2014 wird für Afghanistan zu einem Schicksalsjahr

Fr, 20. Dez. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

2014 wird für Afghanistan zu einem Schicksalsjahr

Die Nato zieht ihre Truppen ab. Präsident Hamid Karsai muss abtreten. Die politische Zukunft des Landes ist völlig ungewiss.

Von Agnes Tandler

Kabul. Nach mehr als zwölf Jahren Krieg gegen die radikalislamischen Taliban will die Nato im kommenden Jahr ihre Truppen aus Afghanistan abziehen. Doch mit dem näher rückenden Abzugstermin wächst die Sorge, was danach wohl kommen mag. Bereits 2013 war kein gutes Jahr für das instabile Land am Hindukusch. Die Taliban zeigten sich unverändert stark. Sie kontrollieren den Großteil der Provinzen.

Der Anbau von Mohn und der Rauschgifthandel florieren, während immer mehr afghanische Soldaten bei Kampfeinsätzen sterben. Im Schnitt kamen 2013 etwa 100 Sicherheitskräfte pro Woche ums Leben – und auch die Zahl der zivilen Opfer blieb hoch. Für die ersten sechs Monate verzeichneten die UN einen Anstieg von 23 Prozent: Gezählt wurden mehr als 1300 getötete Zivilisten und mehr als 2500 Verletzte. Politisch sorgte zudem die Spannung zwischen dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und den USA für Unsicherheit.

2014 könnte sich die Situation weiter zuspitzen: Afghanistan und die USA streiten weiter um einen Militärpakt, der den Verbleib amerikanischer Militärstützpunkte nach 2014 am Hindukusch vorsieht. Präsident Karsai zeigte bislang wenig Neigung, ein solches Abkommen zu unterschreiben. Sollte der Vertrag nicht zustande kommen, drohen die USA mit einer „Null-Option“ wie im Irak, wo 2011 alle US-Truppen das Land verließen, nachdem eine Einigung über die weitere Stationierung von Soldaten geplatzt war.

Weniger ausländische Soldaten in Afghanistan bedeuten auch weniger Unterstützung für die afghanische Armee und insgesamt weniger Geld, warnen die Befürworter des Vertrages. Das gut 350 000 Mann starke afghanische Militär hängt fast komplett am finanziellen Tropf der USA. Falls der Westen Afghanistan ganz den Rücken kehrt, könnte die Regierung in Kabul die Gehälter von Polizei und Militär nicht mehr zahlen. Afghanistans Wirtschaft ist immer noch schwach, die Steuereinnahmen sind niedrig und decken kaum fünf Prozent des Staatshaushaltes.

Fällt das Land auseinander?

Manche in Afghanistan befürchten, dass die Taliban wieder an die Macht zurückkehren könnten. Die radikalislamischen Aufständischen regierten Afghanistan von 1996 bis Ende 2001, bis eine von den USA geleitete Militäroperation ihrer Schreckensherrschaft ein Ende machten. Damals galten sie als besiegt.

Im Rückblick verdecken die Gräueltaten des Taliban-Regimes oft, dass die Extremisten 1996 nur deshalb an die Macht kamen, weil Afghanistan in einen blutigen Bürgerkrieg verstrickt war. Der Abzug der sowjetischen Truppen 1989 hatte ein Machtvakuum hinterlassen, von dem letztlich die Taliban profitierten. Vielen Afghanen war die grausame Justiz der Islamisten lieber als das damalige Chaos und sinnlose Blutvergießen.

Nun ist wieder einmal völlig unklar, wohin Afghanistan politisch steuert. Präsident Karsai kann im April nicht zur Wiederwahl antreten, weil er bereits zwei Amtszeiten absolviert hat. Trotz der anhaltenden Spekulation über mögliche Nachfolger gibt es bislang keinen klaren Favoriten.

Sollte die Präsidentenwahl ohne klaren Sieger ausgehen oder sollte die Regierung in Kabul ins Wanken geraten, so könnte die vom Westen aufgebaute afghanische Armee entlang ethnischer Linien zersplittern. Ein Großteil der afghanischen Soldaten sind ethnische Tadschiken, die vor allem im Norden des Landes leben. Verschärfen sich die Spannungen zwischen den Volksgruppen, gilt eine Abspaltung des Nordens von Afghanistan nicht als ausgeschlossen.  ▶ Gastkommentar: Blickpunkt

Nato droht Abzug aller Soldaten aus Afghanistan an

Mi, 4. Dez. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Nato droht Abzug aller Soldaten aus Afghanistan an

Brüssel. Die Nato hat Afghanistan erstmals offiziell und mit den Stimmen aller Mitgliedsstaaten den vollständigen Abzug ihrer Truppen 2014 und den Entzug der zugesagten Finanzhilfen angedroht. „Es ist klar, dass es ohne Unterschrift und die Vereinbarung mit den USA keine Entsendung von Soldaten geben kann“, sagte der Generalsekretär der Allianz, Anders Fogh Rasmussen, gestern in Brüssel. Nach einem entsprechenden Ultimatum der USA hat das Bündnis damit nun auch offiziell angekündigt, was dem Land am Hindukusch blüht, sollte Präsident Hamid Karsai nicht bis spätestens April 2014 das Sicherheitsabkommen mit Washington unterzeichnen.

Das mühsam ausgehandelte Papier gilt als Rahmen für den Einsatz der Nato-Soldaten, der nach dem Abschluss der auslaufenden Isaf-Mission anlaufen soll. Bis zu 12 000 Mann wollen die Nato-Staaten als Trainer und Unterstützung für den afghanischen Sicherheitsapparat im Land lassen. (fd)

„Sieg für alle“ ist nur erster Schritt

Mo, 25. Nov. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

„Sieg für alle“ ist nur erster Schritt

Historischer Durchbruch: Unterhändler feiern die Einigung im Atomstreit mit dem Iran. Nach jahrelangen Verhandlungen und Drohungen könnte sich eine friedliche Lösung anbahnen. Aber das Misstrauen bleibt.

VON CÉCILE FEUILLATRE, FARSHID MOTAHARI UND CARSTEN HOFFMANN

Genf/Istanbul. Der Durchbruch kommt, als allen fast schon die Augen zufallen. Es ist 2 Uhr früh am Sonntagmorgen, fröhliche Partygäste aus der Karaoke-Bar ziehen an übermüdeten Journalisten in der Lobby des Genfer Hotels Intercontinental vorbei, da macht plötzlich ein Gerücht die Runde: Nach jahrelangem Ringen um das iranische Atomprogramm hat sich die Islamische Republik mit den UN-Vetomächten und Deutschland auf ein Übergangsabkommen geeinigt. Die Unterzeichnung des Deals im Genfer Palast der Vereinten Nationen räumt dann die letzten Zweifel aus.

Der Durchbruch macht zunächst alle beteiligten Staaten zu Gewinnern. Nach Jahren erbitterten Ringens, bei dem ein Krieg nie ausgeschlossen war, soll der Konflikt um das iranische Nuklearprogramm schrittweise beigelegt werden. Von einer „guten Nachricht für die Welt“ spricht der britische Außenminister William Hague. Sein russischer Kollege Sergej Lawrow ruft einen „Sieg für alle“ aus: „Es ist gelungen, eine der größten Aufgaben der Weltpolitik zu lösen.“ Zwar ist das für sechs Monate geltende Übergangsabkommen – Teheran friert sein Atomprogramm gegen Lockerung der Sanktionen ein – nur ein erster Schritt. Die Außenminister der fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschlands (5+1) haben sich dafür aber über laute Bedenken Israels und der Golf-Araber hinweggesetzt. Sie geben Teheran die Chance zu einem Kurswechsel, dessen Glaubwürdigkeit die neue Führung unter Präsident Hassa n Ruhani nun beweisen muss.

Dass der Iran dafür nicht auf eine Urananreicherung bis fünf Prozent verzichten muss, wird von Teheran als außenpolitischer Triumph gefeiert. Tenor: Der Iran hat sein Ziel erreicht. Man wollte ein ziviles Atomprogramm haben, einschließlich Urananreicherung. Dies hat man bekommen – sogar mit dem Segen der USA und des Westens. Schließlich war dem Iran vor acht Jahren sogar die Uranumwandlung – eine Vorstufe der Urananreicherung – verboten worden. Bestände des auf 20 Prozent höher angereicherten Urans – davon soll es knapp 200 Kilo geben – müssen aber wieder auf unter fünf Prozent gestreckt oder weitgehend unschädlich gemacht werden.

Dazu kommen verstärkte internationale Inspektionen und Beschränkungen für den Bau des Reaktors Arak, in dem Plutonium anfallen könnte. So soll verhindert werden, dass der Iran an Atomwaffen arbeiten könnte. Heftig umstritten war die iranische „Habenseite“ einer Einigung. Die Wirtschaftssanktionen haben das Land hart getroffen. Die Menschen dort erwarten Erleichterungen. Der Iran braucht unbedingt eine Normalisierung des Ölexports, der Haupteinkommensquelle des Landes. Wegen der Banksanktionen können kaum Geschäfte gemacht werden. Unklar ist, wann ausländische Investoren zurückkehren.„Die Menschen, auch Ruhanis Anhänger, wollen ein Ende der Inflation und keine politischen Triumphe“, sagte ein Ökonom. „Die Sanktionen werden zunächst verringert, allmählich aber bestimmt aufgehoben“, sagte er.

Das Kalkül der westlichen Unterhändler: Teheran muss an weiteren Fortschritten interessiert sein. Die Weltmächte wollen sicherstellen, dass sie in Genf nicht zum Narren gehalten worden sind. Allerdings gelten auch die Chancen des nun beschrittenen Weges als groß. Staatspräsident Ruhani twitterte während der Verhandlungen: „Ein Abkommen könnte Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit (mit dem Westen) werden und daher sowohl regionalen als auch internationalen Interessen dienen.“ Nicht nur die iranische Führung hofft, dass sich die Beziehungen insgesamt verbessern können. Ein erster Prüfstein dafür könnten internationale Bemühungen um eine Lösung für den Bürgerkrieg in Syrien sein, wo Teheran im Assad-Regime einen Verbündeten hat. ▶ Kommentar S. 2

„Es ist gelungen, eine der größten Aufgaben der Weltpolitik zu lösen.“

Russlands Aussenminister

Sergej Lawrow

Netanjahu wirft den USA einen „Dolchstoß“ vor

Di, 12. Nov. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / AN Politik / Seite 4

Netanjahu wirft den USA einen „Dolchstoß“ vor

Die Atomverhandlungen mit dem Iran sind vertagt. Die israelische Regierung macht Front gegen ein Abkommen.

Von Sara Lemel

Jerusalem. Je näher eine mögliche Einigung im Atomstreit mit dem Iran rückt, desto lauter ertönen die Warnrufe des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. In seiner Rolle als Ausbremser sieht Israel sich jedoch international zunehmend isoliert. Die jüngsten Genfer Atomverhandlungen haben vor allem in seinen Beziehungen zu den USA für neue heftige Spannungen gesorgt. US-Außenminister John Kerry und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu liefern sich im Streit darüber, ob die Suche nach einer diplomatischen Einigung mit Teheran wirklich der richtige Weg ist, inzwischen einen offenen verbalen Schlagabtausch.

Die Heftigkeit von Netanjahus Reaktion auf die sich abzeichnende Einigung der internationalen Gemeinschaft mit Teheran habe sogar seine Kritiker überrascht, schrieb gestern ein Kommentator der Zeitung „Haaretz“. Der israelische Regierungschef habe Kerrys Verhalten bei einem angespannten Treffen am Freitag „wie einen Dolchstoß der Amerikaner“ empfunden. Eine vor Kerrys Abreise geplante gemeinsame Pressekonferenz wurde abgesagt – nach Medienberichten, um eine öffentliche Konfrontation zu vermeiden. Während seiner dreitägigen Vermittlungsmission in Nahost hatte Kerry auch die israelische Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten ungewöhnlich scharf kritisiert. Die Stimmung zwischen beiden Seiten sei inzwischen wieder ähnlich schlecht wie vor der „Charmeoffensive“ von US-Präsident Barack Obama bei seinem Israel-Besuch im März, schrieb „Haaretz“. Wendy Sherman, die amerikanische Verhandlungsführerin bei den Genfer Gespr ächen, kam am Sonntag nach Jerusalem, um die israelische Führung über die Details zu informieren – und offenbar auch, um die Wogen zu glätten.

Netanjahu fährt immer schwereres verbales Geschütz auf, um die Weltmächte vor einem diplomatischen Teilabkommen im Atomstreit zu warnen. Er sprach am Sonntag von einer „schlechten und gefährlichen Einigung“. Wirtschaftsminister Naftali Bennett wurde noch deutlicher: „Wenn in zehn Jahren ein Koffer mit einer Atombombe in New York explodiert, dann wird klar sein, dass es wegen der Konzessionen in diesen Tagen passiert ist“, sagte er dem Armeesender. Israel fordert unter anderem einen vollständigen Stopp der Urananreicherung auf iranischem Boden.

Kerry reagierte jedoch mit offensichtlicher Ungeduld auf die Unkenrufe aus Israel. „Wir sind nicht blind, und ich glaube nicht, dass wir dumm sind“, sagte er in einer offenen Retourkutsche an Netanjahu. Er sei sich nicht sicher, ob der israelische Regierungschef tatsächlich die Details eines Abkommens mit Teheran kenne, weil man sich ja noch gar nicht geeinigt habe.

Er sei sehr wohl „informiert über die Details des Vorschlags an die Iraner“, konterte Netanjahu daraufhin am Sonntagabend mit Blick auf die Gespräche der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands in Genf. Er bemängelte, der Iran müsse demnach sein Atomprogramm gar nicht ernsthaft einschränken, bekomme aber trotzdem eine Erleichterung der Sanktionen.

Drohung mit Alleingang

„Wenn es um die Sicherheit des jüdischen Volkes geht, werde ich nicht schweigen“, betonte Netanjahu. Er hat immer wieder indirekt gedroht, Israel würde im Notfall auch allein militärisch gegen die iranischen Atomanlagen vorgehen. Solange die diplomatischen Bemühungen gegenüber Teheran andauern, gilt dies jedoch als praktisch unmöglich.

Damit bleibt dem israelischen Regierungschef vorerst nur die diplomatische Bühne: Netanjahu werde jedenfalls vor der nächsten Verhandlungsrunde am 20. November in Genf alles unternehmen, um aus der vorübergehenden Krise zwischen dem Iran und den Weltmächten eine dauerhafte zu machen, schrieb gestern ein Kommentator der Zeitung „Jediot Achronot“.

Intervention in Syrien: USA fürchten iranische Vergeltungsschläge im Irak

SPIEGEL ONLINE, 06.09.2013

—————————————————————–

Intervention in Syrien: USA fürchten iranische Vergeltungsschläge im Irak

—————————————————————–

Sollte der Westen Syrien attackieren, will Iran das Assad-Regime bis zum Ende unterstützen. Dazu gehören offenbar auch Angriffe auf US-Ziele im Irak. Einen entsprechenden Befehl der iranischen Revolutionswächter sollen amerikanische Geheimdienste abgefangen haben.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,920729,00.html

Tod eines KSK-Soldaten: Bundeswehr fürchtet Verrat durch afghanische Partner

SPIEGEL ONLINE, 28.05.2013

—————————————————————–

Tod eines KSK-Soldaten: Bundeswehr fürchtet Verrat durch afghanische Partner

—————————————————————–

Wie kam es zum Tod des Elitesoldaten Daniel W. Anfang Mai in Afghanistan? Eine Analyse der Bundeswehr offenbart nun die dramatischen Details des Einsatzes. Die ungeklärte Rolle, die afghanische Partner bei der Operation spielten, gefährdet die gesamte Zusammenarbeit.

Von Matthias Gebauer

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,902297,00.html

Die Super-Bombe, die Israels Nerven beruhigen soll

Sa, 4. Mai. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / Die Seite Drei / Seite 3

Die Super-Bombe, die Israels Nerven beruhigen soll

Das Pentagon hat einen neuen „Bunker-Knacker“ entwickelt. Die Bombe wiegt 14 Tonnen und soll unterirdische Atomanlagen zerstören können. Warnung an Iran.

Von Thomas Spang

Washington. Sicherheitsexperten der US-Regierung führten ihren israelischen Partnern kürzlich ein spektakuläres Video vor. Die Aufnahmen zeigen den Anflug einer via GPS gesteuerten Bombe, die sich mit hoher Präzision an ihrem programmierten Ziel in die Erde bohrt und kurz darauf eine gewaltige unterirdische Explosion auslöst. Dies sei eine frühere Version des „Massive Ordnance Penetrators“ (MOP), erläutern die Amerikaner ihren Gästen. Das aktuelle Modell der 14 Tonnen schweren Hightech-Bombe sei wesentlich leistungsstärker.

Gegenüber der Vorgängerversion schafft es der vom Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing weiterentwickelte „Bunker-Knacker“, Ziele in Bergschächten oder tief unter der Erde zu zerstören, die bisher nur mit Nuklearwaffen erreichbar waren. „Hoffentlich müssen wir sie niemals benutzen“, beschreibt ein Mitarbeiter der Regierung das Potenzial der größten konventionellen Waffe im US-Arsenal, deren Beschaffung sich Washington rund 400 Millionen Dollar kosten ließ. „Aber wenn wir müssen, funktioniert es.“

Die Vorführung des Videos sollte den Israelis eine Vorstellung geben, wozu die in Militärkreisen auch als „Big BLU“ bekannte Super-Bombe in der Lage ist. Damit versuchen die USA die Nerven der Verbündeten zu beruhigen, die fürchten, bald schon könnte es zu spät sein, Iran an der Entwicklung einer Atombombe zu hindern.

Die Mega-Waffe dient dabei als eine Art Rückversicherung. Notfalls stehe eine Technologie unterhalb der Schwelle einer Nuklearwaffe zur Verfügung, mit der sich die Atomfabriken Irans zerstören ließen. Bisher galten diese als schwer verwundbar. Insbesondere die Atomanreicherungs-Anlage von Fordow, die tief in einen Berg nahe der Stadt Qom hineingebaut worden ist, schien vor konventionellen Waffen sicher zu sein. Das ist nach Ansicht von Experten vorbei. Dank der neuen GPS-Kapazitäten und einer verbesserten Zündtechnik können die Amerikaner zielgenau immer wieder dieselben Koordinaten angreifen und dabei jedes Mal tiefer durch Stein, Stahl und Beton vordringen. Zusätzlich hilft die Tarnkappen-Technik der B-2 und B-52-Bomber, die „Big BLU“ unerkannt ins Zielgebiet zu bringen.

Israel verfügt über keine dieser Technologien und hätte bei einem Alleingang weitaus größere Probleme nachhaltigen Schaden anzurichten. Die Schätzungen für den bestmöglichen Ausgang eines Militärschlags gegen Irans Atomanlagen mit israelischen Kapazitäten reichen von einem Zeitgewinn von ein paar Monaten bis zu ein paar Jahren. Gleichzeitig erhöhen die Amerikaner den Druck auf Teheran, ernsthaft über sein Atomprogramm zu verhandeln. Die Mullahs trotzten den massiven Wirtschafts-Sanktionen bisher auch deshalb, weil sie sich unverwundbar fühlten. Dieses Kalkül könnte sich nun ändern. Zumal der amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel bei seinem Besuch in Israel kürzlich klar machte, die Geduld der USA werde nicht unendlich sei.

Auch Nordkorea ist gemeint

Laut „Wall Street Journal“ versicherte Hagel den Israelis, nach den Wahlen in Iran im Juni zu testen, ob die neue Führung in Iran ernsthaft an einer diplomatischen Lösung interessiert sei. Andernfalls werde Washington intensiv militärische Optionen prüfen.

Analysten halten das Durchsickern der Vorführung der neuen Super-Bombe in diesem Kontext für keinen Zufall. Es sei ein klares Signal an die Führung in Teheran, sich nicht in falscher Sicherheit zu wägen.

Ganz nebenbei werde Nordkorea mit gewarnt, das den Amerikanern in den vergangenen Wochen wiederholt mit einem atomaren Erstschlag gedroht hatte.

Am 15. Mai wird

wieder verhandelt

Im Konflikt um das iranische Atomprogramm kommt die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am 15. Mai mit dem iranischen Atomunterhändler Said Dschalili zusammen. Das Treffen in der türkischen Metropole Istanbul solle an die Verhandlungen im kasachischen Almaty anschließen, hieß es in Brüssel.

Das Treffen in Almaty zwischen dem Iran und der aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, China und Deutschland bestehenden sogenannten 5+1-Gruppe war Anfang April ohne ein Ergebnis geblieben. (afp)

„Hoffentlich müssen wir sie nie benutzen. Aber wenn wir müssen, funktioniert es.“

Ein Mitarbeiter der
US-Regierung über die
Neue Bombe „MOP“

 

UnbenanntUnbenannt

Obama reist ohne Friedenskonzept in den Nahen Osten

 

Sa, 16. Mär. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / Blickpunkt / Seite 2

Obama reist ohne Friedenskonzept in den Nahen Osten

In der kommenden Woche will der US-Präsident erstmals Israel und die Palästinensergebiete besuchen

Von Jan-Uwe Ronneburger

Tel Aviv/Washington. Als US-Präsident Barack Obama kürzlich seinen ersten Israel-Besuch ankündigte, schossen die Spekulationen ins Kraut. Nach jahrelangem Zögern und Zaudern könnte der mächtigste Mann der Welt endlich Israelis und Palästinenser an den Verhandlungstisch bringen und den vor 20 Jahren begonnenen Friedensprozess vorantreiben. Notfalls mit leichtem Druck. Sogar über einen Dreier-Gipfel mit dem alten und neuen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wurde gemunkelt.

Doch das war gestern. Jetzt, da der Besuch (20.-22. März) feststeht, sind Obama und seine Berater bemüht, überzogene Erwartungen zu dämpfen. Er werde definitiv keinen Friedensplan im Gepäck haben, sagte Obama Vertretern jüdischer Gemeinden bei einem Besuch im Weißen Haus. In einem Interview mit dem israelischen Fernsehen schloss Obama auch aus, dass er Israel zu einem Siedlungsstopp drängen werde. Zugleich übte er aber auch Kritik. Israel müsse sich fragen, ob seine Siedlungen im Westjordanland es für moderate palästinensische Politiker einfacher machten, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Klar sei aber, dass bei seinem Abstecher ins Westjordanland und dem Kurzbesuch in Jordanien zum Abschluss keine Sensationen zu erwarten sind, heißt es im Weißen Haus – die Großwetterlage in der Region sei derzeit schlichtweg zu volatil.

Hinter vorgehaltener Hand ist in Obamas Umgebung von einer „Goodwill-Reise“ die Rede. Vorrangiges Ziel: Klimaverbesserung. Nach all den Spannungen zwischen Obama und Netanjahu in den vergangenen Jahren macht das durchaus Sinn.

Tatsächlich hatte Obama zu Beginn seiner ersten Amtszeit vor vier Jahren mächtig Druck gemacht, Israel regelrecht die Leviten gelesen: „Die Situation für die Palästinenser ist unerträglich“, stellte Obama damals in einer Rede in Kairo fest. Immer wieder erzürnte ihn der israelische Siedlungsbau im Westjordanland. Fast sah es so aus, als sei zwischen beiden Männern das Tischtuch zerschnitten. Jetzt müssen sie sich neu zusammenfinden. Obama bezeichnete den Umgang als bisweilen „schroff“, betonte aber, dass „wir Sachen erledigt bekommen“ und Differenzen „zum Schluss überbrückt und gelöst“ würden.

Koalitionsvertrag ist unterzeichnet

Israels Premier Benjamin Netanjahu, Jair Lapid von der Zukunftspartei sowie Naftali Bennett von der ultrarechten Siedlerpartei haben gestern den Vertrag zu einer neuen Regierung unterzeichnet. Mit im Boot ist schon länger die Partei der früheren Außenministerin Zipi Livni. Die neue Mitte-Rechts-Koalition verfügt damit über 68 der 120 Parlamentssitze und hat sich vor allem in der Innenpolitik hohe Ziele gesteckt.

Premier Netanjahu kann jetzt fristgemäß Präsident Schimon Peres bis Samstagabend über die erfolgreiche Regierungsbildung in Kenntnis setzen.

Iran entwickelt möglicherweise Plutoniumbombe

Iran entwickelt möglicherweise Plutoniumbombe, Nachrichten-Artikel vom 27.02.2013 12:49

Satellitenbilder aus dem Iran zeigen verräterischen Dampf über der Nuklearanlage in Arak. Dies könnte auf einen Schwerwasserreaktor hindeuten – der wiederum zum Bau einer Plutoniumbombe benötigt wird.

Den Artikel können Sie hier lesen:

http://www.welt.de/politik/ausland/article113963285/Iran-entwickelt-moeglicherweise-Plutoniumbombe.html