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Mi, 13. Feb. 2013 Frieden? Israels Botschafter: Wir sind sofort bereit. Die umstrittenen Siedlungen seien kein Hindernis, sagt Hadas-Handelsman. Er fordert sichere Grenzen und legt Wert auf Kritik, die konkret statt pauschal ist. Berlin. Haben die Parlamentswahlen Israel verändert? Und wenn ja: wie? Welchen Einfluss wird eine neue, eine andere Koalition auf die Nahostpolitik haben? Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, sieht in den Siedlungsgebieten kein Hindernis für eine durchaus schnelle Friedenslösung. Über Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik, über das Problem des Antisemitismus’ und das Verhältnis Israels zu Deutschland sprach unser Chefredakteur Bernd Mathieu in einem Exklusiv-Interview mit Yakov Hadas-Handelsman in der Berliner Botschaft des Staates Israel. Hadas-Handelsman ist seit März 2012 Botschafter in Berlin; vorher war der 55-jährige Diplomat Botschafter seines Landes bei der EU und der Nato in Brüssel. Haben die Wahlen Ihr Land verändert? Yakov Hadas-Handelsman: Zum Teil ja. Man spricht sehr oft über Demokratie. Was bedeutet das? Nur, dass es Wahlen gibt? Oder sollte man sich auf den Inhalt, auf das Ergebnis dieser Wahl konzen-trieren? In Israel, und darauf bin ich als Israeli stolz, ist wieder einmal bewiesen worden, dass unser Volk, wenn es eine Meinung oder eine Weltanschauung hat, diese durch Wahlen zum Ausdruck bringen kann. Hat Sie das Ergebnis der Wahl überrascht? Hadas-Handelsman: Nein, das war keine große Überraschung. Es war sehr klar und hat im Sommer 2011 angefangen mit der Bewegung, die gegen die soziale Lage protestierte. Es entstanden zwei neue Parteien. Jair Lapid ist mit seiner Zukunftspartei „Jesch Atid“ auf Anhieb zur zweitstärksten Kraft geworden. Das ist die wirkliche Bedeutung einer Demokratie. Ist der Aufstieg von Lapid eher innenpolitisch oder außenpolitisch geprägt? Lässt er Rückschlüsse auf die Nahostpolitik Israels zu? Hadas-Handelsman: Es gab ja auch erhebliche Stimmengewinne bei der Partei von Naftali Bennett „Jüdisches Haus – Nationale Union“, das sollten wir nicht außer Acht lassen, also bei einer eher rechten Partei mit klarer Befürwortung der Siedlungspolitik. Aber auf ihrer Tagesordnung stehen auch sozialwirtschaftliche Themen. Da gibt es durchaus Gemeinsamkeiten mit der Lapid-Partei. Wenn der Premierminister eine stabile Koalition haben will, dann muss er mit Lapid und wahrscheinlich auch Bennett eine Zusammenarbeit eingehen. Das wäre ein großes Kunststück, derart unterschiedliche Positionen zusammenzubringen. Wie kann das funktionieren? Hadas-Handelsman: Es wird schon funktionieren, weil es kaum eine Alternative gibt. Und deshalb wird es Einfluss auf das Thema Siedlungspolitik haben. Das Haushaltsdefizit Israels ist doppelt so hoch wie ursprünglich geplant. Spürt die Mehrheit der israelischen Gesellschaft allmählich stärker die Zusammenhänge zwischen der sozialen und wirtschaftlichen Lage und der Nahostpolitik? Hadas-Handelsman: Im Fokus steht der israelisch-palästinensische Konflikt. Für uns in Israel ist es am wichtigsten, diesen Konflikt zu lösen, keine Frage. Aber die größte Bedrohung Israels ist der Iran mit seinen Nuklearwaffen und mit Terror, mit allem, was dieses Land macht. Um sich dagegen zu schützen, muss man viel Geld ausgeben. Doch auch gegen die Hamas in Palästina. Hadas-Handelsman: Zum Teil auch das, aber Hamas ist keine existenzielle Bedrohung Israels. Die Iraner bedrohen unsere Existenz. Wenn wir eine Friedenslösung mit den Palästinensern erreichen könnten, würden wir natürlich Geld sparen, weil wir dann mehr Stabilität hätten. Frieden ist jedoch nicht an erster Stelle nötig wegen der Wirtschaft. Frieden ist nötig wegen Frieden. Fühlt sich Israel beim Thema Iran von der EU, von Deutschland, von der UNO im Stich gelassen? Hadas-Handelsman: Man darf nicht zulassen, dass der Iran in der Lage ist, eine Nuklearbombe zu bauen. Die Bundeskanzlerin meint es ernst, wenn sie sagt, dass dies nicht nur eine Bedrohung für Israel, sondern für uns alle wäre. Der Iran kontrolliert die Hormus-Straße; dort werden ungefähr 20 Prozent des täglichen Verbrauchs an Energie transportiert, Öl und Gas. Wenn der Iran diese Straße sperren würde, wären die Auswirkungen auf das Alltagsleben des Westens enorm, also auch in Aachen oder in Monschau. Werden die Amerikaner dann versuchen, mit Gewalt diese Sperrung aufzuheben? Als die Iraner mit Blick auf die Sanktionen mit der Sperrung drohten, hat sich der Kommandant der Fünften US-Flotte wie ein Cowboy vor die Kameras postiert und zusätzliche Flugzeugträger angekündigt. Die Iraner haben es dann nicht getan. Aber wie wird es aussehen, wenn sie diese Bombe besitzen? Wie wird der Admiral dann reagieren? Was erwarten Sie von den Vereinten Nationen, den USA oder anderen Staaten? Hadas-Handelsman: Über die große Gefahr dieser Bedrohung sind wir uns einig. Es ist immer besser, etwas durch Verhandlungen auf diplomatischem Weg zu erreichen, aber es stellt sich aus unserer Sicht die Frage, ob das in diesem Fall erfolgreich sein wird. Die Iraner kommen dem Bau der Bombe von Tag zu Tag näher, eines Tages werden sie ihr Ziel erreicht haben. Das ist das Problem. In der Siedlungspolitik könnte Israel allerdings sehr stark eigenen Einfluss auf eine Lösung nehmen. Hadas-Handelsman: Ich verstehe die Sorge in Europa und in Amerika. Die Siedlungen verhindern aber die Friedenslösung nicht. Israel hat schon zweimal Siedlungen verlassen – 1982 auf der Sinai-Halbinsel als Folge des Friedensvertrages mit Ägypten, das zweite Mal war es einseitig von Ariel Sharon 2005, als wir uns aus dem Gazastreifen zurückgezogen haben. Mehr als 10 000 Siedler mussten damals ihre Heime verlassen. Die Behauptung, die Siedlungen würden den Frieden verhindern, ist deshalb nicht wahr. Was ist denn das Kernproblem? Hadas-Handelsman: Die Sicherheit unserer Grenzen. Wenn wir diesen Frieden erreichen, müssen die Palästinenser akzeptieren, dass der Konflikt tatsächlich zu Ende ist – mit einem palästinensischen und einem israelischen Staat. Die meisten Menschen in den Siedlungen, die dann im palästinensischen Staat liegen, werden nach Israel umsiedeln und nicht als Minderheit bleiben. Das ist also nicht das Hauptproblem. Es gibt in der Likud-Partei von Premierminister Netanjahu einen rechten Block, der die palästinensischen Gebiete annektieren will. Hadas-Handelsman: Das ist nur eine Minderheit im Likud. Wir sind bereit, jetzt, nicht morgen, jetzt, die Verhandlungen zu erneuern. Die von Ihnen verlangte Garantie für die Sicherheit der Grenzen klingt eher unwahrscheinlich. Hadas-Handelsman: Nichts ist unwahrscheinlich. Man kann über alles nachdenken und reden, man kann alles erreichen. Die Zwei-Staaten-Lösung ist die optimale Lösung. Sie muss natürlich akzeptiert werden. Was wollen die Palästinenser mehr? Das kann man sofort verwirklichen! Israel ist die nationale Heimat für das jüdische Volk, Palästina die nationale Heimat für das palästinensische Volk. Warum bauen Sie immer noch neue Häuser in den Siedlungsgebieten? Hadas-Handelsman: Nur in existierenden Siedlungen, wir bauen keine neue Siedlungen. Es gibt nur Erweiterungen in bestehenden Siedlungen für den Nachwuchs und nur da, wo noch Platz ist. Wir sprechen nicht über zusätzliche Ausweitungen. Die Siedlungen sind nicht der Grund für den Konflikt. Schauen Sie in die Geschichte: Terror gab es gegen Israel schon von 1948 bis 1967, als es gar keine besetzten Gebiete gab. Fatah und PLO wurden nicht erst nach 1967 gegründet. Also bitte: ein bisschen Verhältnismäßigkeit! Schon Ende Juni 1967 entschied die israelische Regierung, das gesamte von uns eroberte Land zurückzugeben, wenn die arabische Welt mit Israel Frieden schließt. Die Antwort fünf Monate später war ein klares Nein. Das sind die Tatsachen. Sie haben kürzlich gesagt, der Antisemitismus werde in Europa präsenter, auch in Deutschland. Wo ist für Sie die Grenze zwischen Kritik an Israel und Antisemitismus? Hadas-Handelsman: Es gibt drei Kategorien: Israel-kritisch, antiisraelisch oder antisemitisch zu sein. Man darf Israel kritisieren – Punkt. Israel wird tagtäglich am meisten von den Israelis kritisiert. Auch in Deutschland darf man Israel kritisieren – kein Problem. Es gibt ein Aber: In Deutschland erwartet man mehr Sensibilität. Das hat mit der Vergangenheit zu tun; dagegen kann man nichts machen. Antisemitismus existiert leider in der ganzen Welt – eben auch in Europa, auch in Deutschland. In welchem Ausmaß? Hadas-Handelsman: Wenn etwas in Deutschland passiert, wird es immer schlimmer sein als in jedem anderen Land der Welt. Es ist ein Unterschied, ob ein Rabbiner in Paris, in Maas-Mechelen oder in Brüssel angegriffen wird; das erreicht die nationalen Schlagzeilen. Aber wenn ein Rabbiner in Berlin angegriffen wird, dann geht das um die ganze Welt. Man muss nicht erklären, warum. Und der Unterschied zwischen Antisemitismus und Kritik an Israel? Hadas-Handelsman: Ist Kritik ein Ziel oder ein Mittel? Es gibt einige, für die ist Israel-Kritik ein Ziel. Israel-Kritik ist schon ein feststehender Begriff geworden. Gibt es Amerika-Kritik, Russland-Kritik als Begriff? Unabhängig von Begriffen geht es doch meistens um Kritik an der israelischen Regierung. Hadas-Handelsman: Ja, das wird oft so gesagt. Oft von Leuten, die unabhängig davon, wer in Israel an der Regierung ist, immer dieselben Vorwürfe erheben. Das ist doch seltsam. Das ist schon Anti-Israelismus. Antisemitismus ist nicht einfach zu definieren. Wenn jemand sehr obsessiv über Israel urteilt und man findet heraus, dass er noch nie in Israel war, dann frage ich mich nach der Basis dieser Kritik. Kritik an Israel ist legitim, aber sie muss konkret sein und darf Realitäten nicht ignorieren. Wenn etwa Günter Grass schreibt, dass Israel das iranische Volk vernichten will, dann kann ich auch behaupten, dass wir jetzt in Monschau sind und nicht in Berlin. Ist für Sie das Gesetz des Bundestages zur Beschneidung eine akzeptable Lösung? Hadas-Handelsman: Ja, aber es geht nicht um diesen Beschluss, sondern darum, wie sich die deutsche Gesellschaft damit befasst. Eine Debatte darüber in Skandinavien ist etwas anderes als in Deutschland. Deutschland ist sehr stolz auf seine pluralistische Struktur. Und plötzlich wird eine religiöse Gruppe mit Menschen, die Deutsche sind, aber andere Gewohnheiten haben, angegriffen. Es gibt Streit. Darüber sollte die deutsche Gesellschaft nachdenken. Es gab eine Umfrage nach der Entscheidung über das Gesetz im Bundestag: Mehr als 70 Prozent waren gegen dieses Gesetz. Das ist ein Problem Deutschlands. „Die Zwei-Staaten-Lösung ist die optimale Lösung. Was wollen Yakov Hadas-Handelsman, |
Archiv der Kategorie: Iran / Irak / Afghanistan
Atomstreit mit Iran spitzt sich zu
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Fr, 8. Feb. 2013 Atomstreit mit Iran spitzt sich zu Der geistliche Führer des Gottesstaates lehnt direkte Gespräche mit den USA ab. Washington verschärft deshalb die Sanktionen nochmals. Inzwischen zeigen sie Wirkung. Irritationen um US-Flugzeugträger. Von Thomas Spang Washington. Ayatollah Ali Khamenei hat Hoffnungen auf einen diplomatischen Durchbruch enttäuscht. Iran verhandle nicht „mit der Pistole an der Schläfe“, erklärte der starke Mann in Teheran zu dem Angebot der Amerikaner, in bilaterale Verhandlungen einzutreten. Diesen Vorschlag hatte US-Vizepräsident Joe Biden bei der Wehrkundetagung in München unterbreitet und darauf eine verhalten optimistische Antwort des iranischen Außenministers Ali Akbar Salehi erhalten. Diese wich nun der klaren Absage Khameneis. „Ich bin kein Diplomat, ich bin ein Revolutionär“, erklärte er seine Position vor Kommandeuren der Luftwaffe. Der Rückschlag wirft nun auch Fragen über die Erfolgsaussichten für die 5+1-Gespräche aus, die für diesen Monat in Kasachstan geplant sind. Drei Verhandlungsrunden mit den Mitgliedern des Weltsicherheitsrats und Deutschland waren im vergangenen Jahr ohne erkennbare Ergebnisse geblieben. In Washington überrascht die harte Linie Khameneis nicht. Die Äußerungen Salehis in München waren dort mit großer Zurückhaltung aufgenommen worden. Statt dem Wunsch des Ayatollahs entgegenzukommen, drehten die Amerikaner einmal mehr an der Sanktionsschraube. Das US-Finanzministerium verhängte neue Einschränkungen für die acht Staaten, die bisher teilweise vom Ölembargo gegen Iran ausgenommen sind. Darunter China, mehrere asiatische Länder und die Türkei. Künftig dürfen Erlöse aus dem Verkauf nicht mehr an den Iran überwiesen werden, sondern müssen auf Konten in den Käuferstaaten geparkt werden. Teheran bekommt keinen direkten Zugriff auf das Geld, sondern darf damit lediglich nicht sanktionierte Waren in den jeweiligen Ländern einkaufen. Darüber hinaus setzte das Finanzministerium den iranischen Elektronik-Hersteller „Iran Electronic Industries“ sowie die staatlichen Medien auf die schwarze Liste. „Wir nehmen damit diejenigen ins Visier, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind“, erklärte der für die Sanktionen zuständige Ministerialdirektor David Cohen. Weil die USA, Europa und andere Länder bei den Sanktionen gegen den Gottesstaat an einem Strang ziehen, machen sie sich im Alltag bereits massiv bemerkbar. Die iranische Landeswährung befindet sich im freien Fall, während es in der Bevölkerung erste Versorgungsengpässe gibt. Die Einnahmen aus den Ölverkäufen gingen um mindestens 45 Prozent zurück. Durch die neuen Maßnahmen dürfte nun noch weniger Geld zurück ins Land fließen. Für leichte Irritationen sorgte die Ankündigung des Pentagon, einen von zwei amerikanischen Flugzeugträgern aus der Krisenregion abzuziehen. Die USS Harry S. Truman wird damit nicht wie ursprünglich geplant diese Woche auslaufen. „Angesichts der drohenden Einschnitte im Verteidigungshaushalt hat die Navy dem Verteidigungsminister diesen Vorschlag unterbreitet“, erklärte Pentagon-Sprecher George Little die Entscheidung. Damit kreuzen die USS Dwight D. Eisenhower und begleitende Kriegsschiffe, Mienenräumer und Schnellboote künftig alleine durch die Gewässer im persischen Golf. „Iran ist sicher sehr für die Haushaltskürzungen“, kritisierte der republikanische US-Senator Lindsay Graham den Abzug. Unabhängige Militärexperten halten das für übertrieben. Die USA hätten immer noch bei weitem mehr Feuerkraft als die iranische Marine, die über keinen einzigen Flugzeugträger verfügt. Bei einer Krise in der Straße von Hormus ließen sich sehr schnell zusätzliche Kapazitäten mobilisieren. Durch die 50 Kilometer breite Meerenge fließen rund 35 Prozent des weltweit verschifften Öls. Iran provozierte die USA am Mittwoch mit der Präsentation einer im Dezember 2011 abgefangenen Drohne. Das Staatsfernsehen zeigte die von Boeing gebaute „RQ-179-Sentinel“. Ein General der Revolutionsgarde sagte, die Computersysteme der Drohne seien entschlüsselt worden. Die USA spielen die Behauptung herunter. „Uns liegen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor“, hieß es aus Washington zum Verlust des unbemannten Flugkörpers. Deutsches U-Boot nimmt an US-Manöver teil Das deutsche U-Boot U 32 (Foto)wird an diesem Sonntag in Eckernförde zu einem außergewöhnlichen internationalen Manöver an der US-Ostküste ablegen. Ein Höhepunkt der vier Monate dauernden Übung „Westlant Deployment“ werde ein simulierter Kampf zwischen dem U-Boot und einem US-Flugzeugträgerverband sein, erläuterten Marinesprecher am Donnerstag auf dem Gelände des 1. U-Bootgeschwaders. Dabei werde das modernste konventionell angetriebene U-Boot seine neueste Technologie zum Einsatz bringen, hieß es. Zum ersten Mal nehme damit ein modernes U-Boot der Klasse 212 A an einem solchen Manöver teil. Die Rückkehr von U 32 und des ebenfalls eingesetzten deutschen Tenders „Main“ ist für Ende August geplant. Dann werden die Besatzungen und Einheiten 15 000 Seemeilen, das sind fast 28 000 Kilometer, zurückgelegt haben. |
Sabotageakt gegen Teheran?: Experte meldet schwere Explosion in iranischen Atom-Stollen
FOCUS Online, 27.01.2013, 13:19
Sabotageakt gegen Teheran?: Experte meldet schwere Explosion in iranischen Atom-Stollen
In der neuen iranischen Nuklearanlage Fordo soll es Anfang der Woche eine schwere Explosion gegeben haben. In Fordo hat Teheran Stollen tief in den Berg hineingetrieben, um sein Atomprogramm abgeschirmt voranzutreiben. Das Regime versucht offenbar den Zwischenfall zu verschleiern.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie unter der URL http://www.focus.de/politik/ausland/iran/sabotageakt-gegen-teheran-experte-meldet-schwere-explosion-in-iranischen-atom-stollen_aid_906633.html
Kommentar: Mit besten Grüßen aus Tel Aviv?
Es muss nicht immer der große Hammer sein, manchmal reicht auch der kleine Meißel.
CDU-Generalsekretär protestiert bei Irans Botschafter
CDU-Generalsekretär protestiert bei Irans Botschafter, Nachrichten-Artikel vom 04.01.2013 11:27
In einem Brief fordert Hermann Gröhe die Freilassung eines neuerlich im Iran inhaftierten christlichen Pastors. Der Geistliche hatte bereits fast frei Jahre lang im Gefängnis gesessen.
Den Artikel können Sie hier lesen:
Türkei tauscht iranisches Gas und Öl gegen Gold
Türkei tauscht iranisches Gas und Öl gegen Gold
Die Türkei hebelt die Sanktionen der USA und Europas gegen Teheran aus. Das Land bezieht Gas und Öl aus dem Iran. Um eine Bezahlung in Dollar oder Euro zu umgehen, setzen die beiden Staaten auf Gold.
Den Artikel können Sie hier lesen:
Bundeswehr fasst in Afghanistan einen ranghohen Taliban
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Mi, 24. Okt. 2012 Bundeswehr fasst in Afghanistan einen ranghohen Taliban Mullah Abdul Rahman soll am Angriff auf deutsche Soldaten am Karfreitag 2010 beteiligt gewesen sein. Er ist „Schatten-Gouverneur“. Von Can Merey Neu Delhi. Zwei besonders traumatische Ereignisse prägen den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch. An beiden war der Taliban-Kommandeur Mullah Abdul Rahman nach Darstellung der Polizei in der nordafghanischen Provinz Kundus maßgeblich beteiligt. Er war demnach für den Angriff auf die Bundeswehr am Karfreitag 2010 verantwortlich, bei dem drei deutsche Soldaten starben. Und er soll die Entführung von zwei Tanklastzügen befohlen haben, die die Bundeswehr danach bombardieren ließ – dabei starben im September 2009 Dutzende Zivilisten. Am Dienstag bestätigte die Polizei, dass Abdul Rahman gefasst wurde. An dem Einsatz war nach Angaben der Provinzregierung das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr beteiligt. Die Festnahme hat demnach bereits am Freitag stattgefunden. Abdul Rahman war eine zentrale Figur der Taliban in der Provinz, in der die Bundeswehr die meisten ihrer Gefallenen in Afghanistan zu beklagen hat. Der Aufständische hatte sein Alter bei einem konspirativen Treffen mit „Spiegel“-Reportern kurz nach dem Luftschlag auf die Tanklastzüge im Herbst 2009 mit 35 angegeben. Er bombte sich seinen Weg in der Taliban-Hierarchie nach oben. Abdul Rahman trat zunächst als Kommandeur der Aufständischen in Char Darah in Erscheinung, dem damals gefährlichsten der sieben Distrikte der Provinz Kundus. In Char Darah kam es 2009 zu dem Debakel mit den Tanklastzügen, das wegen der zivilen Opfer bei dem Luftschlag ganz Deutschland erschütterte. Ebenfalls in Char Darah organisierte Abdul Rahman den Hinterhalt vom Karfreitag 2010, der die bislang schwersten Gefechte in der Geschichte der Bundeswehr zur Folge hatten. Um diese Zeit herum stieg der Distrikt-Kommandeur zum „Schatten-Gouverneur“ der Taliban für die ganze Provinz auf. Die Taliban behaupten, in allen 34 Provinzen mit ihren „Schatten-Gouverneuren“ Parallelstrukturen zur Regierung installiert zu haben. Ersatz ist schnell gefunden Die „Schatten-Gouverneure“ führen alle Aktivitäten der Taliban in den jeweiligen Provinzen und haben entsprechende Macht. Doch ihr Job ist ungemein gefährlich. Sie sind regelmäßig Ziel von Operationen. Westliche Diplomaten spotten, die „Amtszeit“ der „Schatten-Gouverneure“ werde durch Spezialkräfte vor allem der Amerikaner im Schnitt auf wenige Monate begrenzt. Allerdings: So schnell die Taliban-Anführer aus dem Verkehr gezogen werden, so schnell finden die Aufständischen auch wieder Ersatz. Und von den Nachrückern heißt es immer wieder, dass sie ihre Vorgänger an Gewalt noch überböten. Außerdem: Auch wenn Taliban-Kommandeure festgenommen werden, heißt das nicht, dass sie damit für immer vom Schlachtfeld verschwinden. Im Mai 2009 war es dem KSK nach langer Verfolgungsjagd gelungen, einen mutmaßlichen Anführer der Aufständischen zu fassen. Der Mann namens Abdul Rasik stand wie nun Abdul Rahman im Verdacht, Drahtzieher von Anschlägen gegen die Bundeswehr gewesen zu sein. Wie nun auch Abdul Rahman wurde Abdul Rasik an die afghanischen Behörden übergeben. Dann verliert sich Abdul Rasiks Spur. Von einem Verfahren oder einer Verurteilung durch ein Gericht wurde nie etwas bekannt. Recherchen wurden von afghanischen Behörden abgeblockt. Deutsche Stellen konnten oder wollten keine Auskunft geben. Möglicherweise landete Abdul Rasik in einem Geheimgefängnis. In der Vergangenheit wurden aber auch Fälle bekannt, in denen sich Taliban mit Schmiergeld freikauften. Oder den Aufständischen gelingt die Flucht. Im südafghanischen Kandahar stürmten Aufständische 2008 das Gefängnis, sie befreiten rund 1000 Häftlinge, darunter Hunderte Mitkämpfer. Und im vergangenen Jahr gruben gefangene Aufständische im selben Gefängnis einfach einen Tunnel in die Freiheit. Fast 500 Taliban-Kämpfern gelang die Flucht.(dpa) |
USA-Iran: Neue Töne im Atomstreit
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Mo, 22. Okt. 2012 USA-Iran: Neue Töne im Atomstreit Spricht Teheran bald direkt mit Washington? Von Thomas Spang Washington. Erstmals in dem seit Jahren schwelenden Atomstreit zeichnet sich ein diplomatischer Ausweg ab. Die USA und Iran verständigten sich prinzipiell auf direkte Verhandlungen. Das Weiße Haus stellt jedoch klar, es gebe keine abschließende Entscheidung über den Beginn von Direktgesprächen. „Es ist nicht wahr, dass die Vereinigten Staaten direkten Verhandlungen nach den Wahlen zugestimmt haben“, erklärte Sprecher Tommy Vietor. Laut „New York Times“, die exklusiv über den Durchbruch berichtet, blieb zudem unklar, ob der geistliche Führer des Gottesstaates Ayatollah Ali Khamenei seinen Segen für einen solchen Schritt gegeben hat. Während Washington prinzipiell Bereitschaft signalisierte, direkten Gesprächen eine Chance zu geben, will es in jedem Fall verhindern, dass Teheran einfach auf Zeit spielt, um sein Atomprogramm ungestört weiter voranzutreiben. Ein Krieg gegen Iran wäre bei den nach einem Jahrzehnt Kriegen im Irak und in Afghanistan kriegsmüden Amerikanern alles andere als populär. Zudem gibt es im traditionellen außenpolitischen Establishment der Republikaner erhebliche Vorbehalte. „Es wäre absolut unverantwortlich, in den Krieg zu ziehen, ohne es anders versucht zu haben,“ meint etwa der Realpolitiker Nicholas Burns, der Irans Atomprogramm für die kniffligste sicherheitspolitische Frage der USA hält. Sanktionen scheinen zu wirken Unabhängige Analysten meinen, die erstmalige Verhandlungsbereitschaft Teherans sei bereits ein Ergebnis der schmerzhaften Sanktionen. Iran muss massive Einnahmeverluste aus dem Ölgeschäft hinnehmen, sitzt auf großen Rohölreserven, die es nicht verschiffen kann, und erlebt in diesen Wochen einen Zusammenbruch seiner Währung. Iran hatte in den zurückliegenden Jahren hartnäckig direkte Gespräche mit den USA abgelehnt, weil es keine einheitliche Linie innerhalb der iranischen Führung gab. Mit dem bevorstehenden Abtritt Mahmoud Ahmedinejads könnte sich das nun ändern. ▶ Kommentar |
Netanjahu droht Iran mit Angriff
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Sa, 29. Sep. 2012 Netanjahu droht Iran mit Angriff UNO: Eigenwillige, aber wirkungsvolle Rede von Israels Ministerpräsident Von Christoph Sator und New York/Tel Aviv. Benjamin Netanjahu machte bildlich klar, wie er sich eine rote Linie vorstellt – ein dicker Strich, knapp unterhalb der Zünders einer Bombe wie aus einem Kinder-Comic, gezogen mit einem dicken Filzstift. Mit diesem unfreiwillig komischen, aber sehr medienwirksamen Mittel gab Israels Premier in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung eine bitterernste Warnung ab: Wenn der Iran nicht nachgibt, muss er mit einem Angriff rechnen. Und das könnte schon im Frühjahr sein. So deutlich hatte sich Netanjahu zuvor noch nie festgelegt. Weder inhaltlich noch zeitlich. In den Vereinten Nationen löste der spektakuläre Auftritt bei aller verständlichen Sorge auch einige Heiterkeit aus. Viele der Anwesenden zückten ihre Handys, um einen Schnappschuss von Bibi, wie sein Spitzname in der Heimat lautet, und seiner „Bombe“ zu machen. Manche Delegierte fühlten sich eher an amerikanische 50er-Jahre-Cartoons erinnert. „Die rote Linie sollte genau hier gezogen werden“, sagte Netanjahu und zog den roten Strich auf seiner Bombenzeichnung dort, wo der Iran die zweite Phase der Urananreicherung auf eine mittlere Konzentration von etwa 20 Prozent abgeschlossen hat. Mit Worten setzte er die Linie aber früher: „Bevor der Iran die zweite Stufe der Urananreicherung (…) abgeschlossen hat“. Also irgendwann vorher schon wäre die Stunde der Wahrheit gekommen, müssten sich die Mullahs in Teheran auf einen Angriff gefasst machen. Am besten von den USA, notfalls aber auch von Israel allein, so die verkappte Botschaft Netanjahus. Eine atomare Bewaffnung des Irans müsse unbedingt verhindert werden, donnerte er den anderen in New York versammelten Staats- und Regierungschefs entgegen. Für Israel gehe es ums Überleben. Den vielen Zweiflern an einem Ultimatum entgegnete er unter Hinweis auf das Verhalten von US-Präsident John F. Kennedy in der Kuba-Krise: „Rote Linien führen nicht zum Krieg. Rote Linien halten vom Krieg ab.“ |
Von Aachen in den Dschihad – und in den Tod
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Di, 18. Sep. 2012 Von Aachen in den Dschihad – und in den Tod Mit Internetpropaganda werden Deutsche für den „Heiligen Krieg“ im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet angeworben. Samir H. aus Aachen folgte dem Ruf. VON CHRISTOPH KÜHNE Aachen. „Diese Zeit war eine schöne Zeit.“ Samir H. spricht hier nicht vom letzten Sommerurlaub. Der Gotteskrieger aus Aachen sitzt zwischen Feldsteinen vor einer Lehmwand, das Gesicht verpixelt, die Hände auf ein Sturmgewehr gestützt, und erzählt vom jüngsten Angriff auf einen Konvoi der pakistanischen Armee. In akzentfreiem Deutsch berichtet der Sohn eines tunesischen Vaters und einer deutschen Konvertitin, wie er und seine Mitstreiter elf Tage lang von pakistanischen Soldaten belagert wurden. Für ihn „eine Zeit voller Iman“, eine Zeit voller Glauben. Samir H. tritt in dem Propagandavideo der Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU) unter dem Kampfnamen „Abu Laith“ auf. Ein halbes Jahr zuvor, im Oktober 2009, war er samt Frau und Kindern von Aachen ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet aufgebrochen, um dort den Dschihad gegen die Ungläubigen zu führen. Seine jüngere Schwester Soumaia war ihm kurz darauf gefolgt. Am Morgen des 9. März dieses Jahres fuhr Samir, zusammen mit rund einem Dutzend pakistanischen Taliban und ausländischen Glaubenskriegern, auf einem Pick-up durchs südliche Waziristan. Nahe dem Dorf Nishpa feuerte eine amerikanische Drohne drei Raketen auf das Fahrzeug ab. Mindestens eine davon, so berichtet der „Spiegel“, traf den Pick-up und tötete den 29-jährigen Samir mitsamt den übrigen Insassen. Der Islamist aus Aachen ist nur einer von vielen deutschen Dschihad-Pilgern, die in die rauen Berge Waziristans gezogen sind, um gegen die Nato in Afghanistan und die „abtrünnige“ pakistanische Armee zu kämpfen. Oder um sich in einem der zahlreichen Terrorcamps ausbilden zu lassen. Fanatisiert und gefährlich Solche fanatisierten Heimkehrer gelten als besonders gefährlich. Sie sprechen meist fließend Deutsch, kennen die westliche Kultur, können sich anpassen und ihre Anschläge aus der Mitte der Gesellschaft heraus vorbereiten. Drei der vier Selbstmordpiloten vom 11. September 2001 hatten in Hamburg studiert, bevor sie nach Afghanistan reisten, um sich für den „Heiligen Krieg“ rekrutieren zu lassen. Ursprünglich wollten sie weiter nach Tschetschenien, aber die Al-Kaida erkannte ihr Potenzial und schickte sie in die USA, um dort Flugunterricht zu nehmen. Auch drei der vier gescheiterten Attentäter von der Sauerland-Gruppe hatten sich zuvor in Trainingscamps der Islamischen Dschihad-Union (IJU), einem Ableger der IBU, ausbilden lassen. Gleiches gilt für den mutmaßlichen Kopf der so genannten „Düsseldorfer Zelle“, deren Mitgliedern seit Ende Juli der Prozess gemacht wird. Sie sollen ihre Anweisungen direkt von der Al-Kaida-Führung in Pakistan erhalten haben. Seit einiger Zeit wenden sich Al-Kaida und ihr nahestehende Organisationen mit ihrer Internet-Propaganda verstärkt an ein nicht-arabisches Publikum. So publizierte die „Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel“ von 2010 bis 2011 mehrere Ausgaben eines englischsprachigen Online-Magazins namens „Inspire“. Dort war unter anderem nachzulesen, wie man mit „Zutaten aus Mutters Küche“ eine Bombe bastelt oder sich richtig mit der Kalaschnikow positioniert. Auch auf Deutsch wird gezielt angeworben. Besonders aktiv in dieser Hinsicht ist die Islamische Bewegung Usbekistans. Ursprünglich gegründet, um in Zentralasien ein islamisches Kalifat zu errichten, wurde die Gruppe erst aus Usbekistan, dann aus Tadschikistan und schließlich, nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Kabul, auch aus Afghanistan vertrieben. Heute operiert sie vom afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aus und paktiert mit den Taliban und der Al-Kaida. Auf der Suche nach neuen Rekruten und potenziellen Geldgebern wirbt sie in Internetvideos auf Russisch, Türkisch, Englisch und Deutsch. Die Bundesrepublik im Visier Die Hauptprotagonisten in den deutschsprachigen Propagandavideos der IBU sind die Brüder Mounir und Yassin Chouka aus Bonn. Die beiden ehemaligen Gymnasiasten rufen regelmäßig zu Anschlägen in Deutschland auf. Im Visier steht die Bundesrepublik vor allem wegen dem Einsatz in Afghanistan, aber auch innenpolitische Themen spielen eine Rolle. Nachdem Aktivisten von Pro-NRW mit Mohammed-Karikaturen vor die Moscheen gezogen waren, verlangte Yassin Chouka per Videobotschaft von deutschen Muslimen: „Ihr sollt die Mitglieder der Pro-NRW alle töten!“ Dem Ruf der Chouka-Brüder zum Dschihad in Waziristan ist auch der Aachener Samir H. gefolgt. Ein Abschiedsbrief, den seine Schwester an die besorgten Eltern schrieb, soll teilweise wortgenau einem Videoaufruf der Bonner Islamisten gleichen. In ihren mit islamischen Gesängen unterlegten Amateurfilmen zeichnen die Choukas ein romantisiertes Bild vom Leben im „Land der Märtyrer“, wie sie die wazirische Bergregion nennen. Ihre Propaganda wirkt wie eine bizarre Mischung aus Abenteuertourismus, Pilgerfahrt und „Heiligem“ Krieg. Die Choukas beschreiben ein Land der Wunder und Verheißungen, in dem spirituell Suchende Brüderlichkeit und Zusammenhalt finden, einen festen Glauben und Rituale, die dem Leben eine Ordnung, einen Sinn geben. Aber auch die Chance, ein Held zu werden und als Märtyrer im Paradies vor den Schöpfer zu treten. Einflüsterungen des Satans Für Außenstehende ist das schwer zu begreifen. Einen der raren Einblicke in die Lebenswelt junger Dschihad-Pilger gewähren die Memoiren des 1988 geborenen Konvertiten Eric Breininger aus dem Saarland. Sicherheitsexperten halten das im Internet verbreitete Dokument für authentisch. Breiningers Memoiren sind auch ein Reisebericht. Er beschreibt darin seine Sinnsuche und seinen Weg zum Islam, der ihm Antworten gab, die er im Christentum nicht fand. Er beschreibt aber auch seine abenteuerliche Reise nach Waziristan, die für ihn eine Reise in den Tod werden sollte. Seine Wandlung vom Fußball spielenden Partygänger zum Gotteskrieger dauerte nur wenige Monate. Beim Pakete Verladen nach der Berufsschule lernt Breininger Anfang 2007 den radikalen Muslim Anis P. kennen. Der führt ihn an militant-salafistische Kreise heran. Nur wenig später trennt sich Breininger von seiner Freundin, weil die es mit dem Islam nicht ernst genug hält. In Saarbrücken teilt er sich dann eine Wohnung mit Daniel Schneider von der Sauerland-Gruppe. Schneider steckt mitten in den Anschlagsvorbereitungen und warnt Breininger, er solle besser das Land verlassen. Breininger reist daraufhin nach Kairo. Im Winter 2007 fliegt er von dort mit dem Libanesen Hussein al-Malla, einem Freund aus Saarbrücken, in den Iran. Zu Fuß geht es über die Grenze nach Pakistan, dann stundenlang weiter im Auto. Breininger trägt dabei eine Burka, um sein europäisches Aussehen zu verbergen. Angekommen in einem Ausbildungslager der IJU fühlt er sich bald einsam. Al-Malla zieht weiter, und sonst spricht keiner Deutsch. Breininger bleibt niemand, mit dem er seine Gedanken und Gefühle austauschen kann. Es kommen ihm Zweifel, aber die erstickt er als Einflüsterungen des Satans. Im Herbst 2009 treffen schließlich doch noch eine Handvoll Deutsche im Lager ein, denen sich Breininger sofort anschließt. Sie bilden die Keimzelle einer inzwischen wohl zerstreuten Kleinstgruppe, den Deutschen Taliban Mudschaheddin (DTM). Für die DTM trat Breininger in mehreren Videos auf. Darauf wirkt er verschüchtert und zeigt sich wenig wortgewandt. Mechanisch liest er seinen Text herunter, stockt und verhaspelt sich. Man gewinnt den Eindruck eines unsicheren, beeinflussbaren jungen Mannes. Die DTM verbreiteten auch die Memoiren Breiningers, zusammen mit einem Foto, das seinen Leichnam zeigen soll, erschossen von pakistanischen Soldaten. Der Tote auf dem Bild lächele, so will es die Propaganda, das „Bassamat al-Farah“, das Lächeln der Freude – für Dschihadisten ein untrügliches Zeichen, dass Allah sein Martyrium angenommen und ihn im Paradies empfangen hat. Die Regierung schweigt sich aus Von Samir H. ist ein solcher Todesbeleg bislang nicht aufgetaucht. Auch die Bundesregierung will seinen Tod nicht bestätigen und schweigt sich zu den Umständen aus. Man habe die USA und Pakistan um entsprechende Informationen gebeten, heißt es in einer Antwort auf die Anfrage des Abgeordneten Andrej Hunko von der Linken. Für alles Übrige wird auf die Geheimhaltung verwiesen. Die Tötung von Samir H. hat auch völkerrechtliche Relevanz. Bei ihren gezielten Tötungen durch ferngesteuerte Flugroboter berufen sich die USA auf das Selbstverteidigungsrecht. In den pakistanischen Stammesgebieten herrscht ein sogenannter „nichtinternationaler bewaffneter Konflikt“, daher findet das Kriegsvölkerrecht Anwendung. Es erlaubt grundsätzlich die Tötung gegnerischer Kämpfer. Fraglich ist aber, ob Samir H. als „Kombattant“ im kriegsrechtlichen Sinne einzustufen ist, und nicht als Zivilist. Für seine Mutter ist der Fall klar. „Das war Mord!“, sagte sie gegenüber dem „Spiegel“ und forderte von der Bundesregierung eine Aufklärung der Todesumstände. Schließlich war Samir H. deutscher Staatsbürger. Terrortraining: 255 Menschen aus Deutschland Laut Verfassungsschutz haben seit Anfang der 1990er Jahre „rund 255 Personen mit Deutschland-Bezug“ ein solches Terrortraining durchlaufen oder zumindest beabsichtigt. „Deutschland-Bezug“ soll heißen, dass es sich entweder um deutsche Staatsangehörige oder Ausländer mit längeren Aufenthalten in der Bundesrepublik handelt. Für 70 der 255 Personen gibt es konkrete Hinweise auf eine im Ausland absolvierte paramilitärische Ausbildung. „Diese Zeit war eine schöne Zeit.“ Samir H. über den Dschihad „Das war Mord!“ Samirs Mutter über Den Kommentar: Gut, dass wir , die Nato, in Afghanistan sind, da kann man fern der Heimat Typen wie Samir und Breininger in sicherer Distanz liquidieren, ohne Personen in Europa / Deutschland massiv zu gefährden. Die USA haben dank ihrer Drohnen auch ein recht wirksames Mittel. |
Angriffspläne: Israel geht von 30-Tage-Krieg gegen Iran aus
SPIEGEL ONLINE, 15.08.2012
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Angriffspläne: Israel geht von 30-Tage-Krieg gegen Iran aus
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Die Pläne für einen israelischen Präventivschlag gegen Irans Atomanlagen werden immer konkreter. Ein Minister in Tel Aviv erläuterte nun die Konsequenzen, mit denen die Regierung rechne: ein Monat Krieg und 500 tote Israelis.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,850217,00.html