Versöhnliche Töne im BND-Streit

Di, 19. Mai. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / Titel Aachen / Seite 1

Versöhnliche Töne im BND-Streit

Sozialdemokraten wollen Koalitionszwist entschärfen. Kritik an Sigmar Gabriel.

Berlin. In der NSA/BND-Affäre zeichnet sich nach der jüngsten Eskalation des Koalitionsstreits über den Umgang mit der geheimen US-Spähliste Entspannung ab. „Ich bin zuversichtlich, dass es eine Einigung über ein geeignetes Verfahren in den nächsten Tagen geben kann“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi in Berlin. Die Liste solle ausgewählten Mitgliedern des NSA-Untersuchungsausschusses zugänglich gemacht werden. Unionsfraktionsvize Thomas Strobl (CDU) reagierte umgehend: „Die SPD scheint auf den Weg der Vernunft und zu einem vertrauensvollen Umgang in der Koalition zurückzukehren.“

Der Sprecher von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Martin Schäfer, sagte, es gebe die Möglichkeit, Sicherheitsinteressen und Aufklärungsinteresse von Parlament und Öffentlichkeit in Einklang zu bringen. Das Völkerrecht stehe dem nicht entgegen – es sei eine politische Entscheidung in dieser Frage nötig. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, das Konsultationsverfahren mit den USA zur Frage des Umgangs mit der Liste dauere an. Die Regierung werde auf Basis des Ergebnisses und weiterer Abwägungen entscheiden.

Bei dem Streit geht es um den von den Geheimdienstkontrolleuren des Bundestags und vom NSA-Untersuchungsausschuss verlangten Einblick in eine Liste mit geheimen Spähbegriffen der Amerikaner. Diese waren während der seit zehn Jahren laufenden Zusammenarbeit vom Bundesnachrichtendienst (BND) aussortiert worden, weil sie absprachewidrig teils gegen deutsches Recht sowie gegen deutsche und europäische Interessen verstießen.

Seehofer-Kritik zurückgewiesen

Fahimi sagte nach einer Sitzung des SPD-Vorstands: „Es geht uns in keinster Weise darum, ein Zerwürfnis mit den USA zu provozieren.“ Es gehe der SPD „nicht um profane Formen von Anti-Amerikanismus“, sondern um Aufklärung in der Sache. Die Seehofer-Kritik an Gabriel wies sie zurück: „Ich finde, dass das Verhalten unseres Vizekanzlers Sigmar Gabriel genau das ist, was man von einem verantwortlichen Staatsmann erwarten sollte.“ (dpa)  ▶ Seite 2

„Es geht uns in keinster Weise darum, ein Zerwürfnis mit den USA zu provozieren.“

Yasmin Fahimi,

SPD-Generalsekretärin

Kommentar: Achtung, nicht das Kind mit dem Bad ausschütten. Das die Linken als Staatsveränderer die Beziehungen mit den USA nach allen Möglichkleiten stören wollen, ist seit Jahrzenten bekannt. 

Bericht des "Wall Street Journal": US-Drogenfahnder ermitteln gegen Venezuelas Führung

SPIEGEL ONLINE, 19.05.2015

Die Regierung Venezuelas soll ihr Land in einen riesigen Umschlagplatz für Kokain verwandelt haben. US-Drogenfahnder ermitteln deshalb gegen hochrangige Offizielle – angeführt von Diosdado Cabello, dem zweitmächtigsten Mann in Caracas.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-us-drogenfahnder-ermitteln-gegen-regierungsvertreter-a-1034358.html

Kommentar: Wieso liegen linke Regime und Kriminalität oft so nahe beieinander?

Ukraine-Krise: Russische Gefangene sollen als Terroristen angeklagt werden

SPIEGEL ONLINE, 18.05.2015

Die ukrainische Armee hat zwei angeblich russische Soldaten in der Ostukraine festgenommen – und will offenbar ein Exempel statuieren. Die Männer sollen wegen Terrorismus vor Gericht gestellt werden.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-russische-gefangene-sollen-als-terroristen-angeklagt-werden-a-1034265.html

Kiew nimmt zwei russische Soldaten fest

Nachrichten-Artikel vom 18.05.2015 16:29 Russland beteuert seit mehr als einem Jahr, es schicke keine Soldaten zur Unterstützung der Rebellen in die Ostukraine. Jetzt sollen dort zwei Russen in die Hände der Regierung gefallen sein. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/ausland/article141086177/Kiew-nimmt-zwei-russische-Soldaten-fest.html

Balten bitten die Nato um stärkere Militärpräsenz

Fr, 15. Mai. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Balten bitten die Nato um stärkere Militärpräsenz

Belek. Estland, Lettland und Litauen wollen angesichts der Ukraine-Krise die Nato um die dauerhafte Stationierung eines Großverbandes im Baltikum bitten. Die Generalstabschefs der drei Länder wollen dazu ein gemeinsames Schreiben an den militärischen Oberkommandeur, General Philip Breedlove, senden.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg reagierte zurückhaltend. „Jegliche Briefe von jeglichen Verbündeten und einer Gruppe von Verbündeten werden natürlich sorgfältig geprüft werden“, sagte er bei einem Treffen der Nato-Außenminister im türkischen Belek. Er betonte, dass die Nato ihre militärische Präsenz im östlichen Teil des Bündnisses bereits erhöht habe.

Ein noch immer gültiges Abkommen zwischen der Nato und Russland nannte er nicht als Gegenargument. Es verbietet die dauerhafte Stationierung von „substanziellen Kampftruppen“ in den neuen Nato-Ländern in der Mitte und im Osten Europas. (dpa)

Geheime BND-Papiere veröffentlicht

Fr, 15. Mai. 2015
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Geheime BND-Papiere veröffentlicht

Unionsfraktionschef Kauder empört. Verfassungsschutzpräsident Maaßen fürchtet Sicherheitsdefizite.

Berlin. Unionsfraktionschef Volker Kauder ist über die Veröffentlichung geheimer Dokumente im Zuge der NSA-BND-Affäre empört. Dass diese Dokumente in Zeitungen oder im Internet auftauchen, sei nicht tragbar, sagte er der „Welt“. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sieht deshalb die Zusammenarbeit der deutschen Geheimdienste mit den US-Partnern bedroht.

Maaßen sagte dem SWR: „Wenn seit Monaten immer wieder geheime Dokumente an die Öffentlichkeit gelangen, habe ich die Sorge, dass die Amerikaner zögerlicher werden mit der Zulieferung von Informationen.“ Das könne zu Erkenntnis- und Sicherheitsdefiziten in Deutschland führen.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte am Dienstag Sitzungsprotokolle des NSA-Untersuchungsausschusses ins Internet gestellt. Bisher waren diese nicht öffentlich zugänglich – auch nicht solche der öffentlichen Sitzungen. Nun finden sich in den WikiLeaks-Dokumenten sogar einige Protokolle nicht öffentlicher Sitzungen. Zuvor waren immer wieder vertrauliche Informationen an Medien weitergegeben worden.

Kauder kritisierte das: „Ein Parlament und speziell ein Untersuchungsausschuss wird doch seinen Aufgaben nicht gerecht, wenn als geheim eingestufte Dokumente in Zeitungen oder im Internet auftauchen.“ Er äußerte den Verdacht, „dass manche in einem Untersuchungsausschuss nach dem Motto handeln: Wenn es politisch opportun ist, vorverurteilen wir nicht nur, sondern brechen notfalls auch die Vertraulichkeit und damit das Recht“. Zum Wesen der Kontrolle der Nachrichtendienste gehöre aber, dass nicht alle Erkenntnisse öffentlich ausgebreitet werden können.

Der SPD warf Kauder mangelnde Fairness im Umgang mit dem Kanzleramt vor. Die Verlautbarungen aus der SPD-Zentrale seien völlig überzogen und unfair. Führende SPD-Politiker hatten dem Kanzleramt vorgeworfen, die Öffentlichkeit in der NSA-Affäre getäuscht zu haben. Der Vorwurf zielt vor allem auf Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla: Dieser habe 2013 aus wahlkampftaktischen Gründen eindeutig die Unwahrheit über die Verhandlungen zu einem sogenannten No-Spy-Abkommen mit den USA gesagt.

Der BND soll den Amerikanern jahrelang möglicherweise unwissentlich geholfen haben, europäische Unternehmen und Politiker auszuforschen. (dpa)

Die NSA soll in den
USA gebremst werden

Das US-Repräsentantenhaus hat für eine grundlegende Geheimdienstreform gestimmt, die das massenhafte Datensammeln der NSA in den USA verhindern soll. Für die Spähaktivitäten im Ausland würden sich keine Änderungen ergeben. Sofern der Senat zustimmt, könnte die NSA die Telefondaten der Amerikaner nicht mehr selbst sammeln und speichern. Stattdessen müsste sie die Daten für Terror-Ermittlungen bei Telefongesellschaften anfragen. (afp)

Wenn Chinas Ex-Elite Mao zum Massenmörder erklärt

Nachrichten-Artikel vom 13.05.2015 12:09 Die Pekinger Führung setzt die einzige unzensierte Reformzeitschrift Chinas mit Repressalien gewaltig unter Druck. Die Autoren gehörten früher zur KP-Elite – und lassen sich nicht einschüchtern. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/ausland/article140879146/Wenn-Chinas-Ex-Elite-Mao-zum-Massenmoerder-erklaert.html

Warum die Saudis US-Präsident Obama brüskieren

Nachrichten-Artikel vom 13.05.2015 10:54 König Salman bleibt dem Treffen des Golf-Kooperationsrats in Camp David fern. Er misstraut der amerikanischen Annäherung an den Iran und sieht sich plötzlich in einer Koalition des Misstrauens. Den Artikel können Sie hier lesen: http://www.welt.de/politik/ausland/article140876107/Warum-die-Saudis-US-Praesident-Obama-brueskieren.html

US-Geheimdienst: Streit um NSA-Reform – Amerikanern läuft die Zeit davon

SPIEGEL ONLINE, 13.05.2015

Steht die massenhafte Metadatensammlung durch die NSA vor dem Ende? Das US-Parlament berät über eine Reform des umstrittenen Geheimdiensts. Viel Zeit bleibt nicht mehr.

Von Sebastian Fischer, Washington

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/nsa-reform-kampf-im-us-kongress-um-freedom-act-a-1033533.html