Fahrzeug entdecken Ermittler auch Sturmgewehre vom Typ Kalaschnikow wie sie bei den Anschlägen verwendet wurden.(dpa/afp)

Aktion: Millionen Menschen melden bei Facebook, wie es ihnen geht

Mehr als fünf Millionen Menschen haben nach den Attentaten ein Spezialangebot des sozialen Netzwerks Facebook genutzt, um Freunde und Angehörigen darüber zu informieren, dass sie in Sicherheit seien. 5,4 Millionen Nutzer bedienten sich laut Facebook des „Safety Check Up“.

Es wurde eingerichtet, um alle Facebook-Kontakte eines Nutzers in Sekundenschnelle mit der Botschaft zu erreichen, dass sich der Betroffene in Sicherheit befinde.

Der „Safety Check Up“ wurde ursprünglich für den Fall von Naturkatastrophen entwickelt. Facebook sorgt dafür, dass die Nutzer im Umfeld eines Katastrophengebietes auf die Möglichkeit einer derartigen Kurznachricht hingewiesen werden. Solche Hinweise wurden an alle Facebook-Nutzer in Paris geschickt.

Rund 1200 französische Helfer waren im Fußballstadion, die nach dem Germanwings-Absturz im März im Einsatz waren. „Für sie war es natürlich eine besondere Tragik“, dass so viele Menschen bei Attentaten starben, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Israel kritisiert französische Geheimdienste

http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/kritik-an-frankreichs-geheimdiensten-13914313.html

Nach Anschlägen in Paris Israel kritisiert französische Geheimdienste

Israelische Terrorfachleute kritisieren die französischen Geheimdienste: Nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ hätten sie nichts dazugelernt.

16.11.2015, von Hans-Christian Rößler, Jerusalem

Israelische Terrorfachleute sind sich nach den Anschlägen in Paris einig. „Die Geheimdienste haben versagt“, sagt Boaz Ganor. Nicht nur für den Direktor des „International Institute for Counterterrorism“ ist das, was am Freitagabend geschah, ein weiterer Beweis dafür, wie wenig die französischen Geheimdienste seit den Attentaten auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und den koscheren Supermarkt in Paris im Januar dazugelernt haben. Nach Ganors Ansicht haben die französischen Sicherheitsbehörden offenbar nicht mitbekommen, dass die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in den vergangenen Monaten ihre Strategie gewechselt hat. Die Chance, rechtzeitig mehr zu wissen, sei ungenutzt geblieben.

Hans-Christian Rößler Autor: Hans-Christian Rößler, Politischer Korrespondent für Israel und die Palästinensergebiete mit Sitz in Jerusalem. Folgen:

Zunächst habe sich der IS in Europa damit begnügt, Einzeltäter zu inspirieren und zu radikalisieren und sich mit seinen Aktivitäten auf den Nahen Osten konzentriert. Die Großaktion am Freitag zeige jedoch, dass der IS seine Vorgehensweise grundlegend geändert hat: Die koordinierten Anschläge setzten eine monatelange Vorbereitung und zahlreiche Beteiligte voraus. Möglicherweise hätten sich die Geheimdienste aber weiter zu sehr auf die „einsamen Wölfe“ konzentriert, sagte Ganor dieser Zeitung.

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© AP, reuters Fahndungspanne: Terrorverdächtiger kommt durch Polizeikontrolle

Der israelische Geheimdienstkenner Ronen Bergman von der Zeitung „Jediot Ahronot“ hat den Eindruck, dass Frankreich seit Januar einfach „weitergeschlafen“ habe, statt den Sicherheitsapparat grundlegend zu reformieren. Westliche Geheimdienstler berichteten, dass Frankreich weiterhin zögere, Informationen mit Partnern zu teilen und den eigenen Antiterrorkampf besser international zu koordinieren, sagt Bergman dieser Zeitung. Manche sprächen dabei von „Arroganz“ und einem falsch verstandenen Stolz, Schwierigkeiten einzugestehen.

Hinweise aus Amerika

So habe Frankreich vor zwei Wochen aus Amerika Hinweise darauf erhalten, dass sich die Kommunikation zwischen IS-Mitgliedern im Nahen Osten und möglichen französischen Unterstützern zuletzt deutlich intensiviert habe. Frankreich habe darauf aber nicht präventiv reagiert, sondern vor allem den Schutz seiner Auslandsvertretungen verstärkt. „Durch eine effektive Kombination von geheimdienstlicher Tätigkeit und präventiven Operationen lässt sich Terrorismus besiegen“, sagt Bergman – und nennt als Beispiel den erfolgreichen Kampf Israels gegen den Selbstmordterror der Hamas.

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Die Zeitung „Maariv“ hielt am Sonntag verstärkte Geheimdienstaktivitäten nicht mehr für ausreichend. Europäer, Amerikaner und ihre arabischen Partner müssten einsehen, dass „IS und Al Qaida ausgelöscht werden müssen“. Letztlich seien dafür Bodentruppen nötig. Das Problem sei, dass die westliche Öffentlichkeit „maximale Sicherheit fordert, um ihren Alltag fortzusetzen, aber nicht bereit ist, den Preis zu zahlen, der dafür nötig ist“.

Op-ed blames Mossad for deadly attacks, says Israel wanted to undermine European settlement labeling move

http://www.i24news.tv/en/news/international/middle-east/92611-151116-official-palestinian-paper-publishes-op-ed-claiming-israel-behind-paris-attacks

Kommentar: Ein Beispiel, zu welchen Ungeheuerlichkeiten die palästinensischen Medien in der Lage sind. Da stellt sich schon die Frage, ob die, die diese Medien leiten und Artikel schreiben, krank im Hirn sind! 

 

An opinion piece published Sunday in an official Palestinian Authority daily newspaper blamed Israel’s Mossad intelligence agency for the deadly terror attacks that rocked Paris on Friday night.  

The article in the daily al-Hayat al-Jadida paper suggested that Israel played a part in orchestrating the attacks in order to undermine new European moves promoting a two-state solution as well as the labeling of produce from Israeli West Bank settlements.

“It is not a coincidence that human blood was exploded in Paris at the same time that certain European sanctions are beginning to be implemented against settlement products, and while France leads Europe in advising the [UN] Security Council that will implement the two-state solution, Palestine and Israel — which the Israelis see as a warning of sudden danger coming from the direction of Europe, where the Zionist, occupying, settling endeavor was born…” reads the opinion piece. 

“The wise and correct thing is to look for who benefits. In short: They need to search the last place reached by the octopus arms of the Mossad… It is clear that its ‘Mossad’ will burn Beirut and Paris in order to achieve [Prime Minister Benjamin] Netanyahu’s goals. He, who challenged the master of the White House, hides in his soul enough evil to burn the world,” it continues. 

The op-ed was translated by Palestinian Media Watch, a media monitoring group.

The worst terror attack in French history has stunned the capital, less than 11 months after jihadists struck satirical magazine Charlie Hebdo and a Jewish supermarket, killing 17.

France was to observe a minute’s silence at midday (1100 GMT), which the European Union has called on all member states to respect. In the United States, the Stars and Stripes will fly at half-mast at the White House until sunset Thursday.

President Francois Hollande will observe the silence at the Sorbonne University, in recognition of the large toll of young people among the 129 dead. Another 352 were injured, scores of them seriously.

French warplanes pounded Islamic State’s Syrian stronghold Sunday in the nation’s first retaliation against the jihadists.

The raid destroyed an IS command post, a recruitment centre, a munitions depot and a „terrorist“ training camp in Raqa, the defence ministry said.

The operation was coordinated with US forces by a dozen aircraft which took off from Jordan and the United Arab Emirates, it said.

Hollande has denounced the Paris attacks as an „act of war“ and vowed to hit back against IS „without mercy“.

Schleierfahnder in Rosenheim greifen Verdächtigen auf

Nachrichten-Artikel vom 14.11.2015 10:34 Polizisten haben vor wenigen Tagen in Deutschland einen Mann festgenommen, der vermutlich ein Komplize der Attentäter von Paris ist. Das berichtet der BR. Der Mann stammt aus Montenegro. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/ausland/article148844301/Schleierfahnder-in-Rosenheim-greifen-Verdaechtigen-auf.html

Offensive gegen IS: Kurden rücken in Sindschar ein

SPIEGEL ONLINE, 13.11.2015

 

Die Kurden im Irak melden Erfolge in ihrem Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“. Die Peschmerga sind in die Stadt Sindschar eingedrungen, Augenzeugen melden Gefechte in dem Ort.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/islamischer-staat-kurden-ruecken-in-sindschar-ein-a-1062613.html